Tag des offenen Denkmals in Andernach
Ein fast vergessenes Kleinod
Pfarrgememeinderat St. Albert und Förderverein luden zur Michaelskapelle ein
Andernach. Am „Tag des offenen Denkmals“ wurden überall in Deutschland die Türen zu Sehenswürdigkeiten für Besucher geöffnet. Auch Andernach hat sich mit seinen Denkmälern dieser Aktion angeschlossen.
Außer dem bekannten „Mariendom“ hat die Stadt ein weiteres aus architektonischer und kultureller Sicht sehr bedeutsames Denkmal, die spätromantische St. Michael Kapelle. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Friedhofskapelle errichtet. In späteren Jahren wurde sie in einen Klosterkomplex integriert und überdauerte bis ins 21. Jahrhundert.
In den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde das Augustinerkloster jedoch durch Brand zerstört. Danach wurde im Jahr 1952 an dieser Stelle der Grundstein für die St. Albert Kirche gelegt. Die St. Michael Kapelle ist wie durch ein Wunder von der Feuersbrunst unbeschädigt geblieben.
Die städtische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat das ursprüngliche Bild der Gegend um die St. Michael Kapelle verändert. Sie steht jetzt inmitten des Pausenhofs der Realschule plus St. Thomas. Da der Standort nun abseits der täglichen Wege der Andernacher ist, ist die alte Kapelle weitgehend in Vergessenheit geraten. Für die Neuzugezogenen und die Jugend sind die Kapelle und ihre Geschichte ein ungeschriebenes Kapitel. Viele junge Andernacher wissen gar nicht, dass die Stadt einen solchen kulturellen Schatz besitzt.
Um das zu ändern, hat in diesem Jahr der Pfarrgemeinderat der Kirche St. Albert gemeinsam mit dem „Förderverein Michaelskapelle“ den Akzent beim „Tag des offenen Denkmals“ auf die Michaelskapelle festgelegt.
In diesem Sinne wurde am Vorabend des bundesweiten Denkmaltags zum „Bauzaunfest“ rund um die Kapelle eingeladen. Das Fest begann um 18 Uhr mit einem Abendgottesdienst in der St. Albert Kirche. Die heilige Messe zelebrierte Pfarrer Dumont und stellte in seiner Predigt kurz den historischen Hintergrund der Kapelle vor. Die Messe wurde durch den Gesang des Albertus-Magnus-Chors begleitet. Nach der Kommunion zogen alle Gottesdienstbesucher gemeinsam zur St. Michaelskapelle, wo der Schlusssegen verteilt wurde.
Anschließend lud Pfarrer Dumont alle Gottesdienstbesucher wie auch alle weiteren Interessierten, die zahlreich erschienen waren, zum „Bauzaunfest“ ein. Der Förderverein hatte für kleine Snacks und Getränke gesorgt. Für gute Stimmung unter den Gästen sorgte die musikalische Gestaltung von „das Chörchen“ und „Trommel-AG“. Ebenso viel Zuspruch fand der Auftritt des „Albertus-Magnus-Chors“. Auch das Wetter war auf der Seite der Organisatoren.
An diesem Abend und am Tag des offenen Denkmals haben zahlreiche Besucher die Möglichkeit erhalten die 800-jährige Kapelle von innen zu besichtigen. Im Alltag verhindern derzeit Bauzäune den Zugang zur Kapelle. Sie ist stark beschädigt und droht vollkommen zu verfallen. Um sie zu erhalten, müssen dringend zahlreiche Konservierungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.
Erster Teil der Sanierung mit 220.00 Euro veranschlagt
Es wurden Informationen über die Kapellen-Geschichte wie auch über die geplanten Sanierungsmaßnahmengegeben. Das Architektenbüro „Gesell, Kriesten + Partner“ hat einen Sanierungsplan erarbeitet. Der sieht in der ersten Etappe die Erneuerung des Dachs und die Instandsetzung der bleiverglasten Fenster vor, um die Kapelle von Regen und Schnee zu schützen. Darüber hinaus ist es geplant, auch die Außenfassade zu sanieren. Die Natursteinflächen sollen gereinigt, überarbeitet und ausgebessert werden. Der gesamte Aufwand der ersten Etappe beläuft sich auf rund 220.000 Euro.
Die bisherigen finanziellen Zusagen des Bistums Trier, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Mainz, die dem Verwaltungsrat der Kirche St. Albert vorliegen, können nur zum Teil den Geldbedarf decken. Der Förderverein kann, dank der Mitgliedsbeiträge und erhaltenen Spenden, die Sanierungsmaßnahmen mit 15.000 Euro unterstützen. „Wir hoffen, dass noch in diesem Jahr mit den ersten Ausschreibungen und der Auftragsvergabe zu rechnen ist“, erklärte Pfarrer Dumont. An diesem Abend ist es dem Förderverein gelungen, den Kontostand um den beträchtlichen Betrag von 740 Euro zu vergrößern.
Um die Sanierung der Michaelskapelle vollständig zu verwirklichen, ist der Förderverein weiterhin auf aktive Unterstützung der Andernacher angewiesen. Nur mit vereinten Kräften und vielen bereitwilligen Unterstützern kann das wertvolle Bauwerk erhalten werden.
