Spielplatz-Neubau Andernach
Bürgerinitiative weiter auf Lösungssuche
aus Andernach
Andernach. Am 10.09.2026 fand ein Treffen von Vertretern der Bürgerinitiative „Rettet den Spielplatz Von-Bodelschwingh-Straße“ mit dem Oberbürgermeister statt.
Erst vor Ort zeigte sich, dass weitere Teilnehmer zu dem Gespräch eingeladen waren: Die Fraktionsvorsitzenden von FWG, SPD und den Bündnis90/Die Grünen, ein Beigeordneter, der designierte Bürgermeister Sammy Labidi sowie drei Mitglieder der Stadtverwaltung.
Einige Teilnehmer beharrten darauf, dass der Neubau auf dem Spielplatz alternativlos sei. Gleichzeitig wurde der Bürgerinitiative eine Mitarbeit am weiteren Prozess angeboten.
Die Initiative fragt sich jedoch zu Recht: Wie soll eine echte Beteiligung aussehen, wenn das Ergebnis – die Bebauung – bereits feststeht und nicht mehr unvoreingenommen diskutiert wird?
Die Mitglieder der Bürgerinitiative suchen daher weiterhin ergebnisoffen nach einer Lösung, die beide Seiten zufrieden stellen kann.
Hierbei stieß man im Rats- und Bürgerinformationssystem der Stadt Andernach auf einen Vorschlag, den die Freie Wähler Gruppe am 04.03.2025 an den Oberbürgermeister richtete und der vielleicht weiteres Nachdenken wert ist.
In diesem Schreiben werden Möglichkeiten der Innenstadtentwicklung aufgeführt, um dem Wohnungsbedarf „nachhaltig und ressourcenschonend gerecht zu werden“. Die Idee war, Dachgeschosse vorhandener Gebäude auszubauen.
Dies sei
•nachhaltig, denn „Es werden keine neuen Flächen versiegelt und die bestehende Bausubstanz wird sinnvoll genutzt.“
•kosteneffizient, da „Für Eigentümer ein Dachgeschossausbau oft günstiger zu realisieren ist, als ein Neubau.“
•flexibel, denn „Dachgeschosse eignen sich besonders zur Schaffung moderner, individueller Wohnformen, Dies kann den Bedürfnissen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen gerecht werden – von Familien über Singles bis hin zu Senioren.“
Erstaunlich: Der Vorschlag der FWG scheint schnell in Vergessenheit geraten zu sein.
Bereits knapp zwei Monate später wurde die Machbarkeitsstudie vorgestellt, die sowohl die Aufstockung vorhandener Gebäude als auch die Bebauung des Spielplatzes untersuchte.
Bei der Berechnung der Aufstockungsvariante wurden sämtliche ohnehin anstehenden Sanierungskosten der betroffenen städtischen Gebäude eingerechnet – mit dem Ergebnis, dass diese Variante als unwirtschaftlich eingestuft wurde.
Die Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit – also ob sich das Projekt allein über die Kaltmiete rechnet – wurden allerdings nur für die Aufstockung geprüft. Für den geplanten Neubau fehlt eine solche Rechnung in den Unterlagen völlig. Man muss sich daher fragen, ob der Neubau bei derselben Messlatte nicht ebenfalls durchfallen würde: Seine Kosten je Quadratmeter liegen schließlich drastisch über denen der Aufstockung.
Die Stadt unterhält in der Von-Bodelschwingh-Straße mehrere Gebäude, die teilweise sanierungsbedürftig sind. Aus Sicht der Bürgerinitiative liegt es daher nahe, die ohnehin anfallenden Sanierungskosten den Kosten eines Dachgeschossausbaus gegenüberzustellen und beides mit den Kosten eines Neubaus zu vergleichen.
Zusätzlich attraktiv wird diese Variante durch die Möglichkeit vereinfachter Genehmigungsverfahren beim Dachgeschossausbau.
Da sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen seit März 2025 deutlich geändert haben, darf die vorliegende Wirtschaftlichkeitsprüfung vom 28.03.2025 nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage im Jahr 2026 dienen.
Die Bürgerinitiative schlägt vor, die Machbarkeitsstudie zur Aufstockung unter den heute geltenden rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu aktualisieren und dabei alle städtischen Gebäude in der Von-Bodelschwingh-Straße in die Betrachtung einzubeziehen, sowie die Gesamtsituation ergebnisoffen zu bewerten.
Der Spielplatz wird rege genutzt Foto: Privat
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Spiel- und Begegnungsstätte und grüne Oase in der Südstadt Foto: Privat