Allgemeine Berichte | 25.03.2014

Geschichten aus dem Bad Breisiger Kurpark zum Schmunzeln und von höchstem Lauf-Einsatz bei der Ahrkreisstaffel

Teletubbies streiften Weltrekord

(V.l.) Guido Mombauer, die fast-“Weltrekordler“ Teletubbies, Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors Kreissparkasse Ahrweiler und die Brunnenkönigin Anne.  TER

Bad Breisig. Die neunte Ahrkreisstaffel ist Geschichte und hätte um ein Haar Geschichte geschrieben. Nicht die ganz große, sondern eher eine Geschichte zum Schmunzeln, die dennoch höchste Anerkennung verdient. Denn nur eine einzige Sekunde fehlte nach 42,195 Kilometern der Young Generation vom Team Teletubbie, um den Deutschen 3000-Meter-Jugendmeister Moritz Beinlich von der LG Neuwied/Andernach, sonst hätten die Läufer den schnellsten je gelaufenen Marathon zurückgelegt. In der Zeit von 2:03,24 Stunden blieb der Kenianer Wilson Kipsang Kiprotich, der allerdings die Strecke ohne Auszeit und Pause absolviert hatte, beim Berlin-Marathon besagte eine Sekunde schneller. Vielleicht auch nur deshalb, weil die Strecke in Bad Breisig, so Organisationschef Reinhard Altenhofen, nicht ganz so genau vermessen war.

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Die jungen Läufer freuten sich dennoch wie die Schneekönige bei gefühlten Winter-Temperaturen im Kurpark der Badestadt und gaben mit ihrer Leistung dem Schirmherrn der Veranstaltung, Landrat Dr. Jürgen Pöhler, Recht, der in seiner Begrüßung „das gemeinsame Lauferleben zusammen mit bemerkenswerten sportlichen Leistungen“ charakteristisch für diese Veranstaltung nannte. Pöhler: „Die gelungene Mischung von gemeinsamem Erleben und tollen Leistungen für jeden Einzelnen macht den besonderen Reiz der Ahrkreisstaffel aus. Der Leitgedanke „Dabei sein ist alles“ gilt nicht nur bei Olympia, sondern auch bei dieser Veranstaltung.“ Und Pöhler stellt auch eine weitere Bedeutung dieser Staffel heraus, denn der Erlös kommt wieder einer sozialen Einrichtung zugute. Der Landrat: „Bisher sind bereits 19000 Euro erlaufen worden.“ Für ihn ein Grund mehr, auch in diesem Jahr wieder die Schirmherrschaft über den Lauftag im Bad Breisiger Kurpark zu übernehmen. Der Erlös aus der Staffel 2014 fließt, so erklärte Reinhard Altenhofen später, einem Verein für mehrfach Schwerstbehinderte mit Sitz in Neuwied zu.“ Auch Bürgermeister Bernd Weidenbach hätte solche Ereignisse wie diese Staffel gerne häufiger in Bad Breisig, denn „diese Veranstaltung ist für unsere Stadt von herausragender Bedeutung. Dadurch sind hier am Sonntag über 420 Aktive und noch zahlreiche Zuschauer in die Stadt gelockt wurden. Und zwar direkt ins Herz unserer Stadt, in den Kurpark. Wir machen damit deutlich, dass dieser Park nicht nur im Alltag genutzt wird, sondern auch Stätte für besondere Veranstaltungen sein kann. Hierbei präsentiert sich der Kurpark als Heimat für alle Altersgruppen. Wir hatten diese Staffel jetzt nach 2007 zum zweiten Mal hier in Bad Breisig, und ich wäre gar nicht böse, wenn wir keine weiteren sieben Jahre mehr warten müssten.“

Das Wetter spielte mit - nicht so ganz, was die Temperaturen anbetrifft - aber es blieb trocken. Womit sich ein Problem von Reinhard Altenhofen - bei dem als Leichtathletik-Kreisvorsitzenden alle Fäden der Veranstalter SG Bad Breisig, TV 06 Niederbreisig und LG Kreis Ahrweiler zusammenliefen - von selbst erledigt hatte. „Gut“, so Altenhofen, „es hätte fünf Grad wärmer sein können - aber man kann ja nicht alles haben.“ Trotzdem waren es 67 Staffeln, die insgesamt mehr als 420 Aktive auf den Rundkurs im Kurpark schickten. Zwar kam das nicht an die Rekordmarke aus dem Jahr 2007 mit fast 87 Staffeln heran, aber die doch erhebliche Steigerung gegenüber den Vorjahren machte Mut für die Zukunft. Erreicht wurde das durch gezielte Werbung und hohes Engagement aller Beteiligten.

Sportliche und menschliche Aspekte der Ahrkreisstaffel

Blick aktuell sprach mit Altenhofen nach geschlagener Schlacht über die sportlichen und menschlichen Aspekte der Ahrkreisstaffel sowie die organisatorischen Herausforderungen: Blick aktuell: Die sportlichen Leistungen standen meist hintenan bei diesem Lauftreff mit Wettbewerbscharakter. Was zieht 67 Staffeln und mehr als 420 Läufer aller Altersklassen zur Ahrkreisstaffel? Altenhofen: Da ist schon die sportliche Herausforderung. Es sind zwar viele Hobbysportler dabei sowie Teams, die sich zufällig gefunden haben und für einen guten Zweck und gegen den inneren Schweinehund laufen. Aber es sind auch echte Leistungssportler dabei. So wie die Teletubbies, die sich unbedingt mit einem Pseudo-Weltrekord verewigen wollten. Um ein Haar hätte es ja auch geklappt. So blieb für Moritz Bleibtreu die Freude über „zehn schnelle Trainingseinheiten über je einen Kilometer“, die er in Zeiten jeweils unter drei Minuten absolviert hat“. Und gefreut haben sich auch alle anderen über ihre individuellen und gemeinsam erreichten Leistungen. Und das ist es, was die Leute hierher zur Ahrkreisstaffel zieht. Blick aktuell: Die Veranstalter hatten Glück mit dem Wetter. Ist die Zeit nicht etwas zu früh für den Sport im Freien? Altenhofen: Das ist ja auch ein Ziel der Ahrkreisstaffel: Wir wollen zum Saisonbeginn Läuferinnen und Läufer jeder Altersklasse hinter dem Ofen hervor locken und wieder den Spaß am Laufen unter freien Himmel wecken. Verbunden wird das gleichzeitig mit sozialem Engagement. Und damit erreichen wir ambitionierte Spitzenteams bis hin zu den Trikids Bambini Ahrweiler. Die laufen auch über die gesamte Strecke, natürlich mit mehr als nur sechs Startern. Aber alle die Staffeln mit Teilnehmern im Grundschulalter oder darunter haben die Distanz im Zeitlimit unter vier Stunden absolviert. Hauptsache, es hatte allen Spaß gemacht - das ist das Entscheidende. Das haben die Leute auch hier wieder zum Ausdruck gebracht, und das entschädigt auch die Helfer und motiviert für neue Aufgaben. Blick aktuell: Der Landrat hat es erwähnt und es klang auch gerade wieder durch: Jede dieser Ahrkreisstaffeln hat eine soziale Bestimmung. Für welchen guten Zweck drehen die Läuferinnen und Läufer zwischen beinahe Pampersklasse bis hin ins hohe Laufalter hier ihre Runden? Altenhofen: Wir unterstützen einen Verein mit Sitz in Neuwied für Menschen mit Behinderung. Die kümmern sich um mehrfach schwerstbehinderte Kinder, unterstützen die Familienarbeit und holen die Kinder mal raus in eine andere Umgebung, zum Beispiel in Freizeitprojekte. Kurz: Der Verein entlastet auch die Eltern. Das passiert auch mit dem Erlös aus dieser Staffel in Bad Breisig. Im nächsten Jahr findet die Ahrkreisstaffel in Sinzig statt, und dann benennen die Veranstalter eine andere Einrichtung, die aus dem Erlös gefördert wird. Blick aktuell: Da steht dann ein neues Helferteam der Ahrkreisstaffel-Kernmannschaft zur Verfügung. Wie lange braucht diese Kernmannschaft um Reinhard Altenhofen, bis die nächste Veranstaltung steht? Altenhofen: Das ist annähernd eine Jahresaufgabe, frei nach dem Motto: Nach dem Start ist vor dem Start. Jetzt kommen noch Nachbetrachtungen und dann wird es vielleicht bis zu den Sommerferien etwas ruhiger. Aber dann geht es mit Volldampf wieder los - angefangen mit der Sponsorensuche über Ausschreibungen zu Präsenten und vielen Hunderten Kleinigkeiten. Blick aktuell: Und wie viele Helfer waren dann am Sonntag im Einsatz? Altenhofen: Das waren eigentlich zu wenig. Zum Beispiel in der Getränkeausgabe war allein Renate Engelke. Viel zu wenig, um den Ansturm bewältigen zu können. Insgesamt waren hier mit den Frauen an der Kuchenausgabe vielleicht 15 Personen im Einsatz. Aber es hat alles irgendwie gut geklappt und Spaß gemacht. Und das war die Hauptsache.

Bestens gelaunt waren vor dem Starschuss Landrat und Schirmherr Dr. Jürgen Pöhler (r.) und Bürgermeister Bernd Weidenbach.

Bestens gelaunt waren vor dem Starschuss Landrat und Schirmherr Dr. Jürgen Pöhler (r.) und Bürgermeister Bernd Weidenbach.

Und los geht´s. Mit Volldampf voraus nach dem ersten Staffelwechsel.

Und los geht´s. Mit Volldampf voraus nach dem ersten Staffelwechsel.

(V.l.) Guido Mombauer, die fast-“Weltrekordler“ Teletubbies, Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors Kreissparkasse Ahrweiler und die Brunnenkönigin Anne. Fotos: TER

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  • K. Schmidt: Richtig. Und dann weiter unten im Kreisel, wo der Radweg wenn man Richtung Neuenahr will die Ausfahrt kreuzt, kapieren gefühlte 90% der Radfahrer nicht, dass sie an der Stelle keine eingebaute, automatische...
  • Kiefer: Wenn ich sehe wie viele von Landershofen runter nach Ahrweiler ohne Beleuchtung fahren dann wird es mir schlecht. Jeden Morgen dasselbe Spiel

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  • Ulrich Manns : Sehr beeindruckend das Engagement! Eine schöne Kultur, die man unbedingt unterstützen sollte. Danke an alle Beteiligten ???
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