Adenauer Zünfte suchen Nachwuchs
Gerberzunft will Weichen für die Zukunft stellen
Adenau. Traditionell findet zum Patronatsfest des Heiligen Blasius die jährliche Zusammenkunft der Genossen der Geberzunft in Adenau statt. Der Erzbischof und Kurfürst von Köln, Ferdinand von Bayern, hatte die Zunft in einer Urkunde von 1647 bereits erstmalig erwähnt. In Anwesenheit von Pfarrer Dr. Rainer Justen und Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann wurde der Zunftabend mit dem gemeinsamen Gebet eröffnet. Zum neuen Zunftmeister wurde Bert Schäfer gewählt, dem Walter Bell die Insignien des Zunftmeisters, Schärpe, Hut und Zunftfahne, überreichte.
Nach Abschluss des traditionellen Teils wurden aktuelle Fragen erörtert. Der Stadtbürgermeister und der Vorsitzende des Adenauer Vereins für Heimatpflege, Bernd Schiffarth, hatten die Zünfte in einem Brief angeregt, über die zukünftige Aufbewahrung der wertvollen historischen Dokumente der Zünfte zu beraten. Diese werden in den sogenannten Zunfttruhen aufbewahrt, deren unterjähriger Verbleib in den drei Adenauer Zünften jeweils unterschiedlich geregelt ist. Nach intensiver Beratung kam man zu dem Ergebnis, dass die Truhe der Gerberzunft künftig im Heimat-, Zunft- und Johannitermuseum ausgestellt werden solle. Die Wollenweberzunft hat bereits dem Vorschlag von Stadtbürgermeister und Museum zugestimmt. Die Zunftgenossen machten das weitere Vorgehen vom Beschluss der Hammerzunft abhängig, die an ihrem jährlichen Zunftabend zum Joseftag am 19. März ebenfalls über den Vorschlag beraten wird. Sollte diese ebenfalls zustimmen, soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Zünfte Kontakt mit dem Landeshauptarchiv Koblenz aufnehmen, um sich über die weitere Behandlung und die zukünftige Aufbewahrung der historischen Schriften beraten zu lassen.
Darüber hinaus wurde angeregt, sich gegebenenfalls gemeinsam mit den beiden anderen Zünften häufiger in das aktuelle Tagesgeschehen einzubinden, um auch in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden. Zwar ist die Zahl der Zunftgenossen über die letzten Jahrzehnte in etwa konstant geblieben, einige neue, vor allem jüngere Mitglieder könnten aber nicht schaden. Wer also Interesse an der Mitgliedschaft in einer uralten Traditionsgemeinschaft hat, ist herzlich eingeladen, Mitglied zu werden oder sich unverbindlich zu informieren. Walter Bell und der neue Zunftmeister Bert Schäfer, aber auch alle anderen Mitglieder der Zunft geben Interessierten gerne Auskunft.