Allgemeine Berichte | 18.06.2026, 16:22 Uhr

„Der nackte Wahn“ begeistert in

Stephan Otto (li.) hat das Stück verfasst, im Bild mit dem Ensemble
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Antweiler. „Der nackte Wahn“ - ein tragisch-komisches Stück von Stefan Otto - bescherte in Antweiler zwei unvergessliche Theater-Abende in Gilligs Mühle.

Vincent Seuter aus Adenau, der die Organisation für das fünfköpfige Ensemble innehatte, war zufrieden mit der Resonanz auf das Stück, es war eine Uraufführung von Stephan Otto. An zwei Tagen nahezu ausverkaufte Plätze im ehemaligen Kornspeicher der Mühle in Antweiler, das Stück war keine leichte Kost; vielmehr verlangte es von den Aufführenden wie vom Publikum einiges ab, für manchen gab es sicher anschließenden Diskussionsbedarf.

In der Handlung spielte Finn Klapperich den Arzt Marcel, der kurz vor seiner Heirat mit Andrea (Nora Zacher) eine mutmaßlich unheilbare Krebsdiagnose erhält, er nimmt sich das Leben. Andrea verkraftet dies nicht alleine, sie ist verzweifelt und sucht Hilfe beim besten Freund des Verstorbenen, dem Psychotherapeuten Jonas (Vincent Seuter). Alsbald ergibt sich eine neue Liebe, die beiden heiraten. Der sehnliche Wunsch auf Nachwuchs erfüllt sich nicht, es kommt zu einer Fehlgeburt. Andrea zerbricht am Schicksal keine Kinder zu bekommen. Sie fühlt sich zudem beruflich erfolglos. Die Spannungen zwischen Andrea und Jonas entwickeln sich unübersehbar.

Komisch kontrastiert werden die Szenen durch den manisch-depressiven Vater von Jonas (Stefan Nett). Er reagiert jeweils schwarz, wenn andere sich freuen. Hierunter leidet insbesondere Andrea, die sich durch das Verhalten des Schwiegervaters sehr verletzt fühlt, sie leidet stark darunter.

Als sie in die Wechseljahre kommt, therapiert Jonas aktuell die Studentin Eva (Sina Schäfer), die alles zu erfüllen scheint, was Andrea nicht bietet: Sie ist noch jung, ist zudem schwanger, wenn auch nicht gewollt. Andrea wird eifersüchtig, und Jonas findet sich in der Situation rein berufsmäßig für alle Verständnis haben zu müssen. Doch die Situation spitzt sich für ihn zu einer scheinbar ausweglosen Situation zu, weil das Zusammentreffen aller tragischen Schicksalsschläge zur Belastung für alle Beteiligten wird. Jonas Ehe droht letztlich zu scheitern, er selbst hat sein Leben und seine Gefühle nicht mehr im Griff.

Endet jetzt alles im Wahnsinn? Gibt es nur noch Gehirnchemie und keine menschlichen Empfindungen? Was ist denn noch Liebe? Glauben Sie an Gott? Eine Stimme aus dem Off souffliert: „Gott hilft der Seele …“ Daraufhin besinnt sich Jonas: „Das war doch jetzt mein Text, oder?“

Das Publikum zollte dem Ensemble großen Respekt für die gekonnte schauspielerische Leistung, zeigte sich berührt und betroffen von der Thematik des Stückes, das unter die Haut geht. Und gleichwohl gab es Momente in der Handlung, die unterhaltsam wirkten, durch Belustigung zu einem gelungenenm Comic Relief führten.

Das Ensemble bedankte sich herzlich für die Unterstützung des Vereins zur Heimatpflege Antweiler e.V., der als Veranstalter die Umsetzung des Projekts in Gilligs Mühle ermöglichte, ebenso für die freundliche Unterstützung durch Familie Gillig, Dank galt der großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Lotto-RLP-Stiftung.

Das Publikum darf gespannt bleiben auf mögliche kommende Aufführungen!

Die Diagnose ist erschreckend, Marcel (re.) offenbart sie seinem Freund Jonas

Die Diagnose ist erschreckend, Marcel (re.) offenbart sie seinem Freund Jonas Foto: Werner Dreschers

Was soll denn jetzt geschehen?

Was soll denn jetzt geschehen? Foto: Werner Dreschers

Nora ist verzweifelt, sie sucht Schutz bei Jonas

Nora ist verzweifelt, sie sucht Schutz bei Jonas Foto: Werner Dreschers

Fotostrecke

 „Der nackte Wahn“ begeistert in
Jonas fragt nach den Problemen der Patientin

Foto: Werner Dreschers

 „Der nackte Wahn“ begeistert in
Der Vater von Jonas (m.) nervt ganz schön, Nora kann das in ihrer ohnedies angespannten Situation nicht ertragen

Foto: Werner Dreschers

 „Der nackte Wahn“ begeistert in
Endet jetzt alles im Wahnsinn?

Foto: Werner Dreschers

 „Der nackte Wahn“ begeistert in
 „Der nackte Wahn“ begeistert in
 „Der nackte Wahn“ begeistert in

Stephan Otto (li.) hat das Stück verfasst, im Bild mit dem Ensemble Foto: Werner Dreschers

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