Allgemeine Berichte | 09.08.2013

Kann Internet-Liebe im wahren Leben bestehen?

Lovestory per Mausklick?!

Wie denken Sie darüber, liebe Leserinnen und Leser?

Lovestory per Mausklick?!

Region. Worüber vor einigen Jahren bei Nachbarn, Kollegen und Freunden die noch Nase verächtlich gerümpft wurde, ist im Jahr 2013 vollkommen normal: Liebe via Internet. Auf zahlreichen Plattformen lässt es sich wunderbar suchen, finden und flirten. Man lernt sich in Chats und Foren kennen, trifft sich, beschnuppert einander und im Idealfall macht es „klick“ - und ein gemeinsames Leben beginnt. Aber ist das vielleicht mehr Wunschdenken als Realität? Kann man sich über das Internet tatsächlich und richtig verlieben? Und wenn ja, hat eine solche Beziehung eine Zukunft? Und wo liegen die Stolperfallen für die Liebe via Klick?

Mal ehrlich, wie viele Beziehungen entstehen heute noch im Kirmeszelt, am Supermarktregal oder auf der Geburtstagsparty der besten Freundin? Die zeitgemäße Antwort auf der Suche nach der großen - und auch der kleinen - Liebe finden mehr und mehr Menschen im Internet. Business-Foren, Video-Chat, Social-Media-Plattformen und natürlich auch Singlebörsen werden zunehmend zum Ort des Geschehens in Sachen Liebe. Im Web gibt es zahlreiche Wege zur neuen Flamme, auch für die, die gar nicht aktiv auf der Suche nach ihr sind, denn so manch einen erwischt es ganz unerwartet und eher „nebenbei“.

Doch egal, welche Route Amors Pfeile genommen haben, und um es vorweg zu nehmen: Ja! Internet-Liebe kann funktionieren. Genau so gut und genau so schlecht wie andere Beziehungen auch. Hängt doch das Gelingen einer Partnerschaft von den Menschen selbst ab und nicht davon, wie sie sich kennengelernt haben.

Liebe zwischen Bits und Bytes

Ein Patentrezept zum Gelingen von Verbindungen, die online ihren Anfang genommen haben, gibt es natürlich nicht. Den richtigen Weg und das richtige Tempo muss jedes Paar für sich selber definieren. Sind die einen eher von der schnellen Truppe und möchten möglichst schnell eine Realitätsprüfung haben, um zu sehen, ob sich hinter den charmanten Worten und den frechen Grübchen auf dem Foto wirklich Mr. Perfect verbirgt, lassen die anderen es lieber langsam angehen, tasten sich Mail für Mail und Chat für Chat einander an. Generell gilt: Erlaubt ist, was beiden gefällt und gut tut.

Und dass es möglich ist, sich im Word Wide Web zu verlieben, glauben auch Zweifler spätestens dann, wenn sie selbst den Ausnahmezustand ausrufen, vor dem niemand wirklich sicher ist. Dann läuft das Kopfkino in Endlosschleife, Essen, Trinken, Schlafen wird vor dem Bildschirm absolviert, minütlich werden sämtliche Postfächer abgerufen oder das Handy liegt permanent in Sichtweite, um eventuell eingehende SMS nicht zu versäumen.

Adonis trifft Zaunkönigin

Nun ist Flirten das eine, Beziehung zu gestalten aber etwas ganz anderes. Und wer das Online-Geschehen auf reale Füße stellen möchte, der sollte nicht zu lange zögern, auch den nächsten Schritt gehen: das Treffen im wirklichen Leben. Chat, Mails, SMS oder auch Skype können bei allem, was sie ermöglichen, schließlich den direkten Draht zwischen zwei Menschen nicht dauerhaft ersetzen. Ist der Computer ausgeschaltet, ist der andere weg. Den Alltag mit seinen Entscheidungen, seinen Ängsten, Ärgernissen und Freuden erlebt man alleine - und manche auch einsam. Wirkliche Nähe bedarf einfach mehr. Auch Gefühle lassen sich online nicht immer ideal transportieren und auch Missverständnisse bei einer ausschließlichen Kommunikation via SMS und Mail bei allem Idealismus vorprogrammiert.

Ist es dann tatsächlich so weit, lautet das oberste Gebot beim ersten realen Treffen - so schwer das auch fallen mag -, die eigenen Erwartungen nicht zu hoch setzen und offen sein für das Gegenüber, auch wenn man das Gefühl hat, sich schon in- und auswendig zu kennen. Web ist Web und Realität ist Realität. Hier es natürlich von Vorteil, wenn im Vorfeld nicht geschummelt wurde, der „muskulöse Adonis“ kein tapezierter Knochen und die „zarte Zaunkönigin“ keine XXL-Dame ist. Solche Erlebnisse bekommen dann bestenfalls einen Platz in der Anekdotenkiste - mit der Liebe war es das dann aber in aller Regel erst mal. Also besser im Vorfeld bei der Wahrheit bleiben, dann hat man beim ersten Date gute Karten.

Was meinen Sie dazu?

Und wie sehen Sie das, liebe Leserinnen und Leser? Finden Sie auch, dass wirkliche Liebe und eine glückliche Beziehung im Internet sehr wohl ihren Anfang nehmen können? Oder stehen Sie dem eher skeptisch gegenüber? Vielleicht haben Sie sich ja auch schon mal online verliebt? Oder gehören Sie zu den Menschen, die Pech hatten und mit einer vermeintlichen Internet-Liebe schlechte Erfahrungen gemacht haben? Waren sie mit „Typ: Robert Redford“ verabredet und vor Ihnen stand dann Zwergnase? Oder haben Sie sich auf eine „barocke Rubensfrau“ gefreut, aber stattdessen mit einer kleinen, scheuen Maus mit Kleidergröße 34 einen Kaffee getrunken? Erzählen Sie uns von Ihrer ganz persönlichen Lovestory per Klick. Wir freuen uns auf Ihre Post. Schreiben Sie einfach an: blick-aktuell@kruppverlag.de und teilen Sie uns auch kurz mit, ob wir Ihre Meinung veröffentlichen dürfen.

Die Auswahl im Internet ist mit Sicherheit groß, aber was erfährt man tatsächlich über den einzelnen Menschen. Foto: R. Sturm pixelio

Partnersuche im Internet kann natürlich helfen, Hemmschwellen abzubauen. Foto: A. Joujou pixelio

Eine Email ist schnell geschrieben - hat sie auch die gleiche persönliche Note wie ein handgeschriebener Brief? Foto: D. Schütz pixelio

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