Der Eifelverein Ortsgruppe Adenau wird 125 Jahre alt - Aufgaben haben sich verändert - Nachwuchs fehlt
Verein hat ein Auge auf die Natur
Adenau. Die Ortsgruppe Adenau im Eifelverein kann mit Recht stolz darauf sein, zu den Ersten zu gehören, die sich nach Gründung des Eifelvereins am 22. Mai 1888 im Kursaal von Bad Bertrich
gebildet haben. Bereits am 20. Juni 1889 wurde in Trier der erste „Eifelführer“ herausgegeben, der neben vielen Wandervorschlägen auch ein Verzeichnis der damals schon bestehenden fünfunddreißig Ortsgruppen enthielt. Die alphabetische Reihenfolge sah Adenau an der ersten Stelle. Als weiteres Indiz liegt der Endabschluss der Kasse des Eifelvereins für das Rechnungsjahr 1889 vor, in dem die Beitragszahlung der Ortsgruppe mit 30 Mark vermerkt ist. Unterlagen über die personelle Besetzung des damaligen Vorstandes sind leider nicht bekannt. Am 14./15. August 1898 fand dann bereits eine Hauptversammlung des Eifelvereins in Adenau statt, bei der unter anderem ein Spendenaufruf zur Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Dr. Adolf Dronke, den Gründer des Hauptvereins, beschlossen wurde.
Andere Zielsetzung
Für den Eifelverein war in den Anfängen vor mehr als 100 Jahren die Aufgabenstellung eine andere als heute: Es galt, das bis dahin fast unbekannte Gebiet der Vulkaneifel wirtschaftlich zu fördern und auch über die lokalen Grenzen hinaus bekannt zu machen. Unter dem damaligen Vorsitzenden und königlichen Notar Dr. Müll zusammen mit dem Verschönerungsverein Adenau - teilweise in Personalunion geführt - widmete sich der Eifelverein Adenau der Markierung der Wanderwege, dem Aufstellen von Ruhebänken, dem Bau von Schützhütten und der Entwicklung des allgemeinen Fremdenverkehrs. Eine besondere Leistung des Eifelvereins Adenau unter dem Vorsitz von Bürgermeister Collignon war der 1902 errichtete hölzerne Aussichtsturm auf der „Breiten Heide“ bei Adenau, dem zur Seite eine geräumige und feste Schutzhütte angebaut wurde. Dieser, 1912 nochmals neu aufgebaut, wurde aber 1929 - inzwischen stark verfallen - auf Abbruch versteigert. Ein anderer Turm ist geblieben und gilt bis zum heutigen Tage als Wahrzeichen der Hocheifel. Es ist der Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht (747 m) als höchste Erhebung der Eifel. Immer wieder gab es im Laufe der Jahrzehnte einen engagierten Einsatz der Ortsgruppe für diesen Turm, so im Jahre 1964, als es um eine Verbesserung der Zufahrt ging. Eine weitere Initiative des Eifelvereins Adenau war der Bau der Eifelvereinsschutzhütte „Am Näsbachstein“, die am 23. Mai 1976 im Rahmen einer Sternwanderung in Betrieb genommen werden konnte. 1995 wurde diese Hütte fast ein Raub der Flammen einer Brandstiftung, durch das noch rechtzeitige Löschen konnte diese aber gerettet und saniert werden.
Auch bei der Wegemarkierung und Unterhaltung der Hauptwanderwege des Eifelvereins und Betreuung der regionalen städtischen Wanderwege haben die derzeitigen Wegewarte des Vereins, Werner Schäfer und Rolf Lück, gute Arbeit geleistet. So wurde 2009 im Gedenken an den
Begründer des Eifelwaldes, den Adenauer Oberförster Clemens de Lassaulx, der Themenwanderweg „Clemens-de-Lassaulx-Weg“ als Rundwanderweg in Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatpflege Adenau e.V. zur Lassaulx-Hütte angelegt. Vor dem Hintergrund einer erfolgreichen 125-jährigen Vergangenheit wird der Eifelverein Adenau seinen Weg in die Zukunft suchen, einen Weg, der von der Verantwortung für die Umwelt und die schöne Eifelheimat geprägt ist.
Der Verein
Gemäß seiner Satzung dient die Ortsgruppe Adenau der Eifel und seiner Bevölkerung, besonders durch Förderung der Heimatpflege und dem Erwandern der Heimat. Ebenso setzt sie sich nachhaltig für einen wirksamen Natur- und Umweltschutz ein, insbesondere für die Erhaltung der einmaligen Eifellandschaft und seines Kulturgutes. Der Verein ist über Jahrzehnte ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Adenau geworden und mit 378 Mitgliedern einer der größten Vereine in der Region. Als Wanderverein liegt das Hauptinteresse darin, seinen Mitgliedern - aber auch angereisten Gästen - kostenlos ein abwechslungsreiches Wanderprogramm zu bieten. Dieses besteht aus längeren Tages- und kürzeren Halbtagswanderungen. Dazu gehören auch Wanderungen, bei denen kulturelle oder naturkundliche Schwerpunkte gesetzt werden. Ausgebildete Wanderführer und auch spezielle mit dem Zertifikat „Geprüfter Natur- und Landschaftsführer/Landschaftsführerin mit BANUZertifikat“ sind für den Verein tätig und bieten schöne Wandertouren an. Gerade auch älteren Mitbürgern und Alleinstehenden, die die Abwechslung und das Gespräch beim Wandern in geselliger Runde suchen, bietet der Verein ein vielfältiges Programm rund um das Jahr. Dabei erfreuen sich die vier „Mittwochsbustouren“ besonderer Beliebtheit. Informationen über den Verein und das Wanderprogramm zeigen die Schaukästen in der Kirchstraße gegenüber dem katholischen Pfarramt in Adenau sowie an der Wandertafel am Dr. Creutz-Platz. Auf der vereinseigenen Internetseite (www.eifelverein-adenau.de) werden Informationen zum Veranstaltungsprogramm und alle Aktivitäten mit Terminen bekannt gegeben. Darüber hinaus liegen in der Tourist-Information Hocheifel/Nürburgring in der Kirchstraße auch gedruckte Wanderprogramme zur Information aus. Die Ortsgruppe des Eifelvereins Adenau wird seit 14 Jahren von Peter Menches geleitet, der unter anderem seine Aufgabe darin sieht, den Verein und sein Programm den sich ändernden Bedingungen einer Freizeitgesellschaft anzupassen, um auch in Zukunft attraktiv zu bleiben.
Wo bleibt der Nachwuchs?
Nachwuchssorgen im jüngeren Mitgliederbereich sind auch der Ortsgruppe nicht fremd. „Vielleicht bietet unsere Jubiläumsveranstaltung dem einen oder anderen den Anlass, sich der fröhlichen Wanderschar anzuschließen und Mitglied zu werden, um seine Heimat noch besser kennenzulernen“, sagt der Vorsitzende.
Aussichtsturm „Breite Heide“ im Jahre 1912.
Die Ortsgruppe Adenau um die Jahrhundertwende an der Nürburg.

Die Ortsgruppe Adenau auf der Wanderung nach Altenahr im Jahre 1909. Fotos: privat
