Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Andernach unterwegs
Ein erlebnisreicher Tag an der Lahn
Andernach. Der Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Andernach unternahm bei gutem Wetter und bester Laune eine Bahnfahrt nach Limburg an der Lahn. Nachdem sich alle mit einem Mittagessen gestärkt hatten, begann der Rundgang durch die historische Altstadt mit einem Stadtführer, der vom Bischofsplatz aus durch die engen Gassen und Plätze bis zum Limburger Dom führte, wobei er viel Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt anhand der zahlreich vorhandenen Baudenkmäler zu berichten hatte.
Das Stadtbild ist geprägt von engen winkligen Gässchen und zahlreichen zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert erbauten Fachwerkhäusern, wobei mindestens zwei mit der Jahreszahl 1289 zu den ältesten Deutschlands gehören. 40 Hallenhäuser, in deren unterste Stockwerke ganze Fuhrwerke geschoben werden konnten, zählte die Stadt. Einige historische Gedenkstätten waren den Andernachern von der eigenen Stadtgeschichte her bekannt: Franziskanerkirche, Beginenhaus, Mikwe, Hochstraße/Höhenstraße.
Auf dem Plötze wurde erst 1985 zur Erinnerung an den Stadthauptmann Friedrich von Hattstein ein Denkmal errichtet, ein Rauf- und Trunkenbold, der im 14. Jahrhundert als Raubritter mit Erpressung und Plünderung sein Unwesen trieb und die Handelswege unsicher machte, bis er sich in Amt und Würden setzen ließ und als Begleitschutz für die Händler seinen Dienst gewissenhaft ausübte. Nachdem die Limburger unter seiner Führung bei einem äußerst grausamen Fehdekampf auf dem Hoheitsgebiet der Reifenberger ein Dorf vernichtet hatten, verlor er in dem darauf folgenden Rachefeldzug Pfingstmontag 1363 im Verteidigungskampf um Limburg sein Leben.
Höhepunkt des Stadtrundgangs war der Treppenaufstieg zum Dom. Der siebentürmige Dom, 1280 vollendet, ehemals eine Sankt Georg geweihte Stiftskirche, spätromanisch konzipiert, aber mit ersten leicht gotischen Ansätzen und erkennbar maurischen Elementen, thront eindrucksvoll über der Stadt. Der Innenraum des Kirchengebäudes dagegen ist in einheitlichem Grau gestaltet, das hier und da mit einigen zartfarbenen Fresken überrascht, die bei den Renovierungsarbeiten entdeckt wurden.
Nach der Stadtbesichtigung fanden alle in der Fußgängerzone vor dem ältesten Kaffeehaus Limburgs ein idyllisches Plätzchen und belohnten sich mit diversen Getränken und süßem Naschwerk. Anschließend blieb noch etwas Zeit zum Bummeln und für Schnäppchenkäufe.
Erfüllt von einem glücklichen Erlebnistag kehrten alle guter Dinge nach Andernach zurück. Die Teilnehmer bedankten sich am Ende ganz herzlich beim Leitungsteam Heidi Cordes und Marianne Kessler, die den Ausflug so hervorragend organisiert hatten.
