Allgemeine Berichte | 20.06.2015

Seniorenkreis der Kolpingsfamilie Andernach

Ein „Hotspot“ im Atlantik

Vulkanismus und mehr auf der Kanareninsel Lanzarote - Vortrag stellte Insel vor

Gespannte Aufmerksamkeit herrschte bei den Zuhörern. privat

Andernach. Gespannte Aufmerksamkeit herrschte im Kolpinghaussaal ob des Themas dieses Nachmittags: Lanzarote stand im Fokus des Vortrags von Torsten Lamberz, der als Geowissenschaftler auch in der Praxis als Mitarbeiter des Erlebniszentrums zum Andernacher Geysirs voll in der Materie ist und von seinen Exkursionen über die Insel berichtete. Lanzarote ist die älteste Insel der Kanaren und vulkanischen Ursprungs. Bereits vor rund 36 Millionen Jahren bildeten wiederholte unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel der Insel. Vor 15,5 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus. Im Timanfaya-Gebiet (Nationalpark) ereigneten sich zuletzt im 18. und 19. Jahrhundert starke Vulkanausbrüche, die große Teile des fruchtbarsten Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit zusammen etwa 420 Häusern unter sich begruben. Dieser Nationalpark erstreckt sich über rund 51 km².

Hotspots im Atlantikund in der Osteifel

Als Hotspots (heiße Flecken) werden lokal begrenzte, besonders heiße Bereiche bezeichnet, die sich in der darüber liegenden Erdkruste durch vulkanische Aktivität äußern können. Hotspot-Vulkanismus tritt meist in größerer Entfernung von Plattenrändern auf. Die Kanaren gehören zur afrikanischen Platte. Heißes Magma drückt sich als flüssiges Gestein nach oben und führt zu Ausbrüchen. So gibt es durchaus Parallelen bei der vulkanischen Aktivität in der Ost-Eifel und den Kanaren (tektonische Plattenverschiebungen). Auch unter der Eifelregion liegt noch eine ausgedehnte aktive Magma-Kammer, was das Phänomen des Kaltwasser-Geysirs in Andernach oder die Mofetten im Laacher See erklärt. Torsten Lamberz konnte anhand einer Reihe von Bildern die einzigartige Landschaft Lanzarotes nachzeichnen, was sich in einer faszinierenden Naturkulisse ausdrückt. Schwarze Sandstrände, gepaart mit Schlackenkegeln, prägen das Landschaftsbild.

Die Salinas de Janubio, die mit Windmühlen betrieben wurden, sind heute teilweise noch in Betrieb und dienen der Meersalzgewinnung. Die Los Hervideros sind begehbare Lavahöhlen, in denen die Meeresbrandung tobt und natürlich ein Anziehungspunkt für die Touristen. Unterschiedliche spektakuläre Farbenspiele lösten Erstaunen aus. Dem Künstler und Architekten César Manrique widmete Torsten Lamberz ebenfalls einen Teil des Vortrags. Er trug nämlich mit seinen aufsehenerregenden Ideen entscheidend zur Gestaltung der Insel bei. César Manrique hatte erreicht, dass außer einem Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife kein Gebäude auf der Insel höher als drei Stockwerke (also einer ausgewachsenen Palme entsprechend) gebaut werden durfte; somit war die Insel nicht für den typischen Massentourismus geeignet. Diese Entwicklung hat sich nach seinem Tod allerdings verändert, sodass (leider) in den Touristenhochburgen nun ebenfalls höher gebaut wird. Die Gestaltung der Häuser sah außerdem vor, sie generell weiß zu streichen und in Fischerorten deren Fensterläden, Türen und Gartenzäune blau und in landwirtschaftlichen Gegenden grün abzusetzen.

Nicht zuletzt streifte der Referent noch das Thema Weinanbau, der sich vom Weinanbau am Mittelrhein deutlich unterscheidet. So machte der Vortrag Lust auf mehr und regte zu der Überlegung an, noch einmal oder erstmals dieses Eiland im Atlantik, das sich von einem Teil der anderen Kanareninseln deutlich unterscheidet (minimale Sandstrände, Hochhausbebauung, größere Städte) im Urlaub zu besuchen.

Gespannte Aufmerksamkeit herrschte bei den Zuhörern. Foto: privat

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