Allgemeine Berichte | 25.04.2015

Caritas-Betreuungsverein thematisierte „Vorsorgende Verfügungen“

Eine Patientenverfügung wird immer wichtiger

Nach dem Treffen stand Claudia Götz für die persönlichen Fragen einzelner Teilnehmer zur Verfügung. E.T. Müller

Andernach. In jeder Hinsicht erhellend war der Abend im Haus der Familie, zu dem Claudia Götz vom Betreuungsverein der Caritas in Andernach eingeladen hatte. „Was wird sein, wenn ich im Alter oder bei plötzlicher Krankheit auf die Hilfe anderer angewiesen bin?“, „Wer handelt für mich, wenn ich selbst nicht mehr dazu in der Lage bin?“, „Wer trifft Entscheidungen und was will ich in einer solchen Situation?“, viele Fragen, die von der Mitarbeiterin im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr beantwortet wurden. Gemeinsam mit der Spezialistin setzten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer mit den Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung auseinander.

Besonders großes Interesse bestand an der Patientenverfügung als Ausdruck der persönlichen Selbstbestimmung und als Hilfe für den gesetzlichen Vertreter. Dabei allerdings sind formaljuristische Voraussetzungen wie zum Beispiel die Einwilligungsfähigkeit einzuhalten. Eine Entscheidungsbefugnis für Ehepartner und Kinder schloss der Bundesgerichtshof im Herbst letzten Jahres aus. „Bedenklich“ nannte Götz Vorlageformulare, die nur noch anzukreuzen sind.

Eine Patientenverfügung verdeutlicht den persönlichen Willen im Verlauf einer Erkrankung. Deshalb, so Claudia Götz, ist die Einbeziehung des Hausarztes wichtig: „Die möglichen Folgen meiner chronischen Erkrankung sind ihm bekannt, sodass die Patientenverfügung entsprechend formuliert werden kann.“ Zudem schützt dieses Gespräch vor einer Selbstgefährdung. Es hilft bei der Entscheidung, wann medizinische Maßnahmen angesagt sind und wann nicht. Claudia Götz: „Denn es gibt Leute, die reanimiert worden sind und denen es heute wieder gut geht.“ Die Patientenverfügung ist bindend, wobei der „letzte geäußerte Wille gilt“, verdeutlichte die Mitarbeiterin des Betreuungsvereins.

Die Zuhörer waren sich über die Notwendigkeit einer Patientenverfügung einig. „Bei einer Bekannten mussten wir erleben, wie schnell es geht, dass man keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann“, unterstrich eine Teilnehmerin den Abend mit einer ganz persönlichen Erfahrung.

Nächste Veranstaltung

Weitere Veranstaltungen bietet der Betreuungsverein der Caritas auch in diesem Jahr an. So ist als Nächstes der „Informations- und Erfahrungsaustausch für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer in Andernach“ am Mittwoch, 6. Mai, um 18.30 Uhr geplant, zu dem rechtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie am Thema Interessierte ins Bischof-Bernhard-Stein-Haus, Caritas Andernach, in der Ludwig-Hillesheim-Straße 3 eingeladen sind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen: Tel. (0 26 32) 25 02 0.

Nach dem Treffen stand Claudia Götz für die persönlichen Fragen einzelner Teilnehmer zur Verfügung. Foto: E.T. Müller

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