Pilgerandacht Eifel
Wallfahrtsandacht an der Kapelle Müllenwirft im Wirftbachtal
aus Müsch
Adenauer Land. Bereits seit über 35 Jahren ist das Fest Mariä Heimsuchung Anlaß für viele Gläubige zum Besuch der Gedenkstätte Müllenwirft im Wirftbachtal. Zu Musik der Hoffelder Bergmusikanten unter Leitung von Bernd Prämaßing wird Pater Richard vom hauptamtlichen Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land eine Andacht halten. Sie findet am Sonntag, 5. Juli, um 15.00 Uhr statt. Die Kollekte soll einer Pilgerstätte in einem kleinen Ort der indischen Heimat des Geistlichen zugute kommen, dort wird die Unterstützung dringend gebraucht. Möge die Kollekte ein Zeichen der Solidarität unter den Gläubigen über die Grenzen der Länder hinweg sein. Herzlicher Dank gilt vorab allen Spendern!
Die heutige Kapelle wurde im Jahre 1989 errichtet, nach dem Vorbild einer anderen Kapelle, zum Andenken an die einstmals überregional bedeutende Pilger- und Wallfahrtsstätte. Ursprünglich hatten Einsiedler die Kapelle bereits vor 1500 betreut; die Adenauer Johanniterkommende, auf deren Hof sie stand, übernahm frühzeitig den Schutz der Stätte. Sie war zuletzt ausgestattet mit vier Altären, vier Beichtstühlen, einer Kanzel, zwei Monstranzen, kostbaren Messgewändern und zahlreichen Bildwerken. Die Stätte war ein leuchtendes Zeichen Eifeler Volksfrömmigkeit. Die Geschichte der „Gedenkstätte Noth Gottes“ ist auf einer Tafel an der Außenfassade der Kapelle dargestellt. Bereits seit dem Ausgang des Mittelalters findet die Marienverehrung im Wiesental des Wirftbaches in Richtung Barweiler Mühle statt. Eine Zeichnung mit Text des Adenauer Künstler Wolfgang Pantenburg an der Fassade der Kapelle nimmt Bezug auf die Geschichte des Ortes
Anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums im Jahre 1988 ist Pfarrer Wilhelm Cornelissen initiativ für den Bau der heutigen Kapelle geworden, Spendenaufkommen ermöglichten den Bau. Pfarrer Cornelissen stiftete die Glocke, gegossen von der Glockengießermeisterin Mark aus Brockscheid. Am 29. Oktober 1989 weihte Weihbischof Klaus Dick die Kapelle ein, damals waren rund 2.000 Menschen anwesend.
Die Pilgerstätte ist ein Ort der Marienverehrung, etliche hundert Menschen haben, teils als Fußpilger, einzeln oder in kleinen Gruppen, im Laufe der Jahre den Weg zu der segensreichen Gnadenstätte gefunden. Pilger und Menschen in Not erbitten Hilfe für ihre Anliegen, suchen Trost und Hoffnung, besuchen die Stätte aus besonderen persönlichen Anlässen. Ständig brennende Kerzen sind Zeugnis reger Besuche.
Die Kapelle wird von der Bruderschaft Gedenkstätte Kapelle Müllenwirft mit Brudermeister Peter Körtgen unterhalten. Viele tragen übers Jahr zur Pflege und Instandsetzung der Kapelle bei. Im Anschluss an die Andacht gibt es Kaffee und selbst gebackene Kuchen, gespendet von Menschen, denen die Kapelle und ihre Geschichte am Herzen liegt. Dank gilt allen, die dazu beitragen die traditionsreiche Andacht stets in würdigem Rahmen stattfinden zu lassen.
Text und Fotos: Werner Dreschers
Eine Zeichnung des Adenauer Künstlers Wolfgang Pantenburg mit geschichtlichem Bezug zur Kapelle schmückt die Außenfassade Foto: Werner Dreschers
Nach der Profanierung war die Stätte lanwirtschaftliches Gehöft mit Mühlenbetrieb, Wolfgang Pantenburg hat dies in einer gehaltvollen Zeichnung dargestellt Foto: Werner Dreschers