Führungswechsel beim Schießsportverein Adenau
Nach über 40 Jahren macht Korden Schluss
Adenau. „Ein langjähriger Kapitän übergibt das Ruder an eine jüngere Mannschaft“, betonte der neu gewählte Stellvertretende Vorsitzender des Schießsportvereins Adenau, Rolf Müller, bei der Jahreshauptversammlung auf dem Schießstand in der Winsendell. Seine Worte waren an Karl-Heinz Korden gerichtet, der den Vorsitz des ältesten Vereins in der Region über 40 Jahre innehatte. Unter seiner Führung waren viele Schützen in den verschiedenen Disziplinen erfolgreich. Sie nahmen sogar an deutschen Meisterschaften teil. Vereinsinterne Veranstaltungen wie Westernschießen mit Schwarzpulver in Kurz- und Langwaffen, das Schießen für Jedermann sowie geselliges Grillen für alle Mitglieder samt Familie rief er ebenfalls ins Leben.
Legendär waren auch die Neujahrsfeiern, die auf der Hütte in der Winsendell stattfanden. „Du hast Maßstäbe gesetzt, die schwer zu erreichen sind, die es aber gilt anzustreben zum Wohl der rund 40 Mitglieder des Vereins“, gab Rolf Müller Karl-Heinz Korden, der aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abgab, mit auf den Weg. Außer dem Vorsitzenden wurde der komplette Vorstand neu gewählt. So leiten die nächsten zwei Jahre die Geschicke des Vereins als Vorsitzender Dr. Friedhelm Lieder, als Stellvertreter Rolf Müller und Josef Laux, als Schießwart Günter Wagner, als Schatzmeister Andreas Bodmer sowie als Schriftführer Heinz Römer.
Der Verein nahm 1892 offiziell den Schießbetrieb auf. Die Kyffhäuserschützen verfügten über eine stolze Zahl an Mitgliedern, die innerhalb des Stadtgefüges beliebt und geachtet waren. Mit der Zeit kristallisierten sich bei den Adenauer Schützen Talente und erfolgreiche schießsportliche Mitglieder heraus, denen die sportliche Betätigung, die der Kriegerverein bot, nicht mehr ausreichte. So scharten sie sich 1925 um den damals wohl bekanntesten und erfolgreichsten Schützen Michael Martini und gründeten den Kleinkaliber-Schützenverein Adenau. Zur gleichen Zeit wurde auch in der Winsendell der Schießstand eingerichtet. Der KKS trainierte mit steigendem Erfolg, sodass zu den Wettkämpfen recht weite Reisen unternommen werden mussten. Der Erfolg konnte sich sehen lassen, so war der größte Erfolg in den dreißiger Jahren in beiden Anschlagarten das Erringen der Bezirksmeisterschaft.
Zur gleichen Zeit wurde Karl Laux Jungschützenmeister. Michael Martini schaffte es mehrere Jahre hintereinander, die Rheinlandmeisterschaft zu erringen. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg formierte sich die Kyffhäuserkameradschaft neu. Der Kriegerverein nahm die ersten sportlichen Aktivitäten auf, diese waren jedoch nicht von langer Dauer, sodass die Büchsen kurze Zeit später in der Winsendell wieder verstummten. Jetzt ergriff die Reservistenkameradschaft Adenau die Gelegenheit und kaufte die bescheidene Anlage der Kyffhäuserkameradschaft ab, nahtlos schloss sich die Gründung des Schießsportvereins 1968 an. Der Stand in der Winsendell entsprach beileibe nicht den heutigen Sicherheitsanforderungen. So musste, bevor die ersten sportlichen Aktivitäten gestartet werden konnten, noch einiges investiert werden, genauso wie im vergangenen Jahr, als ein Baum auf die Kugelfanganlage stürzte, die total zerstört wurde. Hier hat der Verein auch investiert.
Einige Mitglieder haben in etlichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden einen neuen Kugelfang aufgebaut, damit der älteste Verein der Region auch weiterhin in der Winsendell seinen sportlichen Aktivitäten nachgehen kann.
Der langjährige Vorsitzende des Schießsportvereins, Karl Heinz Korden, der über 40 Jahre den Vorsitz hatte, übergab sein Amt an Dr. Friedhelm Lieder.
