Allgemeine Berichte | 01.10.2014

Arme Kreaturen suchen ein liebevolles Zuhause

Katzenschutzfreunde stellten 100 Tiere sicher

Verein hat Kapazitätsgrenzen erreicht und schon Tausende Euro für die ärztliche Versorgung bezahlt

Gesund und zutraulich sind die meisten jungen Katzen, die von den Tierfreunden sichergestellt wurden. Repro WM

Kreis Ahrweiler. Mitglieder der Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel trauten ihren Augen kaum, als sie in der vergangenen Woche von Nachbarn alarmiert wurden. In einem gerade mal 120 Quadratmeter großen Haus im Kreis Ahrweiler waren Katzen untergebracht, große. kleine, gesunde und lebensgefährlich erkrankte. Erst ein paar, dann immer mehr stellten die Katzenfreunde unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Andrea Brezina sicher. Tag für Tag durchsuchten die Tierfreunde das Haus, wobei sich das dort lebende Ehepaar kooperativ zeigte, wie Vorstandsmitglied Susanne Kanera einräumte. Das Kreisveterinäramt begleitete diese Aktion und stellte in Aussicht, dass offiziell der Verein unterstützt werde. Es blieb nicht bei den anfangs 69 Katzen, was die erste Zählung ergab. Inzwischen entdeckten die Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des Kreises unter Treppenabsätzen und in den entlegensten Winkeln des Hauses weitere Katzen.

Fast hundert Tiere sind es inzwischen. Wohin mit den vielen Findlingen? Die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel haben ein Dutzend Pflegefamilien, wo gefundene Tiere aufgenommen, medizinisch betreut, bei Bedarf aufgepäppelt und dann in gute Hände vermittelt werden. Aber eine solche Zahl, das hatte der Verein noch nicht erlebt, erzählte Andrea Brezina. „Den Leute ist das wohl über den Kopf gewachsen. Erst ein paar Tiere, dann vermehrten sich die unkastrierten Katzen, und die Besitzer haben Übersicht und Kontrolle verloren. Wir hoffen, dass die Leute ein Tierhalteverbot bekommen. Aber damit haben wir das akute Problem ja nicht gelöst“, standen die Katzenschutzfreunde recht überfordert da. Spontan haben sich einige Familien des Vereins zusätzlich bereit erklärt, einige Tiere aufzunehmen - aber eben nur befristet.

Andrea Brezina und Susanne Kanera schüttelten die Köpfe: „Aus diesem Haushalt haben wir bisher fast 100 Tiere geholt. Zwei waren tragend. Einige Babies waren in der Schimmelbude schon vorher gestorben. Eine Mutter hatte vier Babies, zwei davon mussten wegen Nabelbrüchen gleich notoperiert werden, sie schwebten in Lebensgefahr. Eine Mutter mit sechs Kindern müssten wir dringend an Tierfreunde vermitteln, unsere Kapazitäten sind erschöpft.“ Ein alter Perserkater, etwa 14 Jahre alt, hatte ein so verfilztes Fell, dass er nicht mehr laufen konnte und nur die Tierärztin ihn versorgen konnte. Er habe bestimmt seit zwei Jahren Kot und Urin in seinen Haaren aufgenommen. „Allein in meinem Haus habe ich nun 28 Katzen. Was die Leute da gemacht haben, nennt man Animal Hoarding, krankhaftes Halten von Tieren. Wir versuchen jetzt händeringend, Aushilfspflegestellen zu bekommen oder die Tiere zu vermitteln“, berichtete Andrea Brezina. Manche Katzen sind krank mit Durchfall, Schnupfen oder sind sehr schüchtern, weil sich nie jemand um sie richtig gekümmert hat. Die Katzen sind jetzt erst mal kastriert und gechippt,

dass man sie überhaupt auseinanderhalten kann. Die Tiere, die vermittelt werden, sind alle gesund, geimpft, gechippt.

„Wir gehen davon aus, dass es noch mehr Tiere waren, denn einige Katzen hatten erst vor kurzem Babies zur Welt gebracht. Nachbarn hatten beobachtet, dass das Ehepaar in letzter Zeit Tiere aus dem Haus gegeben hatte. Doch wir müssen jetzt Lösungen finden. Das Traurige ist, dass Tierschutzorganisationen nicht helfen aufzunehmen. Wir haben immer geholfen, egal wo Not war. Das Tierheim Andernach hat ganze drei Katzen übernommen, die haben wir auf unsere Kosten chippen und kastrieren lassen“, vermisste Andrea Brezina Unterstützung. Wer den Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel in dieser prekären Situation helfen will mit Futter, Geldspenden oder einer lieben Aufnahme der Katzen, sollte sich umgehend melden. Einige Tausend Euro Kosten haben die Kasse des Vereins arg gebeutelt, die Pflegefamilien sind am Ende ihrer Kapazitäten. Kontakt: Andrea Brezina, Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel, 02646/915928, info@katzenschutzfreunde.de, Bankverbindungen Konto: 416125800, BLZ 57761591,

BIC: GENODED1BNA,

IBAN: E61577615910416125800. Ganz dringend gebraucht werden Sach- und Geldspenden und vor allem ein neues Zuhause für die armen Tiere. WM

Von den Katzenbabies sind einige unterernährt, sie werden jetzt aufgepäppelt. Repro WM

Von den Katzenbabies sind einige unterernährt, sie werden jetzt aufgepäppelt. Foto: Repro WM

Gesund und zutraulich sind die meisten jungen Katzen, die von den Tierfreunden sichergestellt wurden. Repro WM

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