Allgemeine Berichte | 20.02.2013, 09:23 Uhr

Kampagnenstart „Augen auf!“ gegen Kindeswohlgefährdung

In Koblenz haben der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und die Koblenzer Bürgermeisterin Marie Theres Hammes-Rosenstein gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz Frank Hachemer die Initiative „Augen auf!“ ins Leben gerufen. Foto: privat
65

Rheinland-Pfalz/Koblenz. In Koblenz haben der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und die Koblenzer Bürgermeisterin Marie Theres Hammes-Rosenstein gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer, eine wegweisende Initiative ins Leben gerufen: „Augen auf!“ heißt die Kampagne gegen Kindeswohlgefährdung in Kinder- und Jugendorganisationen und im häuslichen Bereich.

Die Kampagne steuert gleich mehrere Ziele an: Gemeinsam mit Fachkräften und Kooperationspartnern wird ein Leitfaden gegen sexuellen Missbrauch und häusliche Gewalt entwickelt. Betreuende in den im ganzen Land entstandenen und entstehenden Bambini-Feuerwehren mit Kindern im Alter unter 10 Jahren werden durch Aus- und Fortbildung sensibilisiert und aufmerksam auf Situationen und erste Anzeichen gemacht. Auf Landesebene werden Vertrauenspersonen ausgebildet, die als geschulte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner innerhalb des LFV in Fragen der Prävention und des sexuellen Missbrauchs sowie der häuslichen Gewalt Hilfestellung geben.

„Wir haben in Koblenz bereits gute Erfahrungen gesammelt mit unserem Netzwerk gegen Kindeswohlgefährdung“, erklärt die Koblenzer Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein „Es ist wichtig, dass die Menschen, denen Kinder anvertraut werden, in der Lage sind, Anzeichen zu erkennen und wissen, was zu tun ist“.

„Das Wohl unserer Kinder ist eines unserer wichtigsten Güter und damit die Verpflichtung, sie auch vor körperlichen oder seelischen Gefahren zu schützen“, betonte Innenminister Roger Lewentz. Menschen, denen Kinder anvertraut werden, müssten entsprechend sensibilisiert und geschult werden, um Gefahrenpotenziale zu erkennen.

„Wir wollen immer dann bereit sein, wenn jemand konkrete Fragen hat, wenn Vorgänge in den Bambini- und Jugendfeuerwehren einmal fragwürdig sein sollten, wenn gar sexueller Missbrauch vermutet werden sollte oder auch, wenn erste Anzeichen von häuslicher Gewalt vorliegen“, so der LFV-Präsident. Man wolle nicht erst dann reagieren müssen, wenn negative Entwicklungen schon zu weit fortgeschritten seien oder Anlässe erst zum Handeln zwingen.

Außerdem soll eine Selbstverpflichtungserklärung von jeder Betreuerin und jedem Betreuer unterschrieben werden. „Diese Erklärung ist nicht nur eine Verpflichtung für jeden einzelnen. Wir zeigen damit auch den Kindern und Jugendlichen, den Eltern, aber auch potenziellen Tätern und Täterinnen, dass wir ein Auge aufeinander haben und persönliche Grenzen respektieren. Grenzüberschreitung, Kindeswohlgefährdung oder sogar sexueller Missbrauch und häusliche Gewalt werden bei uns nicht toleriert, wir haben stets ein waches Auge auf die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen und sind sensibel“, so die Grundlagen, die durch die Kampagne fest installiert werden sollen.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass die Feuerwehren in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung stehen. Daher sehen wir uns an dieser Stelle auch in einer gewissen Vorbildfunktion“, sieht man beim LFV eine besondere Bedeutung der Initiative.

Die Kampagne findet - wohl auch aus diesem Grund - dabei breite Unterstützung durch die Provinzial Versicherung Rheinland, die Sparkassenversicherung, die Versicherungskammer Bayern und nicht zuletzt auch durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz sowie die Lotto Stiftung und der Förderkreis der Bambini-Feuerwehren.

In Koblenz haben der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und die Koblenzer Bürgermeisterin Marie Theres Hammes-Rosenstein gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz Frank Hachemer die Initiative „Augen auf!“ ins Leben gerufen. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Zukunft trifft Tradition KW 42
Aktionstag am 24.10.26
Innovatives aus Weißenthurm
04-Marktbericht 2026
Empfohlene Artikel
Die Rundtour startet in der Ortsmitte von Schuld und führt zunächst hinauf zu den Schulder Türmchen.  Foto:Dominik Ketz
69

Schuld. Weite Blicke über die Eifelhöhen bis hin zum Siebengebirge, aussichtsreiche Wiesen und Wälder sowie spannende Zeugnisse aus Natur und Geschichte: Der örtliche Rundweg Nr. 6 rund um Schuld, Winnerath und Insul bietet eine abwechslungsreiche Panorama-Tour durch das mittlere Ahrtal. Dabei wechseln sich aussichtsreiche Höhenpassagen mit idyllischen Abschnitten entlang der Ahr ab.

Weiterlesen

Zug der RXX-Linie RE5 im Bahnhof von Remagen. Foto: ROB
72

Köln/Bonn/Koblenz. Die National Express Rail GmbH (NX) startete Ende September auf ihren RRX-Linien testweise mit der Nutzung von Bodycams im laufenden Fahrgastbetrieb. Neben Bildaufnahmen zeichnen die Kameras auch Ton auf. Ziel des einjährigen Pilotprojekts ist es, herauszufinden, ob die sichtbaren Kameras Kundenbetreuende vor Beleidigungen, Bedrohungen und körperlichen Übergriffen schützen können.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Man traf sich vor der Kirche, um „unter Tage“ zu gehen.
209

Es ging ganz tief nach unten...

Kolping-Mitglieder wurden zu „Kellerkindern“

Lahnstein. Es ging dahin, wo die meisten noch nie waren: In die ehemalige kurfürstliche Salkellerei unter der Hochstraße in Oberlahnstein. Die Salkellerei unter der ehemaligen Druckerei Schickel gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Exkursion war fast geheim, grundsätzlich nur Kolping-Mitgliedern vorbehalten, „denn wir wollten nicht, dass halb Lahnstein im Untergrund verschwindet“, so Benedikt Hanke aus dem Kolping-Sprecherteam mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Von Thomas Schneider aus Lahnstein

Weiterlesen

An der Swisttalhütte Holzweiler
640

Eifelverein Remagen unterwegs

Grafschafter Wald und Dernauer Weinberge

Remagen/Marienthal. Bei herrlichem Wanderwetter startete die Wandergruppe in der Nähe des Marienthaler Klosters die 13 Kilometer Tour. Relikte des ehemaligen Regierungsbunkers und auch die Gedenkstätte Lager Rebstock informierten nachdenklich über Deutschlands jüngste Vergangenheit. Dem Kratzenbach folgend und dem anschließenden Tal erreichte man das sogenannte Holzweiler Kreuz. Nun von Waldwegen...

Von Eifelverein Remagen aus Grafschaft-Ringen

Weiterlesen