Gräberfeld in Andernach für die Allerkleinsten nimmt konkrete Formen an
Entwurf von Wittlicher Bildhauer gewinnt
Andernach. Ein Ort zum Trauern für Eltern, die ihr Baby durch eine Fehlgeburt verloren haben: Das soll das „Gräberfeld für die Allerkleinsten“ in Andernach werden. Gemeinsam mit der Stadt plant die Fachkonferenz Trauerpastoral im Dekanat Andernach-Bassenheim seit rund eineinhalb Jahren das Gräberfeld für jene Föten, die unter 500 Gramm wiegen und damit nicht beisetzungspflichtig sind. Die Gestaltung des Gräberfelds hatte die Projektgruppe an sieben Steinmetze und Bildhauer ausgeschrieben. Jetzt ist die Entscheidung der Jury aus Mitgliedern der Projektgruppe und der Kooperationspartner gefallen: Sebastian Langner aus Wittlich wird das neue Gräberfeld gestalten. Am 1. Dezember wurde der Entwurf vorgestellt. In die Entscheidung eingebunden waren dabei auch die Andernacher: Interessierte hatten im Oktober die Möglichkeit, die verschiedenen Modelle der Künstler anzuschauen und ihr Votum abzugeben. Krankenhausseelsorgerin und Mitglied der Projektgruppe Dorothee Strietholt erklärte, Langner habe die Vorgabe der Ausschreibung am besten umgesetzt, die Spannung zwischen Hoffnung und Trauer darzustellen. Langner und die Projektgruppe erklärten, dass die noch vorhandenen Gräber einst verstorbener Kinder erhalten bleiben sollten. In mehreren Gesprächen mit den betroffenen Familien habe man sich ganz bewusst dafür entschieden, sie in den Entwurf einzubinden. Mehrer kleine Stelen aus Basaltstein sollen neu auf diesen Gräbern platziert werden und auch wieder die Namen und Daten der Verstorbenen tragen. „Im Zentrum des kreisförmig angelegten Gräberfelds wird eine große Basaltsäule stehen, die von einer runden, erdhaften Form in eine kantige verläuft und oben von einem Bergkristall durchbrochen ist. Der Kristall fängt den ganzen Tag das Sonnenlicht ein und erlaubt einen Blick auf das „Dahinterstehende“. Er hat aber auch noch trübe Einschlüsse, brüchige Partien“, erklärte Langner. Auf der Hauptstele werde für die verstorbenen Kinder der Satz stehen: „Aus Gottes Hand in Gottes Hand“ und daneben werde es einen zentralen Platz zum Ablegen von kleinen Gedenkstücken geben. Drei bis vier Mal im Jahr soll es Gemeinschaftsbeisetzungen der tot geborenen Kinder auf dem Gräberfeld geben, informierte Gemeindereferentin und Projektgruppenmitglied Marianne Krämer-Birsens. Bildhauer Langner sagte, es sei ihm wichtig gewesen, dass auch nicht religiös geprägte Menschen auf dem Gräberfeld etwas Tröstliches empfinden können - auf eindeutige christliche Symbolik habe er verzichtet. Bewusst gewählt habe er jedoch die embryonale Urform des Kreises, in dem das Feld angelegt wird - als Ausdruck der Trauer um das entstehende und dann genommene Leben. Birgit Brink vom Dekanat Andernach-Bassenheim sagte, Langners Entwurf biete beides: „Einen Platz für die Trauer und die Erinnerung aber auch für die Hoffnung auf das, was danach kommt“.
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