Förderverein Christuskirche Andernach e.V. lud ein
Eine Reise um die Welt
Salonorchester „Fascination“ aus Bonn faszinierte mit einer Mischung aus Konzert und Lesung
Andernach. Jüngst gastierte das Bonner Salonorchester „Fascination“ in Andernach in der Christuskirche. Und man kann nur sagen: Es faszinierte die gut 70 erschienenen Zuhörer mit seinem neuen Programm „Bon Voyage“. Das Besondere an „Fascination“: Drei Ehepaare bilden das Ensemble, nämlich Klaus Altmann, Ulrike Klüßner und Michael Klüßner (Geige), Volker Mettig (Cello), Gisela Mettig (Bass) und Gabriele Altmann (Klavier). Das Besondere des Programms: Die Musiker spielten nicht nur Salonmusik aus der Zeit von 1900 bis 1950, bestehend aus Romanzen, Schlagern, Evergreens, Tänzen wie Walzer, Tango und mehr, sondern stellten auch die Reisestationen mit der Lesung einiger unterhaltsamer Passagen aus zeitgenössischen Reiseführern vor. Die Arrangements der Stücke stammen vom 1. Geiger Klaus Altmann, die Textauswahl und -lesung nahm Michael Klüßner vor.
Nach der Begrüßung durch den Hausherrn, Presbyter Jürgen Thillmann, begannen die sechs Musiker aus Bonn ihre musikalische und textliche Reise, wie könnte es anders sein, in Wien mit bekannten Klassikern wie „Wien bleibt Wien“ und „In einem kleinen Café“. Weiter ging es nach Prag mit dem melancholischen „Poema“ von Krenek und nach Budapest und Herkulesbad, wobei natürlich Anklänge an alte Traditionen wie Stehgeiger und Zigeunerweisen nicht fehlen durften. Mit „Moskauer Nächte“ und „Nur nicht aus Liebe weinen“ gab es einen Abstecher nach Russland in seine damaligen feudalen Cafés.
In der sich anschließenden Pause konnten die Gäste sich mit Brezeln, Wein, Sekt und anderem stärken. Zu Beginn der zweiten Hälfte reiste man quasi von Moskau nach Neapel, eine Reise, die vor 1914 etwa 400 Mark kostete, das Halbjahreseinkommen eines Arbeiters in dieser Zeit. Nach zwei italienischen Weisen erfolgte die „Einschiffung“ in die Neue Welt. Von Genua ging es nach New York, von dort via Mexiko nach Brasilien und schließlich nach Montevideo und Buenos Aires. „Who“ und „Sentimental Journey“ repräsentierten die USA, „Samba“, Manha de carneval“, „Tico tico“ sowie verschiedene Tangos südamerikanisches Temperament. Dass der Tango sich weltweit rasch verbreitete, obwohl er in einigen europäischen Ländern zunächst verboten wurde, war eine interessante Pointe dazu. Schließlich bot das Ensemble noch einmal das Eingangslied, und eine Zugabe durfte natürlich auch nicht fehlen. Zum Schluss: viel Applaus, der Dank der Vorsitzenden des Fördervereins, Silke Nickel, nebst Blumensträußen und Weinpräsenten. Die ansehnlichen Spenden werden der Sanierung der Christuskirche zugutekommen.
