Elternabend an der Geschister-Scholl-Realschule plus in Andernach
„Denn wir wissen nicht, was sie tun ...“
Der Kriminalhauptkommissar und Autor Jörg Schmitt-Kilian referierte über Mobbing und Gewaltprävention
Andernach. Anfang März fand in der Geschwister-Scholl-Realschule plus ein Elternabend für alle Klassen statt, der von den Eltern mit großem Interesse verfolgt wurde.
Nachdem in den Klassen 7 das Projekt „Gewaltprävention“ mit dem Kriminalhauptkommissar Jörg Schmitt-Kilian von der Kriminaldirektion Koblenz stattgefunden hatte, bot der Referent als Abschluss an, die Eltern über diese Thematik zu informieren.
Schmitt-Kilian gelang es, durch seinen anschaulichen Vortrag und durch Filmpräsentationen sowohl bei den Eltern als auch bei den Lehrerkräften große Aufmerksamkeit zu erreichen.
Vor allem ging der Referent auf die Gewalt in den sozialen Netzwerken ein. Mobbing findet heute wohl auch noch in den Klassenräumen oder auf den Schulhöfen statt, subtiler sind allerdings die Attacken über Facebook und all die anderen Foren, die heute jedem Schüler bekannt sind. Sind erst einmal Eintragungen gemacht worden, sind diese so ohne weiteres nicht mehr zu löschen. Oft sind Eltern nicht informiert und bemerken nicht die Sorgen und Ängste ihres Kindes. Wenn Kinder sich zurückziehen und Kontakte meiden, ist das als Alarmzeichen zu werten. Schmitt-Kilian forderte die Eltern auf, bei Auffälligkeiten auf ihr Kind zuzugehen, auch die Schule zu informieren. Auf keinen Fall sollte man warten und hoffen, dass diese Attacken irgendwann einmal aufhören. Je früher die Problematik angesprochen wird, desto größer ist die Chance, ernsthafte Verletzungen zu vermeiden.
In einer anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass das Ausmaß der Angriffe im Internet nicht allen Eltern bewusst ist. Jörg Schmitt-Kilian gab Tipps, welche präventiven Maßnahmen zuhause ergriffen werden können, damit die Kinder Schutz durch die Eltern erfahren. Das Problem, dass Kinder mit den Medien häufig geschickter umgehen können als ihre Eltern, enthält auch eine Chance: Wenn Eltern sich durch ihre Kinder informieren lassen, kommen sie miteinander ins Gespräch. Ein wichtiges Ergebnis dieser Veranstaltung: Nur durch die Kommunikation miteinander können Probleme behandelt und gelöst werden.
Abschließend bedankte sich Margit Lenarz, stellvertretende Schulleiterin, bei dem Referenten für den interessanten Abend und forderte die Eltern noch einmal auf, bei den aufgeführten Problemen möglichst schnell die Schule zu informieren.
Der ehemalige Drogenfahnder Jörg Schmitt-Kilian ist heute vor allem in der Prävention tätig.
