Dreikönigstreffen der KAB Reifferscheid/Rodder
Ortsverband hat wieder sich Großes vorgenommen
Reifferscheid. Zur Jahreshauptversammlung hatte der Ortsverbandsvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Peter Kaiser eingeladen. Zur Begrüßung bedankte sich Kaiser für die überaus große Beteiligung, denn mehr als die Hälfte der Mitglieder war gekommen, um am Sonntag des Dreikönigstags in gemütlicher Runde Rückblick auf das vergangene Jahr, aber auch Vorschau auf das kommende Jahr zu halten.
Der KAB-Ortsverband Reifferscheid/Rodder ist auch im 52. Jahr seines Bestehens noch überaus aktiv, das zeigte auch der Rückblick 2014. In Erinnerung blieb die Veranstaltung am 13. März „Made in China“: Hier war die Teilnehmerin Frau Herudek vom Arbeitskreis „Keine Partnerschaft ohne Sozialstandard“ ins katholische Pfarrheim Reifferscheid gekommen. Sie hatte die Region von Fujian im Osten Chinas besucht und zeigte einen beeindruckenden Film über die Arbeitsbedingungen sowie über die Arbeit der sogenannten „Gewerkschaften“. Unter anderem müssten in einer Fabrik Näherinnen unter widrigsten Umständen 14 bis 16 Stunden am Tag für einen ganz geringen Lohn arbeiten. Die „Gewerkschaften“ in China seien staatlich gelenkt, stünden überwiegend für das Interesse der Arbeitgeber ein, Aufstände und Forderungen der Arbeiter würden niedergemacht, so Referentin Herudek.
Am 9. Mai machten sich „Mit der Bibel im Rucksack“ Kinder und Anverwandte aus der Kindertagesstätte Reifferscheid in Kooperation mit der KAB sowie dem Bezirkssekretär Martin Mohr auf zu einer Wanderung mit religiösem Impuls. An mehreren Haltestellen wurden Gebete und Texte vorgetragen sowie Lieder gesungen. Die alte Kapelle „Holl Jass“ am Ortseingang von Reifferscheid war das Ziel. Dort gab es dann auch einen kleinen Imbiss zur Stärkung.
Im September erwischten die KAB und die Frauengemeinschaft Reifferscheid einen beeindruckend schönen Tag, um zusammen in die romantische Stadt Heidelberg zu fahren. Dort machte man einen geführten Stadtrundgang, eine Besichtigung des Schlosses sowie eine Schifffahrt auf dem Neckar - „Wiederholung erwünscht“, so der Tenor der Mitfahrer.
Den Glauben zur Sprache brachte das theologische Tagesseminar am 22. September mit der Referentin Frau Hauröder. Die gut besuchte Veranstaltung mit dem Thema „Kurzformeln des Glaubens“ brachte die Teilnehmer in theologischer und spiritueller Hinsicht dem Glauben an Gott näher. Ein solches Seminar soll im Herbst als Abendveranstaltung mit einem anderen interessanten Thema wiederholt werden.
Anfang Oktober stand die Studienfahrt nach Hamburg zum Thema „Sinnvoll leben in einer Großstadt“, in Zusammenarbeit mit dem Bezirks- und Diözesanverband der KAB, auf dem Programm, auch Mitglieder des Ortsverbands waren mit von der Partie und berichteten von der eindrucksvollen, interessanten und schönen Fahrt.
Am vierten Advent beim Weihnachtsbasar der Frauengemeinschaft nahm man ebenfalls wieder teil und konnte ein gutes Ergebnis beim Verkauf von Fairtrade-Produkten vorweisen.
Im anschließenden Kassenbericht und der Kassenprüfung ergaben sich keine Fragen oder Einwände, sodass die Mitglieder die Entlastung des Vorstands beschlossen.
In der Zwischenzeit trafen die Sternsinger der Pfarrei Reifferscheid ein und bedankten sich für die großzügige Spende der KAB, sowie eine kleine Spende für die Messdiener-Kasse.
Für das Jahr 2015 sind verschiedene Veranstaltungen geplant: im Frühjahr „Mit der Bibel im Rucksack“ (Kooperationsveranstaltung KAB und Kindertagesstätte Reifferscheid), im Herbst „Den Glauben zur Sprache bringen“, ein theologisches Seminar („Kurzformeln des Glaubens“) im katholischen Pfarrzentrum Reifferscheid als Abendveranstaltung.
Darüber hinaus sind Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie dem Mindestlohn und dem Freihandelsabkommen TTIP geplant: Die Einführung des Mindestlohnes von 8,50 Euro hat seit Januar begonnen, die KAB fordert eine dynamische Anpassung dieser Löhne. Der Mindestlohn gefährde auch nicht den wirtschaftlichen Aufschwung. Das Gegenteil sei der Fall, denn mehr Geld in der Lohntüte bedeute auch mehr Kaufkraft, und davon profitiere gerade die Wirtschaft.
Die KAB setzt ebenfalls ein deutliches Signal gegen das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa. Bei den Verhandlungen wurde von Beginn an die Öffentlichkeit nicht beteiligt, die Vertragsdokumente wurden nicht offen gelegt. TTIP bedeute eine Einschränkung der Demokratie, Verlust an Lebensqualität durch verwässerte Lebensmittelstandards, ein Abbau der öffentlichen Daseinsvorsorge und kultureller Angeboten. Massentierhaltung und Monokulturen in der Landwirtschaft würden begünstigt. Großkonzerne sollen in diesem Vertrag die Möglichkeit bekommen, Regierungen zu verklagen, um Schadenersatzforderungen zu begleichen. Die Bürgerinitiative „Stoppt TTIP“ hat innerhalb von zwei Monaten mehr als eine Million Unterschriften gesammelt - 320 Verbände aus 24 EU-Mitgliedsstaaten sind im Widerstand organisiert. Eine Veranstaltung zu diesem Thema ist in Kürze geplant.
„Sing mit der KAB“, auch unter diesem Motto ist eine musikalische Veranstaltung geplant, vorgesehen ist, in gemütlicher Runde die schönen alten Heimat- und Volkslieder unter musikalischer Begleitung eines Akkordeonspielers zu singen. Eingeladen, wie zu jeder Veranstaltung, sind natürlich alle Mitglieder und alle Interessierten.
Zum Schluss freute sich der Vorsitzende Peter Kaiser über den Zugang von zwei neuen Mitgliedern im Ortsverband Reifferscheid/Rodder.
Weitere neue Mitglieder sind herzlich willkommen, im moderaten Mitgliedsbeitrag sei auch eine Vertretung in arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Fragen enthalten, so Kaiser. Nähere Informationen zur Arbeit der KAB oder zur Mitgliedschaft unter Tel. (0 26 91) 17 87 und im Internet unter www.kab-trier.de.
Weit mehr als die Hälfte der Mitglieder war gekommen.

Die KAB macht einfach eine klasse Arbeit, setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. Ein sehr guter Artikel!