Allgemeine Berichte | 07.09.2018

Fotos und Gespräche zum Thema „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Badewanne war ein Highlight der Kulturnacht

Im Badezimmer vor dem Rathaus in Andernach machten es sich viele Menschen bequem, so auch Vertreter der Fachkonferenz Integration: (V.li.n.re.) Felix Tölle, Günter Leisch, Lena Pauls, Margret Marxen-Ney und Irmgard Hauröder-Diewald. E.T. Müller

Andernach. Eine Badewanne vor einer Hauswand, Badutensilien und ein Fotoapparat mitten in der Stadt vor dem Rathaus waren ein Anziehungspunkt der bunten Andernacher Kulturnacht. Viele Passanten, ob jung ob alt, hatten einen Riesenspaß, als sie teilweise mit Bademänteln, Badekappe und Quietsche-Entchen in die Wanne stiegen, um sich von Lena Pauls vom Caritasverband Koblenz fotografieren zu lassen. Wie eng es in kleinen Wohnungen sein kann, wurde bildhaft deutlich, als auch ganze Gruppen im Bad Platz nahmen. Und damit war man eigentlich schon beim Thema der diesjährigen Caritas-Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. Mit dieser Installation wollten Dekanat Andernach-Bassenheim und die Caritasverbände Rhein-Mosel-Ahr und Koblenz auf die Tatsache hinweisen, dass in Deutschland eine Million Wohnungen fehlen. Auch im Kreis Mayen-Koblenz ist bezahlbarer Wohnraum rar, wenn zum Beispiel aus einem Drei-Personen-Haushalt durch Familiennachzug eine fünfköpfige Familie wird oder weil durch Geburt eines weiteren Kindes die Wohnung zu klein geworden ist. Neben Menschen, die wenig verdienen, die arbeitslos sind oder mit Migrationshintergrund sind zunehmend auch Einzelpersonen betroffen, also Rentner, Studenten und Schüler sowie Menschen mit Einschränkungen, beispielsweise bei Erkrankung oder Behinderung.

Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Vom offenen Badezimmer zeigten sich die Leute begeistert. Eine gute Gelegenheit, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Margret Marxen-Ney, Dienststellenleiterin des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V., Irmgard Hauröder-Diewald und Felix Tölle, Seelsorger an der Rhein-Mosel-Fachklinik und Leiter der Fachkonferenz, sowie Pastoralreferent Günter Leisch vom Dekanat Andernach-Bassenheim erklärten, was es mit der Aktion auf sich hat, und sie hörten auch von Leerständen und erfolgreichen Wohnprojekten. Viele Menschen fanden es toll, dass auf diese Weise auf ein wichtiges Thema aufmerksam gemacht wird, wobei ein Passant kritisierte, dass Neubaugebiete die Natur zerstören, während in den Orten selbst zu wenig für die Sanierung von Altbauwohnungen getan werde. Andere wiederum meinten, dass ländlicher Wohnraum auch durch einen besseren öffentlichen Personennahverkehr attraktiver gemacht werden müsse. „Das war ein richtig gute Aktion mit vielen offenen, konstruktiven Gesprächen“, fasste Margret Marxen-Ney ihre Erfahrungen zusammen. Auch Irmgard Hauröder-Diewald, Günter Leisch und Felix Tölle zeigten sich von der großen Resonanz beeindruckt.

Und Lena Pauls resümierte: „Ich hatte mit maximal fünf Personen gerechnet, die sich vielleicht in die Badewanne setzen und fotografieren lassen, jedoch nicht mit diesem tollen Echo!“ Die Aktion in Andernach führte vielen Menschen vor Augen, dass jeder Mensch ein Zuhause braucht. Die Bildershow ist auf der Homepage der Caritas zu sehen: www.caritas-andernach.de. Die Fachkonferenz Integration des Dekanats Andernach-Bassenheim, zu der Mitarbeiter des Dekanats und der Caritasverbände Rhein-Mosel-Ahr und Koblenz gehören, will auf die Bedeutung von Wohnraum hinweisen und dafür werben, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In einer weiteren Aktion wird am 1. Dezember in der Förder- und Wohnstätte Kettig ein Film thematisieren, wie Alt und Jung gemeinsam besser wohnen.

Weitere Infos gibt es beim Leiter der Fachkonferenz Pastoralreferent Felix Tölle; Tel. (0 26 32) 40 75 53 6.

Im Badezimmer vor dem Rathaus in Andernach machten es sich viele Menschen bequem, so auch Vertreter der Fachkonferenz Integration: (V.li.n.re.) Felix Tölle, Günter Leisch, Lena Pauls, Margret Marxen-Ney und Irmgard Hauröder-Diewald. Foto: E.T. Müller

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