Bürgerfahrt des Deutsch-Österreichischen Freundschaftskreises nach Stockerau
Gastfreundschaft genossen
Weitere Stationen der Reise waren Rothenburg ob der Tauber, Laxenburg und Wien
Andernach. 46 Teilnehmer aus Andernach und Umgebung folgten der Einladung der Volkshochschule Andernach und des Deutsch-Österreichischen Freundschaftskreises, an der diesjährigen Bürgerfahrt nach Stockerau teilzunehmen. VHS-Geschäftsführer Günter von Blohn und der Vorsitzende des Freunschaftskreises Heinz Hörnig hatten wieder ein abwechslungs- und erlebnisreiches Programm für die Fahrt in die Partnerstadt Stockerau zusammengestellt. Erste Station war diesmal Rothenburg ob der Tauber, wo auf die Andernacher Freunde eine informative Stadtführung wartete und anschließend war noch genügend Zeit, die romantische Stadt ob der Tauber auf eigene Faust zu erkunden, zumal noch ein großes Volksfest mit Schützenumzug stattfand. Übernachtet und gut zu Abend gegessen wurde im Nachbarort Reichelshofen in einem zünftigen Brauereigasthof. Hier konnte man die fränkische Ess- und Bierkultur so richtig genießen. Am nächsten Morgen ging es dann in Richtung Stockerau, etwa 600 Kilometer Autobahnfahrt waren zu bewältigen.
Seit 50 Jahren nach Stockerau
Am Spätnachmittag erreichte die Gruppe die Partnerstadt Stockerau und der Obmann des dortigen Partnerschaftsverein Kurt Stuhr erwartete die Andernacher Freunde bereits und begleitete sie nach dem Einchecken im Hotel zum Stockerauer Rathaus, wo Bürgermeister Helmut Laab, die Stadtamtsdirektorin Dr. Andrea Riedler und weitere politische Vertreter des Stadtrates von Stockerau die Andernacher sehr herzlich begrüßten. Günter von Blohn dankte im Namen der Andernacher für den netten Empfang im Rathaus und für die bekannte Gastfreundschaft. Danach ergriff Heinz Hörnig das Wort, denn er hatte ein Jubiläum vorzuweisen. Genau vor 50 Jahren, am 17. Juni 1966, war er zum ersten Mal in Stockerau, und zwar als Mitglied der Andernacher Boxstaffel, die am 18. Juni 1966 in einem Vergleichskampf mit dem Box Club Stockerau in Stockerau auftrat. Nachdem Jürgen Wilke, der damalige Intendant der Andernacher Burgspiele, die ersten Verbindungen auf kultureller Basis zwischen Stockerau und Andernach geknüpft hatte, rief die damalige Andernacher Stadtspitze die Andernacher Vereine auf, Kontakte mit den Stockerauer Vereinen aufzunehmen. Der Andernacher Box-Club war der erste, dem das gelang und somit kam es am 18. Juni 1966 zu erstem sportlichen Treffen zwischen Andernach und Stockerau. Heinz Hörnig wurde damals nach seinem Sieg gegen den Stockerauer Forster einen Pokal überreicht, den das Forum Junger Sozialisten gespendet hatte. Und wer hatte damals den Pokal im Ring überreicht? Kein geringerer als der spätere Bürgermeister von Stockerau Leopold Richentzky und Kurt Stuhr, der heutige Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Stockerau. Dass Heinz Hörnig 50 Jahre später als langjähriger Vorsitzender des Freundschaftskreises Andernach-Stockerau und engagierter Mitstreiter dieser Städtepartnerschaft auftritt, hätte 1966 niemand gedacht. Nach dem Empfang im Stockerauer Rathaus folgte man der Einladung des Stockerauer Partnerschaftsvereins in ein Heurigenlokal in Leobendorf nahe Stockerau. Mit vielen Stockerauer Freunden kamen bei gutem Heurigenwein und Heurigenplatte freundschaftliche und herzliche Unterredungen zustande. Der Vorsitzende des Stockerauer Partnerschaftsverein Kurt Stuhr begrüßte alle Andernachern und Stockerauern Freunde und hob nochmals die gute Partnerschaft zwischen den Andernacher und Stockerauer hervor.
Der Vorsitzende des Freundschafkreises Heinz Hörnig bedankte sich für die Einladung zum Heurigenabend und freute sich, dass so viele Stockerauer Freunde anwesend seien, das zeige, dass die Städtepartnerschaft auch nach 32 Jahren noch sehr eng sei und man sich jedes Jahr auf die Begegnungen in Stockerau oder in Andernach freue.
Das „Unbekannte Wien“
Am nächsten Morgen fuhren die Andernacher zunächst nach Laxenburg zum Grab von Jürgen Wilke, dem Ehestifter der Städtepartnerschaft Andernach – Stockerau. Nach dem Besuch der Grabstätte von Jürgen Wilke ging es mit der Stockerauer Stadtamtsdirektorin Dr. Andrea Riedler, die auch ausgebildete Stadtführerin in Wien ist, in die österreichische Hauptstadt. Erstes Ziel in Wien war die Eisdiele am Schwedenplatz, die nicht nur bei den Andernachern sehr beliebt ist. Das Eis vom Schwedenplatz ist und war für jeden ein Muss. Andrea Riedler hatte sich in diesem Jahr für den Wienbesuch etwas besonderes einfallen lassen, denn nach einer Runde auf dem Cityring ging man zu Fuß durch die Gassen rund um den Stephansdom, wo Andrea Riedler, fernab vom Massentourismus, den Andernachern versteckte und nicht so berühmte Sehenswürdigkeiten zeigte. Sie sprach von dem „Unbekannten Wien“. Diese Führung durch die Gassen in der Weiner Altstadt kam gut an und zum Abschluss besichtigte man noch den Stephansdom. Danach hatte man noch genügend Zeit, sich selbst in der Wiener Altstadt umzusehen, um dann wieder mit dem Bus nach Stockerau zu fahren.
Festspielpremiere vor der Stockerauer Pfarrkirche
Am Abend besuchte man die Premiere der Stockerauer Festspiele, der Höhepunkt der Bürgerfahrt. Gespielt wurde „Der Diener zweier Herren“. Es war ein wunderschöner Sommerabend auf der Tribüne vor der Stockerauer Pfarrkirche. Mit großer Spielfreude und viel Hang zur Skurrilität gingen die Schauspieler zu Werke. Sie machten die Aufführung des Intendanten Zeno Stanek zum luftigen Sommerspaß, für den das Publikum schließlich mit viel Jubel und Applaus dankte. Anschließend waren die Andernacher noch zur Premierenfeier in die Stockerauer Festhalle „Z2000“ eingeladen und konnten sich mit den Schauspielern und den vielen Gästen an einem genussvollen Buffet laben und einen tollen Theaterabend ausklingen lassen. Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abschied nehmen von den Freunden in Stockerau. Es waren viele Freunde gekommen und zum Abschied wurde die Fahnen Österreichs und Deutschlands geschwenkt. VHS-Günter von Blohn und Heinz Hörnig waren mit dem Ablauf der Bürgerfahrt zufrieden und planen bereits für 2017, dann soll es wieder in einer Tagesetappe in die ungarische Hauptstadt Budapest gehen.
Das berühmte Eis vom Wiener Schwedenplatz schmeckt den Andernachern jedes Jahr.
Premiere der Stockerauer Festspiele vor der Pfarrkirche in Stockerau, gespielt wurde „Der Diener zweier Herren“.
