SG Hocheifel gewinnt 3:2 gegen die TuS Kottenheim
Sieg im packenden Spitzenspiel
Adenau. In einer unheimlich spannenden und mitreißenden Partie hat die SG Hocheifel gegen die TuS Kottenheim einen 3:2 (2:1)-Heimsieg einfahren können und damit den Platz an der Tabellenspitze verteidigt.
Im Adenauer Eifelstadion erwischten die Kombinierten aus der Hocheifel keinen guten Start. Zwar konnte man die deutlich größeren Ballbesitzanteile verbuchen, machte jedoch im Aufbauspiel zu viele leichte Fehler und lud den durchaus offensivfreudigen Gast somit allzu oft zum Kontern ein. Aus einem solchen resultierte in der 15. Spielminute dann auch das erste Gegentor für die Hausherren, als ein Kottenheimer Angreifer gegen die aufgerückte Defensive auf dem rechten Flügel durchbrach und in die Mitte flankte. Dort standen gleich zwei gegnerische Angreifer frei, sodass Heimkeeper Michael Lussem bei dem Abschluss aus kurzer Distanz chancenlos war. Danach zeigten sich die Schützlinge von Mario Etteldorf nur wenig geschockt und es dauerte nicht lange, bis die Mannschaft die Initiative ergriff, um nun selbst offensiv aktiv zu werden. Nachdem die ersten Annäherungsversuche an das Kottenheimer Tor noch zu harmlos waren, brachte in der 20. Minute eine Standardsituation den Ausgleichstreffer: Eine scharf getretene Freistoßflanke von Tobias Weiler konnte vom Torhüter der Gäste nur unzureichend geklärt werden und fiel dem SG-Torjäger Tom Wolff vor die Füße, der die Kugel aus 15 Metern eiskalt im Toreck unterbrachte und so für das zwischenzeitliche 1:1 sorgte. Im Anschluss an dieses Erfolgserlebnis war die SG Hocheifel dann klar feldüberlegen und drückte auf einen zweiten Treffer. In der 36. Spielminute brachte der schnelle Wolff den Gästekeeper derart unter Druck, dass dessen Befreiungsschlag bei Mittelfeldmann Niklas Pauly landete. Dieser narrte in einem tollen Sololauf gleich zwei Gegenspieler und traf per hartem Rechtsschuss zur mittlerweile verdienten Führung für die Gastgeber. Da in der verbleibenden Spielzeit nichts Besonderes mehr passierte, ging es mit der knappen, aber verdienten Pausenführung von 2:1 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich beide Teams sofort wieder auf Betriebstemperatur. Zunächst verfehlte ein Linksschuss vom Luca Dederichs, der zuvor glänzend von Pauly in Szene gesetzt worden war, das Tor nur um wenige Zentimeter. Im direkten Gegenzug bewahrte Michael Lussem sein Team vor einem weiteren Gegentreffer, als er nach einer Kottenheimer Ecke einen wuchtigen Kopfball aus kurzer Distanz mit einem überragenden Reflex entschärfen konnte. Nur sieben Minuten später kam es dann zu einer folgenschweren Szene für die Hausherren, als der bis dahin solide agierende Linksverteidiger Fabian Merten aufgrund einer vermeintlichen Notbremse die rote Karte sah und die SG Hocheifel somit das Spiel in Unterzahl fortführen musste. Dies wirkte sich auch schnell auf die Spielanteile aus, da die TuS Kottenheim nun ihren Offensivdruck deutlich erhöhte und gegen die dezimierten Hausherren auf den Ausgleich drängte. Dieser fiel dann auch in der 64. Minute, nachdem sich abermals zwei Angreifer der Gäste davongestohlen hatten und ihre Überzahl vor dem Tor dann clever bis zum Abschluss ausspielten, sodass es 25 Minuten vor Schluss wieder unentschieden stand. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein ungeheuer intensives und offenes Spiel, das dem Prädikat „Topspiel“ in jeder Hinsicht gerecht wurde. Die SG Hocheifel zeigte sich von dem Gegentreffer abermals nur kurz geschockt und kämpfte sich durch eine ungeheuer starke Laufleistung trotz Unterzahl und einem druckvollen Gegner zurück in die Partie. Zwar gab es auf beiden Seiten noch einige Torannäherungen, doch zunächst blieben die Abschlüsse auf beiden Seiten noch eindeutig zu harmlos. Dies änderte sich dann jedoch in den letzten Spielminuten, die für die zahlreichen Zuschauer im Eifelstadion noch einiges bereit halten sollten. So hatten in der 88. Minute schon viele den Jubelschrei auf den Lippen, als sich Wolff im Strafraum gut durchsetzte und auf das Tor schoss. Der Ball knallte jedoch zum Entsetzen aller SG-Akteure gegen den Innenpfosten und von dort wieder auf das Spielfeld. Als sich die meisten dann bereits mit dem Unentschieden abgefunden hatten, kam es in der Nachspielzeit zur spielentscheidenden Szene: Nach einem Eckball köpfte Mittelfeldregisseur Christoph Schumacher wuchtig aufs Tor, wo ein Kottenheimer Abwehrspieler den Ball, der vermutlich jedoch bereits die Torline überquert hatte, per Hand stoppte. Den Nachschuss brachte Innenverteidiger Sebastian Lauermann dann im Tor unter, allerdings hatte der Unparteiische bereits vor dem Treffer auf Handelfmeter und Rote Karte für den Kottenheimer Akteur entschieden. Somit wurde das Tor nicht anerkannt und Lauermann musste zum Handelfmeter antreten. Diesen verwandelte er jedoch mit all seiner Routine und bescherte dem Team so den ungeheuer wichtigen Heimsieg, da das Spiel nach dem Treffer sofort abgepfiffen wurde. Nach dem Schlusspfiff jubelten die Etteldorf-Schützlinge über diesen gleichermaßen emotionalen und wichtigen Heimerfolg gegen einen durchaus starken Gegner aus Kottenheim, der sich angesichts der guten spielerischen Leistung nicht umsonst im oberen Tabellendrittel befindet.
Insgesamt kann man konstatieren, dass sich die Mannschaft die drei Punkte aufgrund eines großartigen Siegeswillens sicherlich verdient hat, zumal man über eine halbe Stunde lang in Unterzahl agieren musste. Außerdem war es erfreulich zu sehen, dass sich die Mannschaft in puncto Chancenverwertung ebenfalls wesentlich verbessert hat und einen offensivstarken Gegner dank einer tollen Mannschaftsleistung niederringen konnte. Im Hinblick auf die Tabellensituation war dieses Spiel ebenfalls von großer Bedeutung, da die SG an diesem Spieltag ihren Abstand auf viele Verfolger ausbauen konnte und die weiteren Aufgaben nun mit breiter Brust angehen kann. In der kommenden Trainingswoche wird die Mannschaft daran arbeiten, die durchaus vorhandenen Defizite in der Defensive auszumerzen und die offensiven Abläufe noch zu verfeinern.
Personell gestaltet sich die Lage für Etteldorf jedoch weiterhin schwierig. So fehlen neben den oft zitierten Langzeitverletzten beim Auswärtsspiel in Elztal auch Fabian Merten (gesperrt) , Patrick Schneider (berufsbedingt) und Kevin Pung (Urlaub). Ob es bei Daniel Gördes bereits für einen Einsatz reicht, ist ebenfalls höchst fraglich. Tobias Weiler (Bauchmuskulatur) und Christian Baur (Oberschenkel) sind überdies etwas angeschlagen, werden aber am Freitag sicherlich spielen können. Dies gilt auch für Kapitän Martin Bell, der nach seiner urlaubsbedingten Pause wieder mitwirken wird.
Torfolge: 0:1 (15.), 1:1 (Wolf /20.), 2:1 (Pauly/ 36.), 2:2 (64.), 3:2 (S. Lauermann/90.+2)
Für die SG Hocheifel spielten: Lussem- Baur, S. Lauermann, Nguyen, Merten- Pauly, Weiler, Hertel (Schneider/ 74.), Schumacher, Dederichs (Leibrock/80.)- Wolff
Ausblick: Die SG Hocheifel tritt am kommenden Freitag, den 31.10. um 19:30 Uhr bei der SG Elztal an. Das Spiel findet in Gering auf dem dortigen Rasenplatz statt.
