Politik | 20.03.2015, 11:00 Uhr

Freie Demokraten aus den Kreisen Ahrweiler und Neuwied setzen sich für neue Rheinbrücke ein: Besuch im Friedensmuseum

Remagener Brücke hatte für die Zivilbevölkerung positive Effekte

Liberale aus den Kreisverbänden Ahrweiler und Neuwied trafen sich im Friedensmuseum Brücke von Remagen (v.l.n.r.) Brigitte Schmickler, Christina Steinheuer, Ulrich van Bebber, Jasmin Wexler, Hildegard Linder, Thomas Linder, Tobias Kador und Ralf Kössendrupp. privat
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Remagen. Die Freien Demokraten aus den Kreisen Neuwied und Ahrweiler machen sich für eine Rheinbrücke oder einen Tunnel zwischen ihren Landkreisen stark. Bei ihren beiden Kreisparteitagen ging der Antrag jeweils ohne Gegenstimmen durch. Nun bringen die beiden Kreisverbände ihn beim anstehenden FDP-Bezirksparteitag ein. „Wir rechnen auch hier mit einer breiten Mehrheit“, so Alexander Buda, Kreisvorsitzender der Neuwied-Liberalen. „Die Themen Verkehr und Mobilität liegen uns Liberalen im Blut, die gehören zu unserer DNA und es sind Politik-Felder, bei denen uns der Wähler eine hohe Kompetenz zuerkennt, wie man immer wieder in den Umfragen und bei den Demoskopie-Instituten sehen kann“, so Ulrich van Bebber, Vorsitzender der Liberalen im Ahrkreis. Er ist Gastgeber des anstehenden Bezirksparteitags, der im Hotel Giffels Goldener Anker in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfindet. 80 Delegierte aus 8 Kreisverbänden (Ahrweiler, Koblenz, Mayen-Koblenz, Neuwied, Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn) tagen dann in der Kurstadt. Wie wichtig eine Rheinquerung für die Wirtschaft und die Entwicklung in einer Region ist, könne man gerade am Beispiel der gesperrten Schiersteiner Brücke bei Mainz sehen, so die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende von Ahrweiler Christina Steinheuer. Die Wirtschaftsjournalisten verweist auf eine Mitteilung der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden, wonach jeder Tag, an dem die Brücke nicht befahrbar ist, Unternehmen und Gewerbetreibende in der Region 1,4 Mio. Euro kostet. „Umgekehrt bedeutet das, dass der Rhein zwischen unseren Landkreisen trennend wirkt und eine Rheinquerung erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet“, so Steinheuer. Dabei haben die Liberalen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Tourismus und das Zwischenmenschliche im Blick. Wegen Letzterem besuchten sie jüngst gemeinsam das Friedensmuseum Brücke von Remagen. Denn auch wenn die Ludendorff-Brücke einst hauptsächlich für militärische Zwecke geplant wurde: ihre Fertigstellung 1918 führte dazu, dass sie von der Zivilbevölkerung benutzt wurde, denn ihre Benutzung war gratis. Von den positiven Auswirkungen der Brücke auf das zivile Leben berichtet auch der ehemalige Remagener Bürgermeister Hans Peter Kürten in seinem Artikel „Die Brücke von Remagen - eine völkerverbindende Institution“, der im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1996 veröffentlich wurde (S. 130 ff.). Er schreibt dort: „...Der einzige wirkliche Gewinn war der Fußgängersteg an der Nordseite der Brücke, den die Bürger von Remagen und Erpel reichlich nutzten. Zu dieser Zeit bestanden viele menschliche Kontakte von hüben nach drüben, es gab Liebschaften über den Rhein hinweg, und es wurde sogar in dieser Zeit mehrfach zwischen Erpelern und Remagenern geheiratet.“ Ein Beispiel - Christa Bonn aus Erpel - findet sich auch in der Dauerausstellung des Friedensmuseums. Auch heute wird in der Gedenkstätte der Anspruch gelebt, eine Brücke für die Menschen zu sein und das Zusammenleben der Menschen und den Frieden zu fördern. Um so wichtiger ist es für die FDP, durch eine Rheinquerung im Kreis Ahrweiler nicht nur den wirtschaftlichen Zweck, sondern auch die kulturelle Bedeutung einer Brücke als Verbindungsglied zwischen den Menschen zu betrachten. Gerade auch das kulturelle Zusammenwachsen der Regionen auf beiden Rheinseiten liegt den Liberalen am Herzen. „Doch egal, ob man Freunde oder Konzerte auf der anderen Rheinseite besuchen will oder das gastronomische Angebot dort nutzen möchte, die letzte Fähre fährt um Mitternacht“, so Ulrich van Bebber. „Deshalb bedeute eine permanent verfügbare Lösung wie eine Brücke oder ein Tunnel für die Bürger mehr Nutzen, mehr Flexibilität und mehr Lebensqualität“, ergänzt Steinheuer, die 1998 ihr Abitur am Inselgymnasium Nonnenwerth gemacht hat und Kurstreffen oder auch Partys von Schulfreunden auf der anderen Rheinseite immer als Herausforderung empfunden hat, „zumal sich gerade Schüler, die in der Regel noch nicht erwachsen sind und entsprechend weder Führerschein noch Auto besitzen, abgehängt fühlen.“ Von Nutzen wäre eine Rheinquerung, so die Liberalen, auch für die Fachhochschule Remagen, die noch freie Plätze hat und erst letzte Woche ihren Anmeldeschluss verlängert hat. Und auch die Krankenhäuser in Linz und Remagen, die sogar dem gleichen Träger gehören, könnten von Synergien und einem besseren Austausch profitieren. Pressemitteilung der Freien Demokraten aus den Kreisen Neuwied und Ahrweiler

Schild aus dem Friedensmuseum Brücke von Remagen, das die ehestiftende Wirkung der Brücke dokumentiert.

Schild aus dem Friedensmuseum Brücke von Remagen, das die ehestiftende Wirkung der Brücke dokumentiert.

Liberale aus den Kreisverbänden Ahrweiler und Neuwied trafen sich im Friedensmuseum Brücke von Remagen (v.l.n.r.) Brigitte Schmickler, Christina Steinheuer, Ulrich van Bebber, Jasmin Wexler, Hildegard Linder, Thomas Linder, Tobias Kador und Ralf Kössendrupp. Fotos: privat

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