Allgemeine Berichte | 27.05.2013

Krebsmediziner Martin Bleif in Maria Laach

Die richtigen Worte gefunden

Zuhörer sprachen offen über ihre Krebserkrankung

Im Laacher Forum sprach Martin Bleif über „Krebs“. privat

Maria Laach. „Ein Thema, das auch Nichtbetroffenen unter die Haut geht“, mit diesen Worten kündigte Matthias Wilken, Leiter der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach, den Referenten des Abends im Informationszentrum Maria Laach an. Martin Bleif - führender Krebsmediziner und Privatdozent an der Klinik für Radioonkologie am Universitätsklinikum Tübingen, sprach im Laacher Forum über „Krebs - Die unsterbliche Krankheit“. Der empathische Referent fand die richtigen Worte. Auch selbst an Krebs erkrankte Zuhörer fühlten sich an diesem Abend angenommen.

Ganz persönlich erzählte der Mediziner vom Schicksal seiner Frau Imogen, die sechs Monate nach der Geburt ihrer Tochter an Brustkrebs erkrankte und keine zwei Jahre später verstarb. Für den Krebsmediziner eine persönliche Katastrophe, die seinen Blick von der professionellen Außenaufsicht des Mediziners auf die Innensicht eines selbst Betroffenen wendete. Immer wieder hatte sich seine Frau gefragt, warum gerade sie mit 35 Jahren an Krebs erkrankte und ob sie etwas falsch gemacht habe. Viele Fragen ließen ihr keine Ruhe: „Was zur Hölle ist Krebs eigentlich? Was geht dabei vor? Warum und auf welche Weise entsteht Krebs? Wie funktioniert er? Ist Krebs eine Laune des Zufalls, ist er schicksalhaft, liegt er in den Genen, oder können Menschen durch ihr Verhalten Einfluss nehmen? Bewegt ihr Onkologen euch nicht auf dünnem Eis?“ Seine Frau Imogen trieb den erfahrenen Krebsmediziner an die Grenze seines Wissens, erinnert sich Martins Bleif: „Sie war klug, sie war Medizinerin, sie hatte die Gelegenheit, Tag und Nacht zu fragen - und sie tat es.“ Aus diesen Gesprächen entstanden ist ein Buch, das Martin Bleif „so hatte nicht schreiben wollen.“

In einem historischen Abriss stellte der Arzt in Maria Laach die verschiedenen Krebstheorien von der Antike bis heute nebeneinander und ging ganz aktuell auf Angelina Jolie ein, die sich vorsorglich für eine Entfernung ihrer Brustdrüsen entschieden hatte: „Krebs ist keine Erbkrankheit, auch wenn seltene Ausnahmen (wie bei Angelina Jolie) diese Regel bestätigen. Auch wenn Viren, Chemikalien und Strahlung Krebs auslösen können, ist Krebs weder eine Infektionskrankheit noch eine Vergiftung im klassischen Sinne. Alle Faktoren - Viren, Chemikalien, Strahlung und Vererbung - sind Teile eines Puzzles, die sich nicht zu einem stimmigen Bild fügen.“ Bei der anschließenden Diskussion ging Martin Bleif weiter ins Detail. Der Mediziner hatte im Informationszentrum Maria Laach eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen, so dass auch Zuhörer offen über ihre Krebserkrankung oder die ihrer Angehörigen sprachen. Der Referent fand die richtigen Worte und konnte seinen Gästen eine hoffnungsvolle Nachricht mit auf den Weg geben: „Die Diagnose Krebs wird von Betroffenen oder Angehörigen leider immer noch viel zu oft mit einem Todesurteil gleichgesetzt. Dabei sind heute die meisten Krebserkrankungen heilbar.“

Rheinisch-katholischer Abend

Einen rheinisch-katholischen Abend verspricht Konrad Beikircher am Dienstag, 4. Juni, um 20 Uhr, im Laacher Forum. Nach einer Einführung von Dr. Manfred Becker-Huberti wird der beliebte Kabarettist „Kölner Reliquien - heilige Knöchelchen schräg betrachtet“ humorvoll unter die Lupe nehmen. Katholischer Glaube, gelebt mit einem Augenzwinkern und einem verschmitzten Lächeln im Gesicht - eben rheinisch-katholisch.

Kartenvorverkauf und Nachfragen in der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach, 56653 Maria Laach, Tel. (0 26 52) 5 93 -65, www.maria-laach-buchhandlung.de,

E-Mail: buchhandlung@maria-laach.de.

Im Laacher Forum sprach Martin Bleif über „Krebs“. Foto: privat

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