Allgemeine Berichte | 22.11.2019

Kommunales Kino Andernach

Bewegende Geschichte eines jüdischen Kindes

"Der Junge im gestreiften Pyjama" aufgeführt

Andernach. Man kennt sie aus vielen Gedenkstätten, diese grobe, gestreifte KZ-Kleidung, die ein unbedarfter Betrachter für einen Schlafanzug halten könnte. Zum Novembertermin des „Kommunalen Kinos“ wurde ein Film ausgewählt, der sich mit dem zentralen Thema beschäftigt, dem alljährlich im November gedacht wird. 60 Zuschauer waren gekommen, um sich einen Film anzusehen, der aus der Sicht eines neunjährigen Kindes die ganze Ungeheuerlichkeit des Holocaust vor Augen führt.

„Auf den 9. November fällt eine Reihe von Ereignissen, die für die deutsche Geschichte als politische Wendepunkte mit teilweise internationalen Auswirkungen gelten“, erläuterte Sigrid Schug bei ihrer Begrüßung. Auch Barbara Söhngen, Vorsitzende des Freundschaftskreises Dimona-Andernach, sprach deutliche Worte, mit denen sie den immer stärker werdenden Antisemitismus anprangerte, den man nicht unwidersprochen hinnehmen dürfe.

„Der Junge im gestreiften Pyjama“ aus dem Jahr 2008 ist die Verfilmung eines Romans des irischen Autors John Boyne, der weltweit großes Kritikerlob erhielt. Der Originaltitel „The Boy in the Striped Pyjamas“ erschien im Jahr 2006. Aus der Perspektive eines unbedarften Neunjährigen wird der Mord an Millionen Juden thematisiert. Bruno, Sohn des Lagerkommandanten, lebt mit seiner Familie in einer großzügigen Villa in unmittelbarer Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz. Bruno glaubt, nebenan sei ein „Bauernhof“, wo Menschen leben, die alle Pyjamas tragen. Manches kommt ihm seltsam vor, z. B. der beißende Geruch, der von dort herüberweht. Seine Fragen werden aber nur ausweichend beantwortet. Die ältere Schwester Gretel ist vollständig von der Nazi-Ideologie eingenommen. Sie schwärmt für einen strammen Leutnant und lauscht hingerissen seinen Worten. Ihr Zimmer dekoriert sie mit Nazi-Insignien. Man spürt förmlich, wie manipulative Indoktrination funktioniert.

Obwohl es Bruno streng verboten ist, das Privatgelände zu verlassen, gelingt es ihm eines Tages, an den Lagerzaun zu kommen. Er freundet sich mit dem jüdischen Jungen Schmuel an, der hinter dem Stacheldraht eingesperrt ist. Beiden Jungen ist gemeinsam, dass sie die Realität des Lagers aus ihrer kindlichen Sicht heraus nicht wirklich begreifen können und nicht verstehen, warum sich der eine diesseits und der andere jenseits des Zaunes befindet. Bruno bezeichnet Schmuel als seinen Freund, spielt mit ihm und besorgt ihm Essen, das dieser gierig verschlingt.

Es ist diese naive Sicht der Kinder, die besonders anrührt. Was sich tatsächlich hinter dem Zaun abspielt, übersteigt jede menschliche Vorstellungskraft - umso mehr die eines Kindes. Die Unmenschlichkeit einer Ideologie, die auf einem Herrenmenschendenken basiert, das andere Menschen degradiert und vernichtet, wird schonungslos, aber nicht plakativ vorgeführt, was manchem Zuschauer den Atem stocken ließ. Besonders nach dem schockierenden Ende des Films herrschte noch lange Schweigen im Raum.

Der nächste und letzte Filmtermin für dieses Jahr ist am 17. Dezember. An diesem Dienstagabend wird ein Wunschfilm im Gemeindesaal der Christuskirche gezeigt, den die Zuschauer unter zwei möglichen Filmen auswählen konnten. Man darf gespannt sein, ob eine Tragikomödie mit Robert de Niro oder die romantische Komödie mit Hugh Grant das Rennen gemacht hat.

Pressemitteilung des

Kommunalen Kinos Andernach

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
  • Bernd Kircher: Es ist der Ottenturm in der Andernacher Stadtmauer an der Verbindung zwischen Stadtgraben und Oberer Wallstraße.
  • Helma Bermel : Andernach Stadtmauer, am Stadtgraben.
  • Gabriele Schammler: Bilderrätsel Es handelt sich um einen Teil der Andernacher Stadtmauer in der Nähe der Burgruine.
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!
Lava Grill Buffet
Praxis an neuem Standort
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch
Maifest in Gönnersdorf
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3
61

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 2
61

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
6

Maiwecken der Blaskapelle Ettringen e.V.

Der Mai ist gekommen

Ettringen. Auch in diesem Jahr am 01. Mai spielt die Blaskapelle Ettringen zum traditionellen Maiwecken auf.

Weiterlesen

Die Organisatoren und Sponsoren der diesjährigen „Nacht der Vulkane“.  Foto: AKS
8

Vielfältiges Programm rund um die Kultur- und Erlebniswoche vorgestellt

Die 19. „Nacht der Vulkane“ verspricht eine spannende Festwoche

Burgbrohl. Wo vor 13.000 Jahren Vulkane ausbrachen und mit Ascheregen und Strömen glühender Lava die Landschaft um den Laacher See für immer prägten, wird wie jedes Jahr auch 2026 gefeiert werden. Bei einer Pressekonferenz im Schloss Burgbrohl stellten die Organisatoren rund um Sarah Stein, Geschäftsführerin des Zweckverbandes „Sagenhafte Vulkanregion Laacher See“ sowie die beteiligten Orts- und Verbandsbürgermeister ein vielfältiges Programm vor.

Weiterlesen

Die Kinder empfingen die Erste Heilige Kommunion.  Foto: Dietmar Walter
48

Erstkommunion der Kirchorte Rheinbrohl, Hammerstein, Leutesdorf

„Gottes Liebe ist wie die Sonne“

VG Bad Hönningen. Am Sonntag, dem 19. April, empfingen 19 Kinder aus Rheinbrohl, 4 Kinder aus Leutesdorf, ein Kind aus Hammerstein und ein Kind aus Bad Hönningen in der Kirche St. Peter und Paul die Erste Heilige Kommunion.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Kleinanzeigen
Kirmes Polch 2026
neue Heizung?
Rund ums Haus Daueranzeige
Kirmes Polch
Dachdecker (m/w/d)
Floristik Meyer
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest Gönnersdorf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Minijob
Servicemitarbeiterin
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr