Allgemeine Berichte | 03.02.2015

Bienenzuchtverein Wershofen

Geduld, Geduld ...

Biene an einer der ersten Pollenquellen, den männlichen Haselnussblüten. J. Schwenkel

Wershofen. Das Jahr 2014 war nach den Statistiken der professionellen ’Wetterfrösche‘ eines der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der bisherige Verlauf des Winters passt zu dieser Bewertung. An der Ahr und auch bei uns blühen in geschützten Lagen schon seit Mitte Januar die Haseln, Schneeglöcken zeigen ihre Blütenköpfe. Am 9./10.01. hielten einige Bienenvölker bei 10-12°C schon Reinigungsflüge.

Wir freuen uns an jedem Bienenflug, können jedoch die milde Witterung und ihre Auswirkung auf die Entwicklung unserer Völker nicht immer gut heißen. Lockert sich die Bienentraube und verlassen die Bienen ihren Wintersitz infolge der relativ hohen Temperaturen, zehren sie auch mehr von ihren Futtervorräten. Können sie bald wieder ausfliegen, um ihre Kotblasen zu entleeren, ist alles o.k. Ein anhaltender Wintereinbruch aber kann schlimme Nachwirkungen zeitigen: Die Völker ziehen sich wieder zusammen, verlieren u.U. den Kontakt zum Futter und müssten trotz ausreichender Vorräte im Stock verhungern (besonders im „Warmbau“).

Im Zuge der Winterbehandlung gegen die Varroose konnten wir feststellen, welche Völker lebten und wie viel Futter noch in den Waben lagerte. Bei dieser Gelegenheit wird man die Abdeckfolien aufgelegt haben. Bildet sich in der

Folgezeit darunter Kondenswasser, kann man ziemlich sicher auf den Brutbeginn schließen. Das Wasser benötigen nun die Bienen zunehmend. Sie können trinken, ohne im kalten Winter tödliche Ausflüge zu unternehmen. So wie die Bienen sollten sich auch wir Imker noch bis zum echten Frühlingsbeginn gedulden. Im Übrigen gilt auch noch im Februar: „Winterzeit ist Aufräumzeit“.: Sichtung des Materialbestandes (Beuten, Rähmchen, Mittelwände, Gerätschaften u.a.). Kontrollgänge nicht vergessen: Flugloch frei? Keine Störung an den Stöcken? Ein früher Brutbeginn fördert auch die wachsende Vermehrung der Varroapopulationen. Darum ist der frühe Brutbeginn im milden Winter auch deswegen gar nicht so gut. In Bezug auf diese Milbenseuche schauen wir voller Erwartung auf die Erfolge der Züchter, die eine Biene durch Zuchtauslese generieren wollen, die durch gesteigerte Stockhygiene nachhaltig ohne chemische Bekämpfung gegen die Varroose überleben können. Wir wollen das Beste hoffen. Auch dafür braucht es aber noch viel Geduld.

B. Kaspers

Biene an einer der ersten Pollenquellen, den männlichen Haselnussblüten. Foto: J. Schwenkel

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