Politik | 03.06.2013

SC 07 Bad Neuenahr stellt Insolvenzantrag

Bundesligist steht vor dem Aus

Celia Okoyino da Mbabi. privat

Bad Neuenahr. Die großen Zeiten des Frauenfußball-Bundesligisten SC 07 Bad Neuenahr neigen sich dem Ende entgegen. Das Gründungsmitglied der Bundesliga hat beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Vereins gestellt. Das teilten die Verantwortlichen des Traditionsvereins von der Ahr in einer Pressemitteilung mit. Darin heißt es auch: „Dies ist der zweite tiefe Einschnitt in das Vereinsleben des SC 07 Bad Neuenahr innerhalb von zehn Tagen: Nach dem plötzlichen Ableben des Präsidenten Bernd Stemmeler am 17. Mai jetzt der Insolvenzantrag. Diese Maßnahme wird für viele Vereinsmitglieder, Freunde und Förderer des Frauenfußballs, Politik und Verwaltung der Region und darüber hinaus überraschend sein. Zwar waren finanzielle Engpässe seit Langem vorhanden und bekannt, aber die Vereinsleitung hatte es in der Vergangenheit mit viel Unterstützung aus dem Kreis der Gläubiger und Sponsoren immer wieder geschafft, die Zahlungsfähigkeit noch aufrechtzuerhalten.“

Mit dem durch das Insolvenzgericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter sollen die Weichen für die dauerhafte Sicherung der Aufgaben des Vereins, zu denen neben der Jugendarbeit auch der Spielbetrieb mehrerer erfolgreicher Amateur- und Lizenzligamannschaften gehören, gestellt werden.

Seit Jahren stemmte sich der SC 07 gegen den drohenden Bankrott. Dass Bad Neuenahr finanzielle Schwierigkeiten aufwies und stets im Bereich der roten Zahlen wirtschaftete, war im Umkreis des Frauenfußballs ein offenes Geheimnis. Letztlich waren die Altlasten des Vereins wohl zu hoch, um weiter erstklassigen Sport an der Ahr zu bieten.

Weiter teilte der Verein mit: „Mit großem Bedauern musste das im November vergangenen Jahres neu gewählte Präsidium feststellen, dass die Hilfen der Sponsoren letztlich nicht den erhofften Erfolg hatten und das Vertrauen der Gläubiger nicht erfüllt werden konnte. Die stetig gestiegenen Verbindlichkeiten und die hohen Altlasten aus mehreren Jahren, die auch durch den Ausfall ehemaliger Hauptsponsoren wie RWE, Apollinaris/Coca-Cola und Deutsche Bahn AG beeinflusst wurden, machen den jetzt beantragten Gläubigerschutz unvermeidlich. Eine weitere Erhöhung der Verbindlichkeiten ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Auch kann die Solidargemeinschaft nicht zusätzlich belastet werden. Nach intensiven Gesprächen mit den betroffenen Partnern, die bis zum Freitagabend andauerten, stellte sich zwar eine große Solidarität heraus, aber die erforderliche Liquidität konnte im erforderlichen Zeitrahmen leider für die kommenden Wochen nicht sichergestellt werden.“

Der Blick ist nach vorn gerichtet

Dennoch ist der Blick nach vorn gerichtet, schließlich ist der Verein vor allem als Ausbildungsbetrieb bekannt. Der SCV 07 verfügt über ein Refugium an Talenten – Schülerinnen und Juniorinnen mit Zukunftsperspektiven. Die Vereinsführung wird sich nun ohne den verstorbenen Präsidenten mit allen Präsidiumsmitgliedern weiter um die Belange des Vereins kümmern und in Zusammenarbeit mit dem vom Gericht zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter versuchen, die finanziellen Voraussetzungen für die Fortführung des Vereins gleichgültig in welcher Form zu ermöglichen“, sagt Vorstandsmitglied Herbert Kommer, der in Personalunion auch als Vize-Präsident des Fußballverband Rheinland tätig ist.

Der Ausverkauf hat begonnen

Nachdem der Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat, geht im Bundesliga-Team der Ausverkauf los. Der Champions-League-Sieger, Deutscher Meister und Deutscher Pokalsieger VfL Wolfsburg hat sich bereits die Dienste der jungen und hoffnungsvollen Torfrau Almuth Schult gesichert. Nun hat auch Celia Okoyino da Mbabi nach neun Jahren an der Ahr ihren Abschied verkündigt. Damit verliert Bad Neuenahr das Gesicht, welches den Verein in der Vergangenheit geprägt hat.

Okoyino da Mbabi wechselt

„In den letzten Monaten habe ich viel über meine fußballerische Zukunft nachgedacht, und mit der Zeit ist in mir die Entscheidung gereift, den Verein - unabhängig von den aktuellen Ereignissen - nach neun wunderschönen Jahren zu verlassen“, schrieb Okoyino da Mbabi auf ihrer Facebook-Seite. Die 24-jährige Nationalspielerin ist auf dem Transfermarkt heiß begehrt. Zu ihrer Zukunft aber mochte sie sich noch nicht äußern: „Was meine Zukunft betrifft, habe ich mich noch nicht entschieden.“

76 Mal trug Okoyino da Mbabi das Nationaltrikot, setzte sich dort stets gegen die Konkurrenten durch. Wohin sie wechseln wird, kann sie sich wohl aussuchen. Gehandelt werden derzeit der Triple-Sieger VfL Wolfsburg aber auch der französische Spitzenverein Paris Saint-Germain.

Aber auch ein Wechsel zum 1. FFC Frankfurt, dem jahrelangen Dominator der Frauenfußball-Szene, scheint nicht ausgeschlossen. Denn dort würde Okoyino da Mbabi unter Umständen auf ihren derzeitigen Trainer Colin Bell treffen. FFC-Manager Siegfried Dietrich, der Alleinherrscher beim Frankfurter Topverein bezeichnete Bell als seinen „Wunschkandidaten“ und kündigte „finale Gespräche“ an.

Wie immer die Zukunft des SC 07 Bad Neuenahr auch aussehen mag, der Ausverkauf der Topstars hat soeben erst begonnen.

Celia Okoyino da Mbabi. Foto: privat

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