Meisterschaftsentscheidung in der VLN nach dem vorletzten Lauf weiter offen
„Wellendebakel“ auf dem Ring
Dennis und Marc Busch gewinnen auf Audi R8 LMS die vierstündige Hatz in der Grünen Hölle
Nürburg. Auch wenn sich die Eifel beim vorletzten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft von seiner herbstlichen Seite zeigte, blieben nach einem zumeist trockenen Saisonverlauf auch an diesem Renntag die himmlischen Schleusen zur Freude der Akteure verschlossen. Besonders in den Morgenstunden stellten jedoch dichte Nebelschwaden das Nervenkostüm der Verantwortlichen des ROWE DMV 250-Meilen-Rennen auf eine harte Probe. Erst gegen 10.30 Uhr konnte sie das Feld der 166 Teilnehmer mit zweistündiger Verspätung, in das auf eine Stunde verkürzte Qualifying schicken. Erst gegen Mittag hatte sich der Nebelschleier ganz gelichtet und so konnte der achte Meisterschaftslauf mit rund 80 Minuten Verspätung, bei zunächst strahlendem Sonnenschein starten. Am Ende waren es nach 28 gefahrenen Runden die Zwillinge Dennis und Marc Busch (beide Bensheim), die mit einem Audi R8 LMS ultra die vierstündige Hatz durch die Grüne Hölle für sich entscheiden konnten. Die Fans der Busch-Zwillinge mussten jedoch in einer spannenden Schlussphase um den Sieg ihrer Idole bangen, denn der Mercedes SLS AMG GT3 des Teams von Black Falcon (Meuspath) rückte immer näher. Das Fahrzeug des Fahrerduos Andreas Simonsen (Schweden) und Marc Basseng (Neusalza-Spremberg) wurde jedoch in der letzten Rennrunde durch Reifenprobleme ausgebremst und fiel auf Position vier zurück. Der Frikadelli-Porsche und der Alzen-BMW profitierten vom Pech und überquerten im Abstand von nur 1,487 Sekunden auf Position zwei und drei die Ziellinie. Damit konnten sich, ebenso wie beim Lauf zuvor, Klaus Abbelen, Sabine Schmitz (beide Barweiler), Patrick Huisman (Niederlande) und Henri Moser (Schweiz) über eine erneute Podiumsplatzierung freuen. „Das war ein turbulentes Ende“, sagte Schmitz“, die drei Runden vor Schluss mit einem zu überrundenden Fahrzeug kollidiert war, ihre Fahrt aber fortsetzen konnte. „Ein Missverständnis - das kann vorkommen“, räumte die erfahrene Nordschleifenpilotin ein. „Allerdings haben wir wichtige Aerodynamik-Teile verloren. Unser Porsche war anschließend auf der Vorderachse sehr leicht und ich musste volles Risiko gehen, um die Position ins Ziel zu retten.“
Viel Pech im Porsche-Cup
Gemischte Gefühle hingegen bei Manthey Racing, die zwar den erneuten Sieg in der Klasse der Cup-Porsche durch Menzel/Kohler feiern konnten, aber den erneuten Ausfall des Moskovskaya-Porsche 911 GT3 RSR mit einem Antriebswellenschaden hinnehmen mussten. Auch der zweite RSR aus dem Hause Manthey, mit Georg Weiss (Monschau), Oliver Kainz (Kottenheim) und Michael Jacobs (Roetgen-Rott) wurden aufgrund einer defekten Antriebswelle aus den zu diesem Zeitpunkt erhofften Meisterschaftsträumen gerissen und büßten als Neunte in der SP7 wertvolle Punkte ein. Entsprechend enttäuscht äußerte sich auch Olaf Manthey: „Durch das Wellendebakel bedingt, haben wir heute einen sicheren Gesamtsieg verschenkt und mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Meisterschaft für das Wochenspiegel-Team verspielt.“ Auch für RTR aus Adenau blieb das Rennen ohne Happy End, als der Simfy CUP Porsche auf einem sicher geglaubten zweiten Klassenrang in der letzten Runde ausrollte. Nutznießer war das Team von GetSpeed Performance (Meuspath), die damit als Zweite in der Porsche Cup-Klasse die Ziellinie überquerten. Auf der Erfolgspur zeigte sich auch das Team des Eifelblitz von Johannes Scheid (Kottenborn), die in der Klasse SP10 den zweiten Rang belegten. Gleiches Ergebnis auch in der Klasse V4 für die BMW Besatzung mit der Starnummer 488, in dem unter anderem Michael Mönch (Adenau) das Rennen bestritt. Wieder einmal ganz oben auf dem Podium zeigten sich Fredy Lienhard und Ralph Beck (beide Herschbroich), die gemeinsam mit Dale Lomas (Großbritannien) in einem Mazda MX-5 die Klasse V3 für sich entscheiden konnten.
Meisterschaft weiter spannend
Im Kampf um die Meisterschaft bleibt es weiter spannend. Die drei um den Titel kämpfenden Teams, verpassten ihre Chance in diesem Rennen, den Meistertitel für sich zu entscheiden. Tim und Dirk Groneck (beide Melle) fuhren in der Clio-Cup-Klasse nur auf Platz zwei und führen damit die Tabelle weiterhin, mit 69,73 Punkten, an. Die Besatzung des Manthey Porsche 911 GT3 RSR bleibt, trotz der Probleme bei diesem Rennen mit einem Rückstand von 4,65 Punkte der schärfste Verfolger des Führungsduos. Die Dritten im Meisterschaftskampf, Elmar Deegener (Stelzenberg) und Christoph Breuer (Nettersheim) schieden mit ihrem Audi TT RS 2.0 nach 13 Runden mit einer gebrochenen Antriebswelle aus. Auf die Spitze fehlen dem Duo des Raeder Teams vor dem Finale 8,98 Zähler, womit die Kür der Meisterschaft auf ein sicherlich packendes VLN-Saisonfinale am 26. Oktober vertagt ist.
Der siegreiche Audi R8 LMS.
Zum zweiten Mal in Folge musste Manthey Racing den Ausfall des Porsche 911 GT3 RSR mit einem Antriebswellenschaden hinnehmen.
Rang zwei in der Klasse V4 für die BMW Besatzung mit der Starnummer 488, in dem unter anderem Michael Mönch das Rennen bestritt.
