Allgemeine Berichte | 19.04.2013, 08:00 Uhr

Auslandshilfeteam des DRK-Kreisverbands Ahrweiler

Mit mehr als elf Tonnen Hilfsgütern in die Ukraine

Mitglieder des Auslandshilfeteams des DRK-Kreisverbands Ahrweiler mit Mitgliedern des ukrainischen Roten Kreuzes und der Zollbeamtin (im Vordergrund).privat
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Region. Am Freitag vor der Karwoche startete das Auslandshilfeteam des DRK-Kreisverbands Ahrweiler wieder einmal einen Hilfsgütertransport in die Ukraine. Im Einsatz waren 3 LKW 7,5 to, zwei mit PKW-Tandemanhänger und ein Kleinlaster mit PKW-Anhänger sowie ein Kleinbus mit dem persönlichen Gepäck. Die Transporteinheiten waren mit 16 Krankenhaus-Pflegebetten, zwei Kinderpflegebetten, Nachttischen, einer Großküchenmaschine, einer Kartoffelschälmaschine, 84 Schultischen und 166 Stühlen, einem Großkopierer, einem Klavier für den Musikunterricht in Schulen, Matratzen, Toilettenstühlen, Rollatoren, Badewannen-Liftern, Kinderspielzeug und vor allem Bekleidung aller Art beladen. An dieser Stelle sei vor allem den Spendern gedankt, die dies alles zur Verfügung gestellt haben. Die Transportmannschaft unter Leitung des stellvertretenden DRK- Kreisvorsitzenden Bernd Schricker, bestehend aus zehn Fahrern und einer Hilfskraft, erlebte auf der Fahrt, beginnend mit Sonnenschein jede Art von Wetterformen. In Polen herrschte stellenweise starker Schneefall. Zudem herrschten zweistellige Minustemperaturen. In der Ukraine wurde der Schnee über die Straße geweht, der dann sofort auf der Fahrbahn zur Eisglätte führte. Rundherum salzverkrustet kamen die Fahrzeuge am Zielort Luts’k an. Obwohl nur eine Grenzkontrolle zu passieren ist, ist dieses Verfahren sehr umständlich. Denn nach dem Passieren der ukrainischen Grenze müssen alle Hilfsgüter zunächst am Zielort auf dem regionalen Zollhof abgestellt werden. Es beginnt ein weiteres Prüfverfahren. Erst, wenn alle Dokumente ein zweites Mal überprüft wurden, werden die Güter in einem städtischen Zolllager unter Aufsicht eines Zollbeamten in einer Halle entladen, deren Tor anschließend nochmals versiegelt wird. Später werden die Güter nach und nach dem Ukrainischen Roten Kreuz, das für die Verteilung der Güter zuständig ist, überlassen. Die Güter werden dann an die regionalen Krankenhäuser, Kinderheime, Seniorenstationen, Kleiderkammern, Schulen und Kindergärten verteilt. Während des weiteren Aufenthalts stand ein Besuch der regionalen Zahnklinik auf dem Programm. Hier erhalten die Patienten eine kostenlose Grundversorgung. Die Klinik hinterließ einen sehr gepflegten Eindruck. Auch die Besichtigung eines Dorfes, 40 km von Luts’k entfernt, mit einer Gemeinde-Sozialstation, zuständig für die Erstversorgung der Bevölkerung und einer Sekundarschule war sehr eindrucksvoll. Die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich.

Kurz vor Erreichen des Ortes türmten sich rechts und links der Straße zweieinhalb Meter hohe Schneewände, verursacht durch Schneewehen, auf. Ein Begegnungsverkehr war fast nicht möglich. Der Empfang in der Schule war sehr herzlich. Nach einer Führung durch die einzelnen Klassen, die zeigten, dass das Sammeln weiterer Schulmöbel und Wandtafeln angebracht ist, bedankten sich die Schüler und Schülerinnen durch einige musikalische Vorführungen. Die Delegation bedankte sich bei den Kindern mit Süßigkeiten. Beim Besuch des Distrikt-Krankenhauses in Kovel, 60 km nordöstlich von Luts’k, das mit sehr vielen deutschen Pflegebetten ausgerüstet ist, erläuterte der Hauptarzt, der zwei weiteren Krankenhäusern im Bezirk vorsteht, dass es trotz aller Bemühungen weiterhin an Ausstattung wie Mobiliar, Untersuchungsliegen, Schreibtischen etc. fehlt. Insgesamt ist das Krankenhaus auch schon mit sehr modernen medizinischen Untersuchungsgeräten ausgerüstet. Die Besuche solcher Einrichtungen dienen der Überprüfung, dass ehemals gelieferte Güter dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden und zum anderen dazu, den Bedarf der künftig zu liefernden Materialien zu ermitteln. Wie bei jedem der Aufenthalte konnte das Auslandshilfeteam wiederum die herzliche Gastfreundschaftlichkeit der ukrainischen Gastgeber erfahren. Außerdem wurde ein Termin für die Einladung von etwa 20 ukrainischen Kindern für einen Wochenaufenthalt durch den DRK-Kreisverband Ahrweiler angeboten, der noch seitens des ukrainischen Roten Kreuzes geprüft werden muss.

Außer den privaten Spendern von Bekleidung und anderen Hilfsgütern für diesen Transport dankt das Auslandshilfeteam besonders dem Seniorenzentrum in Weibern, dem Gesundheitszentrum in der Brohltal-Apotheke in Niederzissen, dem Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr und dem Peter-Joerres-Gymnasium für deren großzügige Unterstützung.

Das Auslandshilfeteam führt jährlich zwei Transporte in die Ukraine durch. Zwei weitere Transporte gehen nach Bosnien und Herzegowina. Für die Koordination aller Transporte zeichnen Werner Borchert, Rotkreuzbeauftragter des DRK-Kreisverbands Ahrweiler (Tel. 02641/978015) und Bernd Schricker, Ortsvereinsvorsitzender des DRK Weibern und stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Ahrweiler (Tel. 02655/2536) verantwortlich. Die gesammelten Güter werden in einem Lager in Ahrbrück, das die „Brohler Wellpappe“ kostenlos zur Verfügung stellt, zwischengelagert. Deswegen werden die Spender von Bekleidung gebeten, diese in Kartons zu verpacken, damit sie im Lager und beim Transport fachgerecht gestapelt werden können. Etwa fünf Tage vor dem Transport werden die Güter auf die Lkw verladen. Die Spender der Güter müssen diese nicht zum Lager bringen. Nach vorheriger Absprache werden die Güter beim Spender abgeholt. Der nächste Transport findet Ende Juli/Anfang August nach Bosnien und Herzegowina statt.

Mitglieder des Auslandshilfeteams des DRK-Kreisverbands Ahrweiler mit Mitgliedern des ukrainischen Roten Kreuzes und der Zollbeamtin (im Vordergrund).Foto: Foto: privat

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