Allgemeine Berichte | 03.02.2015

Erich-Klausener-Gymnasium Adenau

Lebendige Erinnerung an den Holocaust

Holger Banse las vor Schülern aus seiner Biographie über Rachel Grünebaum „Mein Leben nach Auschwitz“. privat

Adenau. Am 27. Januar 2015 jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal. Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Der 27. Januar ist also ein „DenkTag“: Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft. Roman Herzog richtete bei der Einrichtung des 27. Januar als Gedenktag vor allem einen Appell an die Schulen, sich ihrer erzieherischen Verantwortung bewusst zu sein und den Tag zu einem wirklichen Nachdenken zu nutzen. So hatte das Erich-Klausener-Gymnasium seine zehnten Klassen und die Geschichtsleistungskurse der Oberstufe zu einer Lesung eingeladen. Holger Banse, der die Lebensgeschichte von Rachel Grünebaum, einer Überlebenden von Auschwitz, in dem Buch „Mein Leben nach Auschwitz“ aufgeschrieben hat, las in der Komturei vor knapp 100 Schülerinnen und Schülern aus der Biographie der Rachel Grünebaum.

Diese beginnt nicht in Auschwitz und endet nicht in Bergen-Belsen. Die Trauer um die Vernichtung ihrer Familie und die eigenen Erlebnisse während des Holocaust prägten sie. Rachels fast trotziger Wille zum Leben aber lässt sie in Rumänien, dann in Israel und schließlich im Rheinland immer wieder neu beginnen. So beschreibt das Buch gerade auch in der Zeit nach 1945 ein jüdisches Leben im eben gegründeten Staat Israel und im Rheinland in der Zeit nach Krieg und Shoah. Die Erzählung ist eingebettet in historische und geografische Fakten und wird ergänzt durch den Einblick in die religiöse Tradition einer jüdisch orthodoxen Familie in Osteuropa. Aufmerksam verfolgten die Besucher die einzelnen Stationen im Leben der Rachel Grünebaum: Die Jugend in Rumänien, Ghettoisierung, Gefangenschaft in Auschwitz, Zwangarbeit in Gelsenkirchen und Essen, Gefangenschaft in Bergen-Belsen, Befreiung, Auswanderung nach Israel und viele Jahre in Köln und Umgebung. Im Anschluss beantwortete Herr Banse Fragen nach der Person Rachel Grünebaums und der Entstehungsgeschichte des Buches. Am Ende mahnte Herr Banse mit Blick auf die islamophobischen Demonstrationen in Dresden an, dass man auch noch im 21. Jahrhundert ankämpfen muss gegen jegliche fremdenfeindlichen Stimmungen in der Gesellschaft.

Holger Banse las vor Schülern aus seiner Biographie über Rachel Grünebaum „Mein Leben nach Auschwitz“. Foto: privat

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