Kolpingsenioren Andernach
Folgen der demografischen Entwicklung sind zu spüren
Andernach. Adolph Kolping war das vierte von fünf Kindern des Lohnschäfers Peter Kolping und dessen Ehefrau Anna Maria. Im Alter von zwölf Jahren erlernte er auf Wunsch der Eltern zunächst das Schuhmacherhandwerk. Trotz der familiären Armut beschrieb Kolping seine Kindheit als glücklich. Nach der Lehre und der Gesellenprüfung arbeitete Kolping als Schuhmachergeselle.
Während seiner Wanderschaft lernte er die menschenunwürdigen Lebensbedingungen und Lebensweisen der Handwerksgesellen kennen. Im Alter von fast 24 Jahren besuchte er das Gymnasium, um danach zu studieren und Priester zu werden. Nach nur dreieinhalb Jahren bestand Kolping das Abitur. Danach studierte er Theologie. 1845 empfing er in der Kölner Minoritenkirche die Priesterweihe und wurde danach zunächst in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal, als Kaplan in die Laurentiuspfarrei und als Religionslehrer an der Real- und Gewerbeschule zu Elberfeld berufen. Hier traf er wieder auf die gleiche soziale Situation wie seinerzeit in Köln als Geselle.
Mit tiefer Armut, sklavischer Arbeitsausbeutung und allgemeiner Verelendung verbanden sich für viele junge Männer geistige Verwahrlosung und Apathie zu einem Milieu, das kaum Hoffnung auf ein sinnerfülltes Leben gab. 1849 kehrte Kolping als Domvikar zurück nach Köln und gründete dort mit sieben Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein. Wie in Köln entstanden auch in anderen Städten Gesellenvereine. Bis zu Kolpings Tod im Jahr 1865 waren es 418 Vereine mit 24.000 Mitgliedern. Im Herbst 1850 schloss Kolping die Vereine Elberfeld, Köln und Düsseldorf zum „Rheinischen Gesellenbund“ zusammen, der sich ab 1851 „Katholischer Gesellenverein“ nannte, um über die rheinischen Grenzen hinaus offen zu sein. Dieser Zusammenschluss war die Keimzelle des heutigen internationalen Kolpingwerks.
Anlässlich der Feier der Kolpingsenioren in Andernach interviewte Alfred Adams den Seniorenkreisleiter Josef Nonn und den Vorsitzenden Georg Manthey. Es gab Fragen zum Zweck der Kolpingfamilie und die Verbundenheit zur christlichen Soziallehre. Auch bei der Andernacher Kolpingfamilie sind die Folgen der demografischen Entwicklung zu spüren, in deren Folge sich die Frage nach Maßnahmen zur Gewinnung neuer Mitglieder stellt. Dies und weitere Themen wurden besprochen. Otto Kaiser zeichnete das Gespräch auf. Zu sehen ist die Aufzeichnung unter dem Titel „Gut zu wissen - Kolpingfamilie Andernach“ im Programm des offenen Kanals Andernach.
