Besuch aus Nigeria in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Andernach
„Gastfreundschaft ist unsere Berufung und Aufgabe“
Andernach. Der nigerianische Bischof Oliver Dashe Doeme war in Andernach zu Besuch. Zusammen mit seinem Freund, dem Kooperator Ngolit William, zelebrierte er den Gottesdienst im Mariendom. In seiner Predigt erklärte er das biblische Verständnis von Gastfreundschaft. Er bezog sich auf die herzliche Aufnahme, die Jesus bei Maria und Marta erfahren hat, und sagte: „Gastfreundschaft ist unsere Berufung und Aufgabe“.
Oliver Dashe Doeme ist Bischof von Maiduguri in Nordnigeria. Seine Diözese erstreckt sich über drei Bundesländer: Borno, Yobe und Adamawa. In Maiduguri hat die islamistische und terroristische Gruppe Boko Haram ihr Hauptquartier. Maiduguri ist ein gefährlicher Ort für Christen. Seit 2009 werden sie bedroht, verfolgt und immer wieder bei Gottesdiensten angegriffen. Viele Christen haben Maiduguri verlassen.
„Es ist schwer, ja schmerzhaft, in einer solchen Situation zu leben und zu arbeiten“, sagt Bischof Oliver. „Nachts hält die Angst die Menschen wach“. Die Anhänger von Boko Haram wählen die Ziele ihrer Anschläge völlig willkürlich aus. Ihr Terror richtet sich vor allem gegen die Christen und ihre kirchlichen Einrichtungen, aber auch gegen die staatlichen Institutionen des Landes. Darunter leiden auch viele liberale Muslime. Allein im Jahr 2012 starben insgesamt fast 800 Menschen bei Attentaten.
Der 53-jährige Bischof sprach über die Ursachen der dramatischen Lage in Nigeria: „Was wir derzeit erleben, ist weit mehr als eine religiöse Krise. Die Gewalt hat politische, soziale und wirtschaftliche Gründe. Das größte Problem Nigerias ist die Korruption. Boko Haram ist ein Produkt dieser Korruption.“ Die Korruption ist schuld daran, dass im ölreichsten Staat Afrikas 70 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Fast ein Drittel der Kinder geht nicht zur Schule. Überall mangelt es an Jobs. Gerade junge Menschen, so der Bischof, sollten Arbeit finden und dadurch eine Zukunftsperspektive bekommen. Wenn das fehlt, dann entstehe ein idealer Nährboden für Extremismus und Gewalt. „Das Wichtigste ist daher, die Krankheit der Korruption zu heilen, bevor sie unser Land zerstört.“
Trotz der unglaublichen Probleme sieht der Bischof genau in Maiduguri seinen Platz. „Wenn Jesus mir diese schwierige Aufgabe zumutet, wie könnte ich davor weglaufen?“, fragt er ruhig. Und er predigt Frieden mitten in einer explosiven Realität, in der Gewaltexzesse allgegenwärtig sind. Angesichts der mörderischen Angriffe und des Sterbens von vielen Gemeindemitgliedern, Nachbarn und Freunden fordert Bischof Oliver, den Dialog zu wählen, statt Rache zu üben. Mit dieser Gesinnung trifft er sich regelmäßig mit muslimischen Führern. Auch das Projekt der Diözese, mit dem sie dank der Hilfe kleinbäuerliche Familien unterstützt, damit sie eine nachhaltige Landwirtschaft MISEREOR betreiben können, wendet sich sowohl an Christen als auch an Muslime. „Jesus kam nicht nur für einen Teil der Menschheit auf diese Welt“, sagt der Bischof. „Jesus starb nicht nur für Christen. Er starb für jeden von uns.“
Zum Abschied feierte Oliver Doeme einen Gottesdienst im Mariendom zusammen mit Pastor Lutz Schultz und Ngolit William. Nach dem Gottesdienst fand eine Begegnung statt, bei der Bischof Doeme alle durch seine Fröhlichkeit und Zuversicht beeindruckte. Er bedankte sich für die herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft und bat um das Gebet für sein Heimatland Nigeria und andere Länder, wo Terrorismus herrscht.
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