Motorrad-Gottesdienst in der St. Peter Pfarrei in Andernach
"Alles, was du brauchst"
Sonntag, 5. Mai, endlich ist es wieder soweit: Motorrad-Gottesdienst in der St. Peter Pfarrei in Andernach. Für mich als Sozia-Bikerin das Highlight, dem ich in jedem Jahr sehnsüchtig entgegen fiebere. Aber warum eigentlich? Weil nach einem langen kalten Winter endlich wieder die Motorrad-Saison beginnt? Ja. Aber das ist es nicht allein. Denn wie für tausende andere Biker auch beginnt für mich die Motorrad-Session bereits im April mit dem jährlichen „Anlassen“ auf dem Nürburgring. Auch dort nehmen wir am Gottesdienst teil. Auch dort werden unsere Motorräder gesegnet. Also was ist es, das mich seit vielen Jahren zum Motorrad-Gottesdienst in die St. Peter Kirche nach Andernach treibt? Was macht diese Messe so einzigartig?
Wie jedes Jahr treffen wir schon eine Stunde vor der Messe ein. Mitglieder der Kirchengemeinde erwarten uns mit belegten Brötchen und frischem Kaffee. Nach und nach kommen immer mehr Biker. Maschinen werden bewundert. Es sind viele vertraute Gesichter, die sich aus den Helmen schälen. Gesichter von Menschen, die zwar aus den unterschiedlichsten Richtungen kommen, die aber – wie ich seit vielen Jahren - heute aus dem gleichen Grund hier sind. Sie möchten an der Messe teilnehmen. Ich genieße den Pulk von Gleichgesinnten. Es zählt nicht, woher du kommst. Niemand fragt, was du machst. Keiner stört sich an den vom Helm zerknautschten Haaren. Wir sind alle hier, um für einen Augenblick Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
Die Hauptperson, Pastor Schulz, fährt mit seinem Fahrrad vor. Immerhin mit einem Zweirad. Er ist ein Pfarrer zum „Anfassen“, begrüßt uns Biker ebenso herzlich wie seine Gemeindeglieder. Letzte Vorbereitungen werden getroffen: Ein Motorrad mit Kindersitz wird in die Kirche gefahren. Die letzten Minuten vor dem Gottesdienst nutze ich, um allein in die Kirche zu gehen. Der Chor und die Band spielen und singen sich ein. Vereinzelt sitzen schon Mitglieder der Pfarrei St. Peter in den Bänken. Ich muss schmunzeln: "Ob Sie ein wenig Angst davor haben, dass wir ihnen gleich ihre Sitzplätze wegnehmen?“, und denke, „ Danke, dass wir heute alle hier sein dürfen.“ Vor der heiligen Mutter Maria zünde ich eine Kerze an. Ich genieße diesen stillen Moment des Gebets und ich danke für all das Schöne und Gute in meinem Leben. Ich bin nicht die Einzige, die das Bedürfnis hat, eine Kerze anzuzünden. Viele Kerzen leuchten bereits.
Die Messe beginnt. Sie steht unter dem Thema: Alles was Du brauchst. Die Worte von Pastor Schulz treffen mich mitten ins Herz. Ich fühle mich angesprochen und ich spüre, dass meine Banknachbarn ebenso empfinden. Das Wort Gottes, das er verkündet, die Bibelpsalme, die bis heute nichts an ihrer Gültigkeit verloren haben, die Fürbitten, die von Bikern gesprochen werden, den Leib Christi, den wir empfangen, das gemeinsame Beten, ……als Zeichen des Friedens reichen wir uns die Hände, wünschen wir auch unseren fremden Banknachbarn Frieden. Wir singen gemeinsam und genießen die Beiträge des Chors und der Band. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Wir alle sind in dieser Stunde Teil einer Gemeinschaft. Einbezogen in die Gemeinschaft der Kirchengemeinde St. Peter. Einbezogen in die Gemeinschaft der Gläubigen. Und wenn ich mich frage „Was macht der Motorrad-Gottesdienst in Andernach zu etwas ganz Besonderem?“, dann ist dies meine Antwort: "Jeder, der heute hier ist, sucht nicht die Attraktion, das Event, das nach der Messe angeboten wird." Es geht nicht um „sehen und gesehen werden“. Die Menschen, die heute hier sind, kommen für den Gottesdienst. Sie sehnen sich nach Gott. Alles, was Du brauchst! So lautet das diesjährige Motto. Ich habe gefunden, was ich gesucht habe. Habe erhalten, worum ich gebeten habe. Ganz viel Nähe, Wärme und das Gefühl, mit der Gemeinschaft eins zu sein, von der Gemeinschaft getragen zu werden. Das ist es, was wir alle brauchen.
Dass der geplante Corso durch die Stadt dann etwas aus dem „Leim gerät“, wie Pastor Schulz schelmisch bemerkt, ist zwar schade, aber nicht weiter schlimm. Viele von uns kommen nochmals zur Kirche zurück, um noch bei einem kleinen Imbiss ein Schwätzchen zu halten. Den anderen geht es wie mir. Von allen Seiten schnappe ich Worte auf: "Die Messe war toll. Der Pastor hat gut gesprochen. Die Band war einmalig. Der Chor super." Und alle sind wir uns einig: Im nächsten Jahr sind wir wieder hier. Danke Pastor Schulz, danke all denjenigen, die in jedem Jahr aktiv oder im Hintergrund dazu beitragen, dass der Motorrad-Gottesdienst in der St. Peter Pfarrei in Andernach für uns jedes Jahr ein Highlight ist.
Angelika Ulff, Neuwied
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