Expertengespräch über gerontologische Pflege wird im Offenen Kanal übertragen
„Gerontologische Pflege – Herausforderung einer alternden Gesellschaft“
Andernach/Vallendar. Die Gerontologie stellt den Oberbegriff für jene Disziplinen dar, die sich mit dem Altern und dem Alter beschäftigen. Das ist nicht nur die Medizin (Geriatrie und Gerontopsychiatrie), das sind auch Psychologie und Soziologie (Psychogerontologie und Soziogerontologie), aber auch die Erziehungswissenschaft (Geragogik), um nur einige zu nennen. Sicherheit, Zugehörigkeit, Biografie, Anstrengung und Wertschätzung. Diese Begriffe sind in der Gerontologischen Pflege zu finden. Was beinhalten sie?
Ein kritischer Zeitpunkt in der Altenpflege ist der Umzug aus der eigenen Wohnung in ein Pflegeheim. Der alte Mensch ist durch eine akute Erkrankung oder widrige Lebensumstände in mehrerer Hinsicht verletzlicher als sonst. Der Umzug in ein Altenheim als „letzte Station“ im Lebensweg konfrontiert ihn nicht nur mit dem Gedanken an den Tod, sondern auch möglicherweise mit dem Bewusstsein, nicht mehr für sich selbst sorgen zu können. Außerdem kann es vielschichtige Konflikte mit nahen Angehörigen geben, die ihrerseits diese Situation mit Schuldgefühlen erleben und häufig über den Elternunterhalt den Heimaufenthalt finanzieren müssen.
Die häusliche Pflege im familiären Umfeld wird von vielen pflegebedürftigen Personen gegenüber einer stationären Pflege in einem Heim bevorzugt, um sich so lange wie möglich Lebensqualität und Selbstbestimmtheit in der gewohnten Umgebung zu erhalten. Wie kann dies auf Dauer sichergestellt werden? Wie können die Pflegenden davor geschützt werden sich selbst zu überfordern?
Osteuropäische Haushaltshilfen aus ihren Heimatländern werden immer häufiger für die Pflege in bundesdeutschen Haushalten angeworben und eingesetzt. Der „Preis“ dafür zahlen die Menschen in den Herkunftsländern.
Demenz ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter: Der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und das quälende Verlöschen der Persönlichkeit betrifft weltweit rund 45 Millionen Menschen – und jedes Jahr kommen weltweit über 300.000 Betroffene dazu. Allein in Deutschland sind derzeit rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Immer wieder gibt es neue Therapien und Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz. Allerdings weiß bis heute niemand wie Demenz entsteht und wie der Verlauf ist, abgesehen von den verschiedenen Arten der Demenz.
Wer sich in der Welt der Pflegeeinrichtungen umsieht, kommt zu dem Ergebnis, dass die Gesellschaft auf die kommende Veränderung bezüglich Alterskrankheiten und des Alterns generell schlecht gewappnet ist.
Mit Prof. Dr. Brandenburg, Universitätsprofessor für Gerontologische Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) in Vallendar, Judith Bauer, Altenpflegerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für gerontologische Pflege der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der PTH und Ralf Anker, Master of Art (Gesundheitsmanagement) und Dipl. Betriebswirt führte Alfred Adams das Gespräch zu dem Thema „Gerontologische Pflege – Herausforderung einer alternden Gesellschaft“.
Otto Kaiser zeichnete das im Pallotti-Saal der pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTH) geführte Gespräch auf. Zu sehen ist die Aufzeichnung unter dem Titel „Gerontologische Pflege – Herausforderung einer alternden Gesellschaft“ im TV-Programm des Offenen Kanals Andernach. Die Sendezeit ist aus dieser Zeitschrift oder im Internet unter OK4.de zu erfahren. Das Tagesprogramm und alle Sendungen können im Livestream im Internet und in der Mediathek angesehen werden. Alfred Adams
