Spielplatz & Wohnraum
Bürgerinitiative fordert Wohnraum und Spielplatzschutz in Andernach
aus Andernach
Andernach. Wohnraum schaffen – aber nicht auf Kosten eines Spielplatzes!
Die aktuelle Berichterstattung über das geplante Neubauprojekt in der Von-Bodelschwingh-Straße zeigt: Die politische Diskussion geht weiter. Die Bürgerinitiative begrüßt, dass sich FWG und SPD weiterhin für das Vorhaben einsetzen. Man erwartet jedoch, dass die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Kinder und Familien endlich gleichwertig berücksichtigt werden.
Die Botschaft ist klar: Keiner in der Bürgerinitiative ist gegen bezahlbaren Wohnraum, sondern nur gegen eine Planung, die einen wertvollen Spiel- und Aufenthaltsbereich gefährdet, ohne zuvor alle Alternativen ernsthaft zu prüfen.
Der Appell an die SPD, FWG und die Grünen: Nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg planen! Gemeinsam Lösungen finden, die Wohnraum schaffen und den Spielplatz erhalten!
Denn:
1. Ein Spielplatz ist mehr als eine unbebaute Fläche
Ein Spielplatz ist ein Ort der Begegnung, der Bewegung und des sozialen Miteinanders. Er bietet Kindern wohnortnahe Freiräume und Familien die Möglichkeit, sich im eigenen Viertel aufzuhalten und Kontakte zu knüpfen. Gerade in einem gewachsenen Wohnquartier sind solche Flächen nicht beliebig ersetzbar.
Deshalb reicht es nicht aus, auf die grundsätzliche Möglichkeit einer Neubebauung hinzuweisen. Entscheidend ist, welche Folgen diese für die Menschen hat, die dort leben.
2. Bezahlbarer Wohnraum darf nicht gegen Lebensqualität ausgespielt werden
Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen ist unbestritten. Aber Wohnungsbau und der Erhalt von Grün- und Spielflächen dürfen nicht als unvereinbare Ziele behandelt werden.
Deshalb sollte es selbstverständlich und absolut unverzichtbar sein, zunächst alle realistischen Alternativen zu untersuchen: leerstehende Wohnungen, geeignete ungenutzte Grundstücke, andere städtische Flächen und Möglichkeiten einer behutsamen Nachverdichtung. Ebenso muss geprüft werden, wie bestehender Wohnraum saniert und langfristig bezahlbar gehalten werden kann.
3. Bürger erwarten Transparenz und eine echte Beteiligung
Im Artikel der Rhein-Zeitung wird ein übergreifendes Konzept für das Quartier angesprochen. Ein solches Konzept darf nicht nachträglich zur Begründung einer bereits feststehenden Entscheidung dienen. Es muss ergebnisoffen sein und die Bedürfnisse der Anwohnerschaft von Anfang an berücksichtigen.
Bislang sind folgende Fragen immer noch unbeantwortet:
• Welche alternativen Standorte wurden geprüft und mit welchem Ergebnis?
• Wie viele Wohnungen können tatsächlich dauerhaft zu bezahlbaren Mieten angeboten werden?
• Welche Auswirkungen hätte das Vorhaben auf Spielmöglichkeiten, Grünflächen, Bäume, Verkehr und Aufenthaltsqualität?
• Wie soll ein gleichwertiger Ersatz für den Spielplatz aussehen, falls seine Fläche bebaut wird?
• Wie werden die Anwohnerinnen und Anwohner verbindlich an der weiteren Planung beteiligt?
4. Ein Ersatz muss tatsächlich gleichwertig sein
Sollte ein Ersatzspielplatz vorgesehen werden, muss dieser erreichbar, sicher, attraktiv und für die Kinder des Quartiers geeignet sein. Ein bloßes Versprechen, später eine andere Fläche aufzuwerten, reicht nicht aus. Der Erhalt bestehender Spielmöglichkeiten muss bei jeder Abwägung ernsthaft berücksichtigt werden.
Die Forderung
Der Andernacher Stadtrat darf keine unumkehrbare Entscheidung treffen, bevor eine transparente Prüfung aller Alternativen und eine ernsthafte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erfolgt ist.
Es muss möglich sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zugleich die Lebensqualität der Bürger zu bewahren. Kinder brauchen Wohnungen – aber sie brauchen auch Platz zum Spielen, Natur und sichere Freiräume.
Die Bürgerinitiative „Rettet unseren Spielplatz“ steht für eine sachliche Diskussion, transparente Entscheidungen und eine Stadtentwicklung, die alle Generationen im Blick hat.
Wirklich als Baugrund alternativlos? Foto: Privat
Weitere Themen
Baugrund oder Sozialer Treffpunkt? Foto: Privat