60 Jahre Gemeinschaft Wohneigentum Andernach und Umgebung
Gegenseitige Hilfe in vorbildlicher Weise
Andernach. Seit 60 Jahren besteht die Gemeinschaft Wohneigentum Andernach und Umgebung. Dieser Anlass wurde im Historischen Rathaus in einer Feierstunde gewürdigt.
Über 70 Teilnehmer konnte der Vorsitzende Werner Umbscheiden beim Empfang im Foyer begrüßen. Zahlreiche Bilder und Berichte zur Geschichte der Gemeinschaft waren ausgestellt und wurden begutachtet. Mit der musikalischen Einstimmung durch die Kreismusikschule unter der Leitung von Ulrike Friedrich ging es im Ratssaal weiter. „60 Jahre Gemeinschaft Wohneigentum Andernach und Umgebung. 60 Jahre Tradition und Solidarität pflegen.
Gegenseitige Hilfe in vorbildlicher Weise, das ist ein Grund dieses Jubiläum in diesem Jahr zu feiern“, so Oberbürgermeister und Schirmherr Achim Hütten in seinen Grußworten an das „Geburtstagskind“. Außerdem sei die Gemeinschaft ein unverzichtbarer Bestandteil im Andernacher Gemeinwesen.
Ein neuer Stadtteil entstand im Andernacher Süden
Auch der Landesvorsitzende Helmut Weigt überbrachte die herzlichsten Glückwünsche. Im Anschluss ging Werner Umbscheiden auf die Entstehung und die Entwicklung der Siedlergemeinschaft ein. Bereits am 20. März 1953 erschien in der Presse der Plan von Süd-Andernach. „Weit draußen am südlichen Zipfel von Andernach entsteht ein neues Wohngebiet. Das Gelände ist bereits vergeben und dürfte bis zum Sommer 1954 völlig bebaut sein. Vom Hammerweg führt ein Straßenzug, die Friedrich-Ebert-Straße, nach Süden. Von hier aus zweigen kleine Straßen mit erweiterten Enden, sogenannte Höfe, ab.
Eine davon hat schon einen Namen und zwar ‚Michaelshof‘“, hieß es dort. Nach und nach entstehen so Doppel-Siedler-Häuser, und somit erfüllten sich die ersten Siedler ihren Lebenstraum vom eigenen Haus. 1956 hatte Andernach 19.491 Einwohner, die Bautätigkeit nahm zu, und immer mehr neue Wohnviertel entstanden.
Für Schutz und Sicherheit des Eigentums sorgen
In der Südstadt machte man sich Gedanken, welche Interessenvertretung oder Organisation sich überzeugend der Bedürfnisse der Siedler annehmen könnte, wer für Schutz und Sicherheit selbst genutzten Eigentums mit günstigen Leistungen und geringen Beiträgen sorgen kann. Zeitgleich schloss sich die bestehende Landesgruppe Rheinland-Pfalz mit Sitz in Bingerbrück zum 1. Juli 1956 dem Deutschen Siedlerbund an. Das war der Start zur organisierten Mitgliedschaft Andernacher Bürger und Siedler im großen Deutschen Siedlerbund.
15 Familien gehörten zum Gründerstamm der Gemeinschaft, die daraus ein reges Gemeinschaftsleben mit gegenseitiger Hilfe, Unterstützung und guter Nachbarschaft entwickelte. Willi Frahm, ab 1986 Richard Dümpelfeld und ab 2001 Roland Walther haben jahrzehntelang die Verantwortung übernommen und die Geschicke der Gemeinschaft mit der Unterstützung ihrer Ehepartner sowie ihrem jeweiligen Vorstand geleitet. Nach und nach stieg die Mitgliederzahl, und weitere Siedlungsgebiete schlossen sich der Gemeinschaft an.
Es wurden nun auch Hauseigentümer aufgenommen, die nicht in klassischen Sinne als Siedler galten. 2013 wurde Werner Umbscheiden zum Vorsitzenden gewählt.
„Heute zählen wir über 300 Mitgliedsfamilien in Andernach und Umgebung.
Das ist eine Erfolgsgeschichte, die uns stolz macht. Wir führen vierteljährliche Stammtische mit interessanten Themen und fachkundigen Referenten durch, machen Ausflüge und Wanderungen, vermitteln Baumschnittschulungen und kümmern uns um Wohl und Weh unserer Mitglieder, auch über die satzungsgemäßen Aufgaben hinaus“, so der Vorsitzende.
Zu einer Feierstunde und einem Jubiläum gehören traditionell auch Ehrungen. So wurden durch den Landesvorsitzenden Helmut Weigt, den Ehrenlandes- und Ehrengemeinschaftsvorsitzenden Roland Walther und den Vorsitzenden Werner Umbscheiden für 60-jährige Zugehörigkeit Elisabeth Bertus, Agnes Döhr, Meta Landmesser und Erika Knechtel, für 50 Jahre Veronika und Helmut Verbücheln sowie für 25 Jahre Mitgliedschaft Josef und Heidemarie Bell, Erwin Bell, Bodo und Gabriele Bauseler, Ingeborg Gerdom, Christa Hanzlik, Anita Möller, Helga und Gerd Hemm, Ursula und Jürgen Riedel ausgezeichnet.
Mit einem Musikstück und der Einladung zum gemeinsamen Imbiss fand die Feierstunde ihrem Abschluss. Dabei konnten viele gute Gespräche geführt werden, und es wurde auf das bevorstehende Sommerfest mit ökumenischem Gottesdienst am 9. Juli hingewiesen.
