Allgemeine Berichte | 09.07.2026, 10:31 Uhr

avid Bongart, Geschäftsführer des Vereins Zukunftsregion Ahr e.V, zieht Bilanz

Fünf Jahre nach der Flut: Gänsehautmomente und Kirchturmdenken

David Bongard.  Foto: privat
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Fünf Jahre sind seit der Flut vergangen. BLICK aktuell sprach mit David Bongart, Geschäftsführer des Vereins Zukunftsregion Ahr e.V., und fragte: Was ist in den vergangenen fünf Jahren gut gelaufen? Wo gibt es noch Nachholbedarf?1.BLICK aktuell: Was waren für Sie die größten Meilensteine im Wiederaufbau?

David Bongart: Für uns als Familie war der Wiedereinzug in unser saniertes Haus sicherlich der größte Meilenstein nach der Flut.

Sehr dankbar bin ich persönlich, dass ich ein Teil des touristischen Wiederaufbaus sein durfte. Trotz eigener Betroffenheit innerhalb der Belegschaft hat sich ein motiviertes Team zur Zusammenarbeit gefunden. Gemeinsam haben wir, mit Unterstützung des Landes, das „Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal“ und die Kampagne „We AHR Open“ auf den Weg gebracht. Dabei hat die Kampagne „We AHR Open“ nicht nur nach außen, sondern auch nach innen als Motivator für alle Akteure im Tal gewirkt.

Ein wahrer Gänsehautmoment war die Jungfernfahrt mit der Ahrtalbahn und die damit verbundene Wiedereröffnung der Bahnstrecke.

BLICK aktuell: Wo hätte es besser laufen können und was muss noch dringend erledigt werden?

David Bongart: Im Rückblick zu sagen, was man hätte besser machen können fällt leichter, als im entscheidenden Moment überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Natürlich hemmt uns an vielen Stellen die Bürokratie und wir sind alle ungeduldig und wünschen uns ein höheres Tempo. Auf der anderen Seite werden Entscheidungen getroffen, die nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte relevant sind, daher ist es sehr wichtig gut abzuwägen. Woraus man aber für die Zukunft Lehren ziehen sollte, sind die generellen Rahmenbedingungen für solche Katastrophen. Angefangen vom Spendenrecht, über vereinfachte Vergabeverfahren bis hin zu realistischen Zeitfenstern für die Folgenbewältigung, damit diese Erleichterungen auch wirksam sind.

BLICK aktuell: Nach der Flut war der Zusammenhalt groß – spüren Sie diesen Zusammenhalt heute immer noch?

David Bongart: Leider muss man hier, ganz nüchtern betrachtet, feststellen, dass einige wieder in alte Muster verfallen. Da ist auf einmal der Kirchturm wieder der Nabel der Welt. Am Ende liegt es aber uns allen und jedem einzelnen, wie wir den direkt nach der Flut gewachsenen Gemeinschaftssinn in die Zukunft retten können. Die Aufgaben und Herausforderungen die vor uns liegen, und das ist unabhängig von den Flutereignissen, können wir nur gemeinsam bewältigen.

Um die positiven Aspekte der Solidarität zu nutzen und damit unsere Resilienz zu stärken, ist unter anderem ein Ziel des Vereins Zukunftsregion Ahr. Hier sind alle eingeladen, gemeinsam unsere lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Region weiterzuentwickeln.ROB

David Bongard. Foto: privat

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