DRK Landesverband Rheinland-Pfalz
Rainer Kaul als Präsident des DRK im Amt bestätigt
Gleichzeitig wurden viele Helferinnen und Helfer aus Flüchtlingsunterkünften geehrt
Neuwied/Simmern. Die Landesversammlung des DRK Ende Oktober in Simmern im Hunsrück stand unter einem ganz anderen Stern als in den Vorjahren. Sie war von der Notwendigkeit geprägt, Tausende von Flüchtlingen zu versorgen und zu betreuen, die auch nach Rheinland-Pfalz gekommen sind. Weitere werden kommen. Am Nachmittag wählten die rund 500 Delegierten den neuen Vorstand. Der Neuwieder Landrat Rainer Kaul wurde in seinem Amt als Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz bestätigt. Daneben beschlossen die Delegierten einstimmig eine neue Satzung. „Eigentlich haben die stimmberechtigten Mitglieder und Delegierten der Landesversammlung gar keine Zeit, um heute nach Simmern zu kommen, weil sie alle vor Ort gebraucht werden, weil sie dort buchstäblich rund um die Uhr im Einsatz sind. Umso größer ist die Dankbarkeit des Landesvorstands, dass die vielen aktiven Rotkreuzler dennoch heute gekommen sind, um die Weichen für die kommenden fünf Jahre zu stellen“, sagte Rainer Kaul bei seiner Begrüßungsrede. Entgegen den sonst üblichen protokollarischen Regeln begrüßte er auch als allererstes die vielen im Saal anwesenden Helferinnen und Helfer, die sowohl ehrenamtlich als auch hauptamtlich tätig sind. „Ihr Einsatz ist großartig und vorbildlich. Wir sind stolz auf Sie. Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen“ sagte Kaul und ergänzte: „derzeit wird das alles in den Schatten gestellt von dem, was zur Zeit zur Versorgung und Betreuung der vielen Tausend Flüchtlinge geleistet werden muss.“ Kaul betonte ausdrücklich die Wichtigkeit der aktuellen Hilfe und räumte ein, dass das DRK derzeit an die Grenzen seiner Kapazität und die Belastungsgrenze der Leute gelangt ist und diese zum Teil auch schon überschritten wird. Das DRK betreibt 17 Erstaufnahmeeinrichtungen mit ihren ergänzenden provisorischen Zeltcamps sowie die vom DRK betreuten kommunalen Notunterkünfte mit zusammen über 10.000 Plätzen. Bezirksverband Koblenz: Birkenfeld 980, Bad Kreuznach 230, Diez 880, Flughafen Hahn 650, Koblenz 300, Neuwied 100, Ruppach-Goldhausen 250, Daaden (Stegskopf) 1.500 (geht voraussichtlich nächste Woche an den Start). Bezirksverband Trier: Bitburg 1.484, Hermeskeil 765, Trier 300. Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz: Alzey 420, Ingelheim 420, Kusel 680, Ludwigshafen 160, Speyer 395, Zweibrücken 500. Zusammen gleich 10.014 Plätze. Insgesamt sind aktuell mehr als 700 ehrenamtliche und rund 260 hauptberufliche Mitarbeitende allein in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Rheinland-Pfalz und den kommunalen Notunterkünften tätig. Hinzu kommen die unzähligen Hilfsdienste von Rotkreuzlern in den Städten und Gemeinden, die sich in ihren jeweiligen Wohnorten Tag für Tag bis an die Belastungsgrenze für die Flüchtlingshilfe engagieren. „Der Einsatz unserer Leute ist großartig und die Zusammenarbeit auf den verschiedenen Ebenen ist vorbildlich. Unsere Kreisverbände und Ortsvereine haben keinen Moment gezögert und arbeiten gemeinsam mit dem Landesverband seit dem ersten Tag Hand in Hand zusammen“, merkte Kaul an. Der Präsident gab sich zuversichtlich, dass die vor dem DRK liegenden Herausforderungen, nicht nur in der Flüchtlingsarbeit, sondern auch auf den vielen Feldern der Sozial-, Jugend-, Gesundheits- oder Behindertenarbeit gemeinsam gemeistert werden können. Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Landtagspräsident Joachim Mertes, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sowie David Langner, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz. Seiters dankte den ehrenamtlichen und hauptberuflichen DRK-Mitarbeitenden für ihr unermüdliches Engagement in der Flüchtlingshilfe und forderte: „Wir brauchen dringend nicht nur eine nationale Antwort, sondern viel mehr noch eine europäische. Das bedeutet vor allem Solidarität mit den überforderten Schengen-Grenzstaaten und bei der Verteilung der Flüchtlinge. Wenn diese Entwicklung anhält und noch viele Monate andauert, dann müssen wir die Bundesländer bitten, eine weitergehende Regelung für unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu treffen.“ Am Nachmittag wurde dann gewählt. Unter der Versammlungsleitung des Kreisvorsitzenden und Landrates des Kreises Altenkirchen, Michael Lieber, wurde der bisherige Präsident Rainer Kaul in seinem Amt bestätigt und für den DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz für weitere fünf Jahre gewählt. -WT-
