Allgemeine Berichte | 26.05.2026

Traktorentreffen 2026

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten

Ein „Pampa“, Lizenznachbau eines Lanz in Argentinien

Schuld. Das letzte Treffen lag zwei Jahre zurück, ein nahezu völlig verregnetes Pfingstfest beeinträchtigte teils deutlich den Spaß . Diesmal meinte der Wettergott es dafür umso besser: Strahlender Sonnenschein am gesamten Wochenende. Schon tagelang tuckerten einzelne Traktoren, gelegentlich kleine Gruppen auf das Gelände an der Ahr, mit Nachzüglern, die sich am Sonntag nur für den Tagesbesuch anmeldeten, waren deutlich mehr als 300 Fahrzeuge auf den beiden Plätzen an der Ahr. Ein buntes Treffen allemal, es herrschte prima Stimmung. Die Traktoristi aus einem weiten Umfeld machten begeistert mit, aus vielen Teilen Deutschlands kamen sie, auch aus dem Ruhrgebet, sogar aus den benachbarten BeNeLux-Staaten, grenzenloses Vergnügen sozusagen.

Die meisten kennen sich, man ist mal hier, mal da unter Traktorfreunden, es gibt zahlreiche Clubs, die für die Hobbyisten Veranstaltungen organisieren. Und es gibt stets viel zu berichten. Wer fährt mit welchem Traktor vor, wer präsentiert einen neuen Scheunenfund, vielleicht ein selten produziertes Modell? Manche Eigner sind stolz mehrere Traktoren zu haben, sind vielleicht markenspezifisch ausgerichtet. Die Namensliste der Traktorenhersteller, gerade ehemaliger, ist groß, in den letzten Jahren hat sich das Bild am Gebrauchtmarkt aber geändert, weniger unterschiedliche Marken, dafür gelegentlich spektakuläre Fahrzeuge. War früher der Dorfschmied in der Lage eine Reparatur vorzunehmen, so sind heute fast Ingenieure zu Rate zu ziehen, wenn mal was nicht klappt. Die Digitaltechnik fordert insoweit ihren Tribut. HighTech-Fahrzeuge werden immer häufiger. Frage: Werden die Trecker-Treffen in weiter Zukunft noch den Charme der heutigen besitzen? Können das Blubbern der Motoren, das Pfeifen und Zischen, die mechanischen Geräusche beim Lastwechsel überhaupt jemals durch eher seelenlose Digitaltechnik ersetzt werden?

Die Traktorenfreunde blicken gelassen in die Zukunft, „was bei uns seit 50 oder mehr Jahren gehalten hat, hält auch noch Jahrzehnte länger“, meinte ein älterer Fahrer, und seine Mitstreiter nicken zustimmend. Die alten Werte haben sich eben bewährt, zumindest kommt ihnen große Sympathie entgegen.

Markenvielfalt auch diesmal

In Reih und Glied standen die Traktoren, Hanomag, Fendt, Eicher, Deutz, Lanz, Bautz, John Deere, Massey Ferguson, auch Holder und Fiat waren vor Ort, letztere hierzulande eher selten gesichtet, auch weitere Marken gaben sich ein Stelldichein, dazu Hanomag oder Unimog, die Allrouind-Spezialisten.

Viel Ehrgeiz, ja Leidenschaft, steckt in dem Hobby, da gibt mancher gerne mal ordentlich Geld aus, um sein „Schätzchen“ in gutem Zustand zu halten. Bei der Ersatzteilversorgung sehr alter Fahrzeuge hapert es gelegentlich, die Fangemeinde hilft oft bei der Suche, prima, wenn es klappt. Findige Tüftler sind gelegentlich gar in der Lage, ein fehlendes Teil funktionsgerecht nachzubauen, klappt nicht immer, aber recht oft, es ist aber schon sehr aufwändig. „Man gönnt sich doch sonst nichts“, meinte ein Traktorfan, der aus dem Ruhrgebiet angereist war. Mitgeführte Bau- und Wohnwagen erleichterten die Übernachtung vor Ort.

In den Anmeldelisten lassen sich manchmal echte Schmankerl finden, Traktoren, die älter sind als die Besucher. Nicht wenige Geschichten, gar mancher Mythos rankt sich um bestimmte Modelle. Der Besitzerstolz gerade dises bestimmte Modell erworben zu haben, ist den Eignern anzumerken, da wird dann auch ein gelegentlicher „Rostzwerg“ am Objekt der Begierde nicht zum Problem. Meist wird jedoch Wert auf einen guten Zustand gelegt, das gute Stück soll doch noch lange erhalten bleiben.

Ein Kapitel für sich sind stets die Lanz-Traktoren, ihr sattes Blubbern wird als angenehmes Geräusch empfunden, man hat das Gefühl von massiver und solider Ausführung. Die Prozedur des Anlassen bei dem Vielstoffmotor ist zwar ein Abenteuer für sich, aber: Einmal gestartet, läuft so ein Bulldog den ganzen Tag. Gerade um diese Marke ranken sich manche Episoden. Kein Wunder, dass es Nachbauten in Lizenz gab, „Pampa“ oder „Ursus“ belegten eine vergleichbare entsprechende Kategorie. Denn: Nur was gut ist, wird auch nachgebaut.

Ein Hingucker besonderer Art war ein Mercedes-Benz, der als „Autobahn-Schlepper“ bekannt ist, gelegentlich heißt er „Eil-Schlepper“. Ein Hubraum von knapp 6000 ccm, eine Leistung von 125 PS, Gesamtgewicht 2.800 kg, das spricht eine deutliche Sprache, das Ganze aus dem Baujahr 1941. Ein Respekt einflößendes Gefährt. Vorne mit der Eleganz eines Cabrios, hinten eher traktorgerecht. Nur wenige Exemplare sind bekannt, meist individuell gestaltet, es gibt Spezialisten, die sich mit dem Fahrzeug und seiner Geschichte auskennen, die Fahrzeuge trugen individuell weibliche Vornamen, in Schuld gab es eine „Lili“, das Modell hatte sogar frontseitig zwei Blaulicht-Lampen.

Der Traktor Club Schuld e.V. hat 40 Mitglieder, 1. Vorsitzender ist Jürgen Wurst, 2. Vorsitzender ist Alwin Brenner. Die Traktorentreffen finden seit 2008 in zweijährigem Rhythmus statt, im Wechsel mit den Traktorfreunden aus Hönningen, den „Ahr-Glühköpp“, die immer gerne als Gäste vor Ort gesehen sind.

Ein prächtiges Bild war die Folge von exakt 111 Traktoren, die geschlossen im Coso mitfuhren. Auf die Ausfahrten hatten sich wieder Dutzende Besucher sehr gefreut, sie nahmen Platz auf einem gut ausgestatteten Anhänger, mit Mitteltisch und sogar Vertiefungen für Kölsch-Gläser. Ein tolles Vergnügen, Alwin Brenner veranstaltete seine beliebten Ausfahrten, Dauer etwa 45 Minuten, auf Feldwegen geht’s munter-schaukelnd über die Hügellandschaft, durch die Wälder, eine spannende Abwechslung, die als besonderes Erlebnis im Gedächtnis bleibt, auch Kinder fuhren gerne mit Elternbegleitung mit.

Auch am Sonntag herrschte noch reges Treiben, der eione oder andere Traktorfahrer trudelte noch nachträglich ein. Unterhaltung durch das Blasorchester Insul, erneut gab es Gelegenheit zum Fachsimpeln, tauschten sich Hobbyfreunde über die nächsten anstehenden Treffen aus. Auch Spiel und Spaß kamen nicht zu kurz, da gab es Geschicklichkeitsfahren, gab es sogar für Kinder einen „Traktor-Kinderführerschein“. Und für den Appetit war bestens gesorgt, ein Dutzend fleißige Helferinnen und Helfer kümmerten sich um den kleinen Hunger und den großen Durst! Leckeres Selbstgebackenes, sogar ein Traktormodell aus Kuchenteig („Fast zu schade zum Aufessen!“) schmückte die Ausgabetheke, an der ein Dutzend Damen sehr aufmerksam bediente.

Im Rahmenprogramm am Samstagabend überzeugte die Band „ThoRoJö“, für jede Menge Spaß bereits am Freitagabend hatte der Fassanstich gesorgt, in nahezu familiärem Charakter feierten die Teilnehmer.

Der Benefizgedanke kam gleichfalls nicht zu kurz, Werkzeuge von Helferorganisatoren, die nach der Flut zurückgelassen wurden und nicht mehr benötigt werden, konnten gegen kleine Spende erworben werden, der Erlös ist für krebskranke Kinder bestimmt, eine prima Idee!.

Die Planung und Durchführung verlangt große Einsatzfreude, alles erfolgt ehrenamtlich. Herzlicher Dank galt allen, die mitgemacht haben, insbesondere auch der Freiwilligen Feuerwehr Schuld mit ihrem Wehrführer Tobias Lussi für die Verkehrssicherung.

Text und Fotos: Werner Dreschers

Auf zum Corso rund um Schuld

Auf zum Corso rund um Schuld Foto: Werner Dreschers

Ein Mercedes-Benz, Baujahr 1941, 5.985 ccm, 125 PS, Gewicht 2,8 to., nur noch selten zu finden, meist sind die Fahrzeuge individualisiert

Ein Mercedes-Benz, Baujahr 1941, 5.985 ccm, 125 PS, Gewicht 2,8 to., nur noch selten zu finden, meist sind die Fahrzeuge individualisiert Foto: Werner Dreschers

Immer beliebt ist der Corso, vorne im Bild ein alter „Eicher“

Immer beliebt ist der Corso, vorne im Bild ein alter „Eicher“ Foto: Werner Dreschers

Fotostrecke

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Mitfahrplätze beim Corso sind recht begehrt

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Willkommen beim Traktor-Club Schuld

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Die Markenvielfalt ist erstaunlich

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
... und das Maskottchen fährt selbstverständlich mit

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Ein echtes Arbeitstier ...

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Alwin Brenner staret zu einer seiner beliebten Traktorrundfahrten

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Über Feld- und Waldwege ...
Schuld war über Pfingsten ein Mekka für Traktorliebhaber

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Schon rechtzeitig vor dem Beginn des Traktorfestes fanden sich zahlreiche Fahrzeuge ein

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Ordentlich in Reih‘ und Glied aufgestellt, bei der hohen Teilnehmerzahl muß jeder Platz gut genutzt werden

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Platz gefunden auf der Ladefläche

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
Der Wohnwagen fährt gleich mit

Foto: Werner Dreschers

Großes Traktorentreffen in Schuld mit über 300 Fahrzeugen und Ausfahrten
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