Pfarrer Dr. Rainer Justen hatte zu einer Pfarrversammlung eingeladen
Wallfahrtskirche St. Gertrud soll eine Innenrenovierung erhalten
Barweiler. Obwohl die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Gertrud in Barweiler seit 1984 mehrfach im Innen- und Außenbereich renoviert und saniert wurde, ist der Innenraum doch wieder stark geschwärzt und mit Rissen geschädigt, sodass nun wieder dringend eine Innenrenovierung ansteht.
Zu diesem wichtigen Thema hatte Pfarrer Dr. Rainer Justen die Pfarrangehörigen der Pfarrei St. Gertrud zu einer Pfarrversammlung eingeladen, um so von Anfang an zu informieren und jeden Einzelnen mit ins Boot zu nehmen. Hier müssten alle gemeinsam handeln, denn schließlich gehe es alle an, da die Finanzierung nicht ohne die Gemeindemitglieder funktioniere, so der Pastor. Bei der sehr gut besuchten Pfarrversammlung begrüßte Pastor Justen am Podiumstisch seinen Mitbruder Pastor Heinrich Ant, Architekt Karl Feils aus Trier, Rendantin im Außenbereich Carmen Perling, die Mitglieder vom Verwaltungsrat, Christian Frings vom Förderverein Matthiaskapelle Leimbach sowie Verbandsbürgermeister Guido Nisius, der allerdings als Pfarrangehöriger der Pfarrei Barweiler anwesend war. Pfarrer Justen erläuterte die bisherigen Maßnahmen und Planungen zur Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Gertrud Barweiler, die, wie in Wallfahrtskirchen üblich, durch einen hohen Kerzenverbrauch auch durch den Rußanteil stark leidet. Obwohl bereits 1984 eine Neuausmalung stattfand und 1994 die Innenrenovierung mit der Trockenreinigung und der Retusche der Ornamentverzierungen neue Farben ins Innere der Kirche brachten, steht nun eine weitere Renovierung an. Der zwischenzeitliche Bau der Kerzenkapelle, die von den Pilgern sehr gut angenommen wird, hat zwar die starke Verrußung eingedämmt, aber die großen Opferkerzen der Pilger sollen nach einer Innenrenovierung dann auch in der Kerzenkapelle abgebrannt werden.
Zur Renovierung fanden bereits mehrfach Kostenberechnungen und auch Sitzungen des Verwaltungsrates statt, sodass Pfarrer Justen jetzt die dringend notwenigen Maßnahmen vorstellen konnte. Hierzu erläutere Architekt Feils die Baumaßnahmen, die sich in einer geschätzten Gesamtsumme von etwa 100.000 Euro niederschlagen. Die Rendantin Perling stellte hierzu die Zuschüsse des Bistums Trier gegenüber und ließ aber auch wissen, dass die Kirchengemeinde aufgrund der Haushaltslage keine Kredite zur Finanzierung aufnehmen könne. Allerdings verfügt die Pfarrei noch über ein Spendenkonto von rund 33.000 Euro, sodass die Pfarrangehörigen eine geschätzte Bausumme, nach Abzug des Zuschusses vom Bistum und dem Spendenkonto, von rund 50.000 Euro finanzieren müssten.
Da es sich bei dem anstehenden Projekt nicht nur um den Innenanstrich handelt, stellten Pfarrer Justen und Architekt Feils eine gangbare Lösung in drei Bauabschnitten vor. An erster Stelle und vorrangig muss der Dachraum gesäubert und substanzerhaltend renoviert werden sowie die Beleuchtungsanlagen und das zweiflügelige Hauptportal erneuert werden, um die hohen Heizungs- und Stromkosten merklich zu senken. Aber auch ein neuer Treppenaufgang zum Dachboden gehört mit in die Planung. Dies muss vorrangig passieren, bevor die Innenraumgestaltung dann in einem weiteren Bauabschnitt angegangen werden kann. Hier waren sich die Pfarrangehörigen schnell klar, dass es eine erneute Ausmalung der Ornamente aus Kostengründen nicht mehr geben kann. Ein bisschen Zeit für die Arbeiten bleibt noch, da jetzt festgestellt wurde, dass auf dem Dachboden eine kleine Kolonie Fledermäuse ihre Heimat gefunden hat und so darf dann im Sommerhalbjahr zum Schutz der Fledermäuse nicht gearbeitet werden.
Wie eine Finanzierung und Unterstützung durch die Pfarrangehörigen und auch Pilger aussehen könnte, erläuterte Christian Frings am Beispiel der Kapelle in Leimbach, wo seit einigen Monaten ein Förderverein gegründet wurde und bereits eine gewaltige Spendensumme verbucht werden konnte.
Frings stellte hierbei klar den Satzungstext heraus, der sich für eine ausschließliche Verwendung der Kapelle ausspricht und das ließ die zahlreichen erschienen Pfarrangehörigen aufhorchen, denn schnell wurde klar, dass es auch in Barweiler einen Förderverein geben könnte, und zu dessen Gründung wurde bereits der 27. Juni als Termin ausgemacht. So war es für die Pfarrer Justen und Ant eine erfreuliche Veranstaltung, da sie sahen, dass die Pfarrangehörigen die notwendigen Renovierungsarbeiten mittragen wollen - und da sei vollständige Transparenz von Anfang an wichtig, so Pastor Justen, so sollen die Bürger dann später auch bei der Farbgestaltung mitreden und entscheiden können.
