Politik | 21.09.2015

Unternehmer Pierre Wagner spendet 40.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit

Ein Zeichen gegen den „wiedererwachten braunen Sumpf in Deutschland“

Familie des Unternehmers Pierre Wagner flüchtete 1940 durch Europa und erlitt viel Leid

Der Mayener Unternehmer Pierre Wagner (2.v.l.) spendete 40.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit. Landrat Dr. Alexander Saftig (l.), Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (r.) und der Mayener SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Sondermann nahmen die Spenden stellvertretend entgegen. Foto: WE

Mayen. Als die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 das luxemburgische Esch an der Alzette eroberte, versteckten sich viele junge Escher bis 1944 in den umliegenden Bergwerken. Die Familie Wagner flüchtete und erlitt dabei unendlich viel Leid. Sie zog bis Spanien und wurde vom Franco-Regime zurückgeschickt. „Letztlich fand mein Vater sich als Fremdarbeiter in Mayen wieder und wurde 1945 befreit“, berichtet der erfolgreiche Mayener Unternehmer Pierre Wagner, „mein Vater hatte Glück; die meisten seines Jahresganges wurden in die Wehrmacht gezwungen und starben an der Ostfront.“

Pierre Wagner selbst war jahrelang staatenlos, bis er 1959 die Einbürgerungsurkunde der damaligen Bundesrepublik Deutschland erhielt.

Diese lebenslang prägenden Umstände ließen in dem erfolgreichen Unternehmer den Gedanken wachsen, etwas in der augenblicklichen Flüchtlingssituation tun zu wollen. „Zuerst wollte ich mich der Aktion von Till Schweiger an-schließen“, so Wagner bei der Spendenübergabe, „aber jetzt will ich für die Flüchtlinge in Mayen ein Zeichen setzen.“

Rechtzeitig zum Todestag seines geliebten Vaters, der ebenso den Vornamen Pierre trug, spendete Pierre Wagner jetzt über seine Firmen insgesamt 40.000 Euro. Die Hälfte des Betrages konnte Landrat Dr. Saftig in Empfang nehmen für den Fonds „Willkommen in MYK“. Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel konnte 5.000 Euro in Empfang nehmen und wird das Geld an die verschiedenen, in Mendig schon agierenden Flüchtlingsinitiativen weiterleiten. Eine direkte Spende an die Stadt Mayen kam für Pierre Wagner nicht in Frage, weil er sich augenblicklich in einem Rechtsstreit mit dem Mayener Oberbürgermeister befindet. 10.000 Euro noch in diesem Jahr und weitere 5.000 Euro für Anfang des kommenden Jahres hält der Unternehmer aber bereit, um die Beträge einer noch zugründenden Mayener Flüchtlingsinitiative zu spenden. Diese wollen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD im Mayener Stadtrat, Bernhard Mauel und Helmut Sondermann, noch in diesem Jahr überparteilich initiieren. Dazu soll ein Verein gegründet werden, um weiteren an Spenden interessierten Unternehmen, Verbänden oder Freiberuflern und Privatpersonen den Vorteil steuerlicher Begünstigung bieten zu können.

Wagner stellt Grundstück für Aufstellung von Wohncontainern zur Verfügung

Weiterhin stellt Unternehmer Pierre Wagner, wenn gewünscht und zunächst bis 2019 unentgeltlich, ein erschlossenes 1.200 qm großes Grundstück in einem Mayener Wohngebiet für die Aufstellung von Wohncontainern zur Verfügung.

Der Appell der IHK Koblenz zur Diskussion um Flüchtlinge war sehr positiv, befindet Pierre Wagner, reicht aber seiner Ansicht zufolge nicht aus. „Mit meiner Aktion will ich ein Zeichen setzen gegen den „wiedererwachten braunen Sumpf in Deutschland“ begründet der Unternehmer seine „Mayener Initiative“ und hofft auf eine ausgehende Signalwirkung. - WE -

Der Mayener Unternehmer Pierre Wagner (2.v.l.) spendete 40.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit. Landrat Dr. Alexander Saftig (l.), Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (r.) und der Mayener SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Sondermann nahmen die Spenden stellvertretend entgegen. Foto: WE

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Kommentare
21.09.201519:40 Uhr
Ein Mayener Jung

Und was soll dieser Blödsinn als Kommentar? Wenn Herr Wagner seine eigene Familiengeschichte nicht vergessen hat, sondern als Grund sieht, jetzt zu helfen, dann ist es mehr als aller ehrenwert und verdient einen solch dumpfen Kommentar in keiner Weise. Das ist schäbig und zeigt einfach, dass es mehr Menschen wie ihn geben muss, die sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten engagieren. Daher: Hut ab!

21.09.201515:27 Uhr
Peter Schmalenbach

Daran sieht man erneut, wie gut die Mainstreammedien (allen voran ARD, ZDF, RTL, n-tv, N24, Bild, Stern, Spiegel) die Massen manipulieren können. Abgesehen davon, dass die Situation der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg nicht mit der heutigen Armutsmigration vergleichbar ist, sollte man sich genauestens darüber informieren, wer seit über 200 Jahren fast alle Kriege angezettelt hat und wer immer beide Kriegsparteien finanziert und sich daran unermesslich bereichert.

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