Bienenzuchtverein Wershofen, Aushang Mai
Imker haben den Blütenrausch der Maienzeit geradezu herbeigesehnt
Wershofen. „Willst Jung und Alt erfreuen mit deiner Blumen Zier“: So klingt die Volksweise, und in der Tat zauberte die Frühlingswärme der vergangenen Tage im wahren Sinn des Wortes „blütenweiße“ Farbtupfer in das frische Grün der Gärten und Wiesen. Die Blüte des Steinobstes hat begonnen. Zusammen mit den sich ausdehnenden sonnengelben Teppichen der Löwenzähne auf den Wiesen erfreut das zunehmende Blühen der Obstbäume und Beerensträucher sowie gegebenenfalls des Rapses auf den Feldern das Herz des Naturbeobachters. Besonders die Imker haben den Blütenrausch der Maienzeit geradezu herbeigesehnt, bietet die Natur nun endlich eine ausgedehnte Bienenweide als Voraussetzung für die erste Honigtracht des Jahres. Die Bienen leisten jetzt Schwerstarbeit mit ihrer wichtigsten Aufgabe im ökologischen Kreislauf der Natur. Nektar und Pollen sind überreich angeboten, können von den Bienen während ihrer Bestäubungstätigkeit gesammelt, in die Stöcke getragen und zum Blütenhonig umgearbeitet werden. Wenn, ja wenn das Wetter mitspielt. Warm muss es werden, und es darf nicht zu viel regnen. Sonst fällt die Blütenhonigernte „ins Wasser“. Der erste saisonale Arbeitshöhepunkt ergibt sich für den Imker daraus, dass ein Bienenvolk nun dem Höhepunkt seiner Entwicklung entgegengeht:
Die Königin steigert ihre Legetätigkeit so sehr, dass die abgelegten Eier/Stifte ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts übersteigen. Darum wird sie ständig von ihren umgebenden Bienen mit „Gelee Royale“, dem sagenhaften „Königinnenfuttersaft“, gefüttert. Bald ist immer mehr Brut im Volk zu pflegen. Bienenlarven und Jungbienen benötigen immer mehr Futter, das nun von den Trachtbienen aus den Blüten in den Stock getragen wird.
Nach der Weiden- und zum Beginn der Kirschblüte füllen die Völker den Stock aus, in dem sie überwintert haben. Darum erweitert der Imker das Raumangebot, indem er ein weiteres „Magazin“ auf die vorhandenen Stockwerke aufsetzt. Er füllt dieses in der Mitte mit ausgebauten Neuwaben aus und ergänzt nach rechts und links mit Mittelwänden (Holzrähmchen mit eingefügter Wachsplatte). Nun kann das Brutnest weiter wachsen, und es ist genügend Stapelraum für Nektar, Pollen und Honig gegeben.
Bernd Kaspers
An den Hinterbeinen der Bienen befinden sich die „Höschen“, in denen sie den Pollen in die Stöcke transportieren können.
Trachtbienen bei der Bestäubung von Kirschblüten.Fotos: Bernd Kaspers
