Wirtschaft | 23.08.2015, 14:00 Uhr

Brüssel lobt die Rolle der Volksbanken für die Stabilität des Finanzsystems

„Den Worten jetzt auch Taten folgen lassen“

Regulatorische Vorschriften belasten Regionalbanken unnötig schwer

Vorstandsvorsitzender Elmar Schmitz. Volksbank

Region. Anerkennung aus Brüssel - das erfahren deutsche Genossenschaftsbanken eher selten. Vielfach sind EU-Politikern Herkunft, Geschichte, Geschäftsmodell und wirtschaftliche Bedeutung von Kreditgenossenschaften schlichtweg unbekannt. Umso mehr freuen sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Region über ein aktuelles Urteil aus Brüssel. Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel: „Im neuesten EU-Amtsblatt wird in bemerkenswerter Weise die Rolle der Genossenschaftsbanken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems gewürdigt. Zur Verbesserung der Mittelstandsfinanzierung wird sogar ausdrücklich deren Stärkung empfohlen.“

Grundlage der Veröffentlichung ist eine Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zu Genossenschaftsbanken und Sparkassen. In dem Gremium arbeiten Arbeitgeber, Gewerkschaften und andere Interessengruppen aus ganz Europa zusammen. Über die deutschen Kreditgenossenschaften heißt es in dem Papier, sie verfügten „in der Regel über gesunde Kapitalstrukturen mit angemessener Risikobereitschaft“. Ebenso wichtig seien „die Verbindung zur gewerblichen Wirtschaft vor Ort, territoriale Verwurzelung, Kundennähe sowie Nähe zu lokalen Interessen und sozialen Akteuren.“ Im Ergebnis kommen die Ausschussmitglieder zu dem Schluss, dass regulatorische Vorschriften der EU auf Großbanken zugeschnitten sind und kleine, solide Regionalbanken dadurch unnötig schwer belastet werden. Die Forderung der Wirtschaftsexperten lautet daher: „Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit anwenden und die Besonderheiten der Regionalbanken stärker berücksichtigen.“ Bei den Genossenschaftsbanken in der Region stoßen die neuen Töne aus Brüssel auf offene Ohren. Elmar Schmitz betont: „In der Analyse und Bewertung des EWSA finden wir uns ganz klar wieder. Vielleicht liegt es daran, dass hier Fachleute, die die Praxis kennen, zusammenarbeiten. Schön wäre, wenn den Worten jetzt auch Taten folgen würden.“ Nach wie vor sind die heimischen Volksbanken und Raiffeisenbanken unzufrieden mit ihrer Behandlung durch die EU. So werden die Kreditgenossenschaften indirekt seit 2014 von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt. Zudem müssen die Volksbanken und Raiffeisenbanken - obwohl sie selbst nicht zu dieser Kategorie zählen - in einen europäischen Bankenabwicklungsfonds für systemrelevante Institute einzahlen. Ganz besonders schmerzt die erfolgreichen Regionalbanken, dass sie seit der Finanzkrise eine Fülle neuer Meldepflichten zu erfüllen haben, die Banken ihrer Größe um ein Vielfaches mehr belasten als Großbanken. Elmar Schmitz erklärt: „Dabei waren wir nicht die Verursacher der Krise, sondern konnten im Gegenteil einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Stabilität leisten.“ Pressemitteilung

Volksbank RheinAhrEifel eG

Vorstandsvorsitzender Elmar Schmitz. Foto: Volksbank

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Image Anzeige
Dauerauftrag 2026
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, August 2026 Teil2
Titel-Anzeige
Inno aus der VG
Angebotsanzeige (August)
Empfohlene Artikel
Genuss, Wohnen, Garten, Mode und Kunst: Bei der Herbstpartie kommen die Besucher auf ihre Kosten.  Foto: Reno Müller
1237

Namedy. Den Spätsommer bewusst genießen und besondere Tage erleben: Vom 4. bis 6. September 2026 lädt die Herbstpartie Burg Namedy zu einem stimmungsvollen Lifestyle-Markt in einzigartiger historischer Umgebung ein. Auf dem weitläufigen Gelände der Burg Namedy präsentieren rund 160 sorgfältig ausgewählte Ausstellerinnen und Aussteller ihre hochwertigen Angebote – eingebettet in Burgmauern, Parklandschaft und spätsommerliches Licht.

Weiterlesen

Vor dem Lotto Haus in Moselweiß zeigen Christian Baldauf links und Fedor Rose voller Stolz den Geschäftsbericht 2025. Foto: HEP
54

Koblenz. Gefährdet die KI die 167 Stellen der Lotto-Mitarbeiter? „Nein“, sagte bei der Bilanz-Pressekonferenz Christian Baldauf, seit Juni neuer Geschäftsführer der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH in Koblenz und weiter: „Die künstliche Intelligenz ist nicht ganz fehlerfrei, hier muss aber alles überprüft und abgesichert sein. Daher sind die Arbeitsplätze sehr sicher. Seit eineinhalb wird die KI aber in allen Abteilungen als Hilfsmittel eingesetzt.“

Weiterlesen

Weitere Artikel