Allgemeine Berichte | 09.07.2026, 12:57 Uhr

Maik Rönnefarth, Geschäftsführer der Schreinerei Rönnefarth („Holzwürmer) und Obermeister der Schreiner-Innung Ahrweiler, zieht Bilanz

Fünf Jahre nach der Flut: „Am Ende hat unser Team die Flut besiegt“

Maik Rönnefarth.  Foto: privat

Fünf Jahre sind seit der Flut vergangen. BLICK aktuell sprach mit Maik Rönnefarth, Geschäftsführer der Schreinerei Rönnefarth in Dernau („Holzwürmer) und Obermeister der Schreiner-Innung Ahrweiler, und fragte: Was ist in den vergangenen fünf Jahren gut gelaufen? Wo gibt es noch Nachholbedarf?

BLICK aktuell: Was waren für Sie die größten Meilensteine im Wiederaufbau?

Maik Rönnefarth: Einer unserer größten Meilensteine war schon am Tag 2, Freitagmorgen um 7 Uhr, als plötzlich drei vollbeladene Sprinter auf den Hof gefahren sind, gefolgt von ca. 20 Autos. In den Fahrzeugen waren Freunde und ganz viele Schwimmlehrer, oben an Bord waren ebenfalls Helfer dabei. Ein sehr guter Freund und Kunde hatte das sofort in die Wege geleitet und war vor allen anderen Helfern schon mit ca. 50 Mitarbeitern, Freunden und Bekannten am Start, um uns zu helfen.

Das war ein unfassbarer Moment, wie diese vielen Menschen einfach losgelegt haben und das bis zum Umfallen spät abends in der Nacht durchgezogen haben. Dazu kamen immer wieder Situationen, die in Worten sehr schwer zu beschreiben sind. Zwei von den Sprintern waren bis unter das Dach voll mit Lebensmitteln und Getränken, die ganz spontan ein REWE-Markt aus Köln beim Einkaufen gespendet hat. So konnten wir es mit den vielen helfenden Händen schaffen, dass am Sonntagabend alle Hallen und Maschinen komplett demontiert und abtransportiert waren und unsere Gebäude sowie das Grundstück fast vom Schlamm befreit waren.

BLICK aktuell: Wo hätte es besser laufen können und was muss noch dringend erledigt werden?

Maik Rönnefarth: In diesem Moment hätte nicht viel besser laufen können. Wir sind im richtigen Moment in der Nacht in Sicherheit gegangen, haben niemanden verloren und in diesem Moment richtig gehandelt und entschieden. Klar würden wir und andere Führungskräfte heute mit dieser Erfahrung einige Entscheidungen anders treffen. Aber in den Situationen, die uns gestellt wurden, ist vieles sehr gut verlaufen. Und es hat am Ende gezeigt, wie toll die Menschen in der Not zusammenhalten und dass es nur Freunde gibt.

BLICK aktuell: Nach der Flut war der Zusammenhalt groß – spüren Sie diesen Zusammenhalt heute immer noch?

Maik Rönnefarth: Während und lange nach der Flut ist der Zusammenhalt sehr groß gewesen, und es hat die Menschen bewusster leben lassen. Das war auch von Nöten, um die Kraft für den Marathon des Wiederaufbaus durchzuhalten.

Klar ist der Alltag wieder eingezogen und die Flutbilder sind lange nicht mehr so vor Augen.

Es bestehen heute noch mit einigen Helfern sehr innige Freundschaften, die uns regelmäßig besuchen oder auch umgekehrt. Gerade was die freiwilligen Feuerwehren angeht, ist dort ein Zusammenhalt entstanden und auch heute noch eine sehr hohe Hilfsbereitschaft sowie ein toller Austausch vorhanden.

Am Ende hat unser Team die Flut besiegt, und wir sind noch einmal näher zusammengewachsen. Es hat uns noch stärker werden lassen. Ohne die Jungs und Mädels würde es uns drei als Holzwurm-Team nicht mehr geben. ROB

Maik Rönnefarth. Foto: privat

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