Teilfläche soll für 350 000 Euro verkauft werden – Verwaltung ist dagegen
Bendorf: Stadtrat will Verkleinerung der Spielfläche am Mülhofener Kirchhofsweg
Bendorf. Ausgebremst hat der Bendorfer Stadtrat seinen Bürgermeister Christoph Mohr. Denn der wollte nicht, dass die Spiel- und Freifläche am Mülhofener Kirchhofsweg durch Teilverkauf verkleinert wird. Ungewöhnlich, denn meistens herrscht zwischen Stadtrat und Bendorfer Verwaltung „Friede, Freude, Eierkuchen“, denn überwiegend werden Verwaltungsvorlagen einstimmig durchgewunken.
In der Vorlage heißt es seitens der Verwaltung: „Der Spielplatz am Kirchhofsweg eignet sich aufgrund seiner Lage und Größe dazu, einen Impuls zur Neugestaltung der Bendorfer Spiellandschaft zu setzen und es gibt zu wenig Grün und Freiflächen für Kinder- und Jugendliche zur Nutzung. Ferner sind 1500 qm Restfläche für den Spielplatz zu klein und er sollte mindestens 3000 bis 4000 qm betragen.“
Das sehen die Fraktionen von CDU, FDP, FWG und Grüne anders, denn so steht in ihrem Antrag: „Die veranschlagten Kosten von rund 1,2 Millionen Euro stehen in keinem angemessenen Verhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt Bendorf.“
Weiter heißt es: 2000 qm könnten abgetrennt und der Wohnbebauung zugeführt werden, so könnten bei einer verdichteten Bebauung 8 bis 10 Reihenhäuser entstehen und Einnahmen von 340.000 Euro oder mehr wären möglich.
„Dem kann und werde ich, ich mache von meinem Stimmrecht Gebrauch, nicht zustimmen, denn die Verwaltung will keine Verringerung der Spielflächen“, unterstrich Bürgermeister Christoph Mohr.
Nach einigen Für und Wider-Diskussionen stimmten 18 Ratsmitglieder für den Antrag auf Verkleinerung der Spielflächen, mit Nein votierten fünf, darunter der Bürgermeister.
Später sagte dazu Christoph Mohr gegenüber Blick aktuell: „Ich halte es für ein gutes Signal, wenn wir uns weiterhin dem Spiel- und Freizeitflächenkonzept verbunden zeigen, das wir mit einer großen Bürgerbeteiligung vor 4 Jahren auf die Beine gestellt haben.“
Auftakt der Ratssitzung in der Stadthalle war die Würdigung von Gabriele Zils, die mit einem Blumenstrauß für 15jährige Arbeit als Schiedsfrau vom Bürgermeister verabschiedet wurde. Nachfolger wird wohl Manfred Berg aus Sayn.
Tagesordnungspunkt war auch die Änderung der Hauptsatzung, wodurch der Bürgermeister für genehmigte Projekte ohne Ratsbeschluss Aufträge bis zu 50 000 Euro, bisher 25 000 Euro, vergeben kann. Einstimmig genehmigte der Rat Prioritätenliste für den Ausbau der Gemeindestraßen bis 2030.
Für den Bau einer Multisportanlage an der Ringstraße gab der Rat der Verwaltung einstimmig den Auftrag laut Entwurf die Ausschreibungsunterlagen weiter vorzubereiten und weitere Informationen einzuholen. Die Multisportanlage soll nicht nur von Jugendlichen für Fußball genutzt werden, sondern auch von Schulen und Vereinen für mehrere Sportarten bespielbar sein.
HEP