Fünfter VLN-Langstreckenlauf am Nürburgring
Furios aus der Sommerpause
Alzen-Ford gewinnt den 47. ADAC Barbarossapreis des MSC Sinzig - Erfolge für RTR-Team aus Adenau
Nürburg. Nach gut einmonatiger Pause starteten nun die Fahrer der VLN zum 47. ADAC Barbarossapreis des MSC Sinzig. Insgesamt 142 Fahrzeuge kämpften dabei auf der legendärsten Rennstrecke der Welt um die Siegerlorbeeren in den drei Wertungsgruppen sowie den 25 Klassenwertungen. Auch wenn die VLN-Verantwortlichen mit 142 Startern ebenso wie bei den zwei Läufen zuvor einen deutlichen Rückgang der Teilnehmer gegen über den vergangenen Jahren hinnehmen mussten, zeigte sich das Interesse der Fans weiterhin ungebrochen. Bei strahlendem Sonnenschein und Motorsport vom allerfeinsten dürften die zahlreichen Zuschauer im weiten Rund der Nordschleife ihre Anreise auch nicht bereut haben. Insgesamt fünf Marken aus vier unterschiedlichen Klassen kämpften im Laufe des Rennens um den Gesamtsieg, wobei die Führung über die Renndistanz von vier Stunden sechs Mal wechselte.
Am Ende sicherten Uwe Alzen (Betzdorf) und Dominik Schwager (München) dem Team von Alzen Motorsport zum zweiten Mal in der VLN-Geschichte einen Ford GT Sieg. Auf Rang zwei folgte der Lexus RC-F GT3 von Farenbacher Racing, mit dem das Brüderpaar Dominik (Ansbach) und Mario Farnbacher (Lichtenau) 14,592 Sekunden später als der siegreichen Ford die Ziellinie überquerten. Das Farnbacher-Team errang mit diesem Erfolg den ersten Podestplatz eines asiatischen Automobilherstellers in der VLN seit dem Saisonfinale 1979. „Wir sind selber etwas überrascht, aber sehr glücklich“, sagte Mario Farnbacher. „Nach der Premiere beim vergangenen Rennen haben wir Lexus ein umfangreiches Feedback gegeben und die Techniker haben alle unsere Wünsche umgesetzt. Wir fahren auch die verbleibenden fünf VLN-Rennen, vielleicht geht da sogar noch ein bisschen mehr.“
Nach einer erneut starken Leistung durften sich die Sieger des letzten VLN-Laufes, Michela Cerruti (Italien), Jesse Krohn (Finnland) und Felipe Fernándes Laser (Leipzig) im BMW Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport über den dritten Platz freuen. Hinter dem Führungstrio belegten Dominik Baumann (Österreich), Anders Burchardt (Norwegen) und Maximilian Sandritter (Raublingen) in einem weiteren BMW Z4 GT3 vom Team Schubert den vierten Rang. Als beste Porschebesatzung erreichten auf Gesamtposition fünf Christoph Breuer (Nettersheim) und Le-Mans-Sieger Nick Tandy (Großbritannien) in einem SP7-Porsche von Manthey-Racing (Meuspath) das Ziel. Rang fünf sicherte sich in der Besetzung Georg Weiss (Monschau), Oliver Kainz (Mayen) und Jochen Krumbach (Eschweiler) eine weitere Porschebesatzung aus dem Hause Manthey.
RTR aus Adenau mit sensationellem Rennverlauf
Sensationeller Rennverlauf auch für die Teams von Black Falcon (Meuspath) und RTR aus Adenau, deren Piloten jeweils zum dritten Mal in Folge den Sieg, sowohl in ihrer Klasse als auch in der entsprechenden Wertungsgruppe einfahren konnten. Während die Besatzung des Black Falcon Porsche 911, Carsten Knechtges (Mayen) gemeinsam mit Jürgen Bleul (Urbar) und Willi Friedrichs (Schalksmühle) die Wertungsgruppe H für sich entscheiden konnten, sicherten sich Marc Hennerici (Mayen) und Christian Menzel (Kelberg) mit dem RTR Porsche den Gruppensieg in den Cup-Klassen.
Marc Hennerici sorgte dabei mit dem RTR Boliden für den spannendsten Showdown des Rennens. Nach einer bereits komfortablen Führung von fast einer Minute, brachte ein Reifenschaden am RTR-Porsche den zweitplatzierten GetSpeed Porsche in die Führungsposition. Stoßstange an Stoßstange ging es zur Freude der Fans in die letzten Runden. Bei der Überrundung eines leistungsschwächeren Fahrzeugs gelang es Marc Hennerici sich auf den letzten Rennkilometern am GetSpeed Porsche vorbeizuschieben und damit noch den Sieg für das RTR Team einzufahren. Mit dem Erfolg in der Porsche Cup-Wertung sowie den Positionen vier und fünf in der leistungsstarken Klasse SP7 sicherte sich das Adenauer Team das beste Ergebnis in der abgelaufenen ersten Saisonhälfte. Mit Rang sechs in der Halbzeittabelle stellt das Team mit Christian Menzel auch den zurzeit bestplatzierten Fahrer aus der Region. Die positive Bilanz der lokalen Teams rundete das BMW Team von Scheid-Honert Motorsport sowie die Mannschaft um Michael Mönch (Adenau) mit Rang vier in ihrer jeweiligen Klasse ab.
Für die beiden Teams von Frikadelli- und Phoenix-Racing hingegen verlief das Rennen enttäuschend. Bei Phoenix Racing musste das Gefährt in der letzten Stunde mit einem Frontschaden auf Position vier die Segel streichen. Zuvor hatte bereits nach rund anderthalb Stunden aufgrund eines Unfallschadens das Frikadelli Racing Team seinens Porsche in der Box abstellen müssen. Die VLN-Serie macht nun eine weitere kurze Sommerpause von drei Wochen, bevor die Akteure am 22. August mit dem 38. RCM DMV Grenzlandrennen den Sechsten von zehn Saisonläufen in Angriff nehmen.
Spannung pur: Stoßstange an Stoßstange ging der GetSpeed Porsche gefolgt vom RTR-Cup Porsche mit Marc Hennerici am Steuer in die letzte Runde.