Allgemeine Berichte | 01.04.2016

Auf den Spuren der „Wiege der Bundeswehr“

Auf den Spuren der Vergangenheit

Andernach. Was hat Andernach mit der Bundeswehr zu tun? Die Mitglieder des Historischen Vereins Andernach waren am 18. März Gast in der Krahnenbergkaserne, in deren- nach Umzug des Bundeswehr-Radio Sender „Radio Andernach“ 2002 nach Mayen- verbliebenen Gebäuden das Institut für Wehrmedizinalstatistik und Berichtswesen der Bundeswehr untergebracht sind. Daneben gibt es aber noch eine letzte verbliebene Holzbaracke, die auf Initiative des damaligen Leiters des Sanitäts-Instituts, Oberstarzt a. D. Dr. med. Franz Adolf Malberg im Jahr 2009 unter Denkmalschutz gestellt und schließlich restauriert wurde. In dieser Baracke ist ein Museum eingerichtet worden, dass Antwort geben kann auf die eingangs gestellte Frage: „Denkmal und militärhistorische Sammlung Wiege der Bundeswehr in der Krahnenbergkaserne“.

Oberstleutnant a. D. Ulrich Schmidt nahm die Besucher in Empfang und führte sie durch die Räumlichkeiten.

Er ließ zunächst die Nachkriegszeit lebendig werden, referierte über die Entstehung der westdeutschen Sicherheitspolitik, deren frühe Ziele und politischen Absichten und gab zahlreiche Erklärungen zu Exponaten und Zeitzeugen-Berichten .

In dem ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg sah es nicht so aus, als würde es jemals wieder deutsche Streitkräfte geben, geschweige denn, dass diese gar außerhalb des eigenen Territoriums operieren werden. Zu klar war das Bewusstsein der Rolle, die die Armee in zwei Weltkriegen gespielt hatte, die Tatsache, dass so viel Leid und Verderben von deutschem Boden ausgegangen war. Statt aber Deutschland zu einer entmilitarisierten Zone zu machen, versuchten die Westalliierten mit USA, Großbritannien und Frankreich auf der einen und der Sowjetrussland auf der anderen Seite im Zuge des Kalten Krieges ihre zukünftigen Einfluss- und Interessenbereiche in Europa neu zu definieren und zu manifestieren.

Es kam zu keiner gesamtdeutschen Lösung, die politische Entwicklung führte 1949 zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Es lag im Interesse der Westalliierten, dass die BRD möglichst bald mittels eigener militärischer Kräfte in der Lage sein sollte, sich einem Vordringen der UdSSR in Europa entgegen stellen zu können.

Die Bundeswehr heute gehört zur demokratischen Bundesrepublik Deutschland als souveränem Staat und versteht sich als Verteidigungsarmee und wird von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert. Die Mitglieder bedankten sich bei Oberstleutnant a. D. Ulrich Schmidt für die interessante Führung.

Der Vorstand des Historischen Vereins Andernach lädt alle Mitglieder und Interessierte zur nächsten Exkursion nach Boppard am 23. April ein. Es steht die Besichtigung des neuen Stadtmuseums in der Kurfürstlichen Burg an. Die Exponate erzählen nicht nur die Geschichte der Burg und der Stadt, sondern ein Teil präsentiert auch die Geschichte der berühmten Thonetschen Bugholzmöbel des Erfinders Michael Thonet, der 1796 in Boppard geboren wurde.

Abfahrt zur Exkursion ist am 23. April um 10.13 Uhr von Gleis 1, Andernach. Fußweg zur Burg ca. 700 Meter. Rückfahrt Bahnhof Boppard 15.45 Uhr. Bitte teilen Sie bei der Anmeldung bei Günter Haffke mit, ob Sie eine Fahrkarte benötigen.

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