Politik | 15.11.2013

Andernacher Stadtrat

Gräberfeld für „Sternenkinder“ beschlossen

Andernach. Der Rat der Stadt Andernach beschloss am 13. November die Änderung der Friedhofssatzung, um künftig die Möglichkeit zu bieten, sogenannte „Sternenkinder“ beisetzen zu können - dazu wird ein eigenes Gräberfeld angelegt. Dabei geht es um Kinder mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm, die während oder nach der Geburt sterben. Aus der Beschlussvorlage: „Durch die intensive Bindung, die viele Mütter und Väter zum ungeborenen Kind entwickeln, soll mit dieser Grabfläche in Ort entstehen, an dem die Eltern diese Kinder beisetzen und ihrer Trauerbewältigung einen Anlaufpunkt geben können.“ OB Achim Hütten: „Diesem Wunsch wollen wir gerne nachkommen.“

Die Initiative dazu ging von einer Gruppe Seelsorger aus dem Dekanat aus und dem St. Nikolaus-Stiftshospital. Sponsoren für die Gestaltung dieses Grabfeldes sind bereits vorhanden. Die Beisetzungen der „Sternenkinder“ sollen vierteljährlich im Rahmen einer Sammelbeisetzung mit Gedenkfeier stattfinden.

Rotlichtmilieu soll verhindert werden

Änderung der Bebauungspläne Rheinstraße und angrenzende Straßen

Die Bebauungspläne „Rheinstraße / Holzgasse“ und „Meringstraße / Neugasse“ wurden vom Stadtrat geändert: Künftig gilt dort ein Ausschluss von Bordellen und sonstigen Betrieben „mit sexuellen Dienstleistungsangeboten“.

Bereits 2011 wurden in diesem Bereich Spielhallen, Wettbüros und Sexshops ausgeschlossen. Damit sollte ein „Trading-Down-Effekt“ aufgehalten werden. Das gelang offensichtlich nicht so richtig. Daher nun die Erweiterung der Maßnahmen.

„Uns geht es darum“, sagte Hans-Georg Hansen (CDU), „diese Straßen ihren Bürgern zurückzugeben, sie für Touristen attraktiver zu machen und sie in ihrer historischen Bedeutung und mit der wertvollen Bausubstanz zu erhalten.“ Dr. Jens Groh (SPD) sieht die Rheinstraße in „desolatem Zustand“, bei der letzten Änderung der Bebauungspläne habe man Bordelle „vergessen“. Hartmut Dressel (FWG) nannte die Rheinstraße „alles andere als ein Aushängeschild“. Die Steigerung der Problematik mit den Spielhöllen sei das Rotlichtmilieu. Ulrike Linhsen (Grüne) machte damit einhergehend auf die Gefahr von Menschenhandel aufmerksam. Jürgen Schartmann (Linke) hingegen interessiert mehr der bauliche Zustand einiger Häuser.

35 neue Bauplätze in Miesenheim

Neues Baugebiet in der Plaidter Straße soll entstehen

Der Rat der Stadt Andernach beschloss bei zwei Enthaltungen der Grünen die Aufstellung eines Bebauungsplans: In der Plaidter Straße in Miesenheim soll ein neues Wohngebiet entstehen mit 35 Bauplätzen etwa zwischen Friedhof und Bürgerhaus auf beiden Seiten der Straße. Ein beabsichtigtes Baugebiet „Am Roten Kreuz“ lässt sich laut Beschlussvorlage „in absehbarer Zeit nur schwer umsetzen“.

Da in dem Bereich auch Werkhallen stehen, müsste das Gebiet als „Mischgebiet“ ausgewiesen werden. Entsprechend wird bereits jetzt an verschiedene Lärmschutzmaßnahmen gedacht, zu den verbliebenen Teilen einer Firma sowie zum Bürgerhaus hin.

Gerhard Masberg (CDU) begrüßte die Initiative zu einem „neuen und unverzichtbaren Baugebiet für Miesenheim“. Rudi Bannert (SPD) sieht damit eine „Weiterentwicklung für Meisenheim“ gegeben. Egon Schäfer (FWG) hofft auf viele Interessenten für die Bauplätze, fragte aber, ob es ein Problem wegen der Halle geben könnte. Daran knüpfte Ulrike Linhsen (Grüne) an: Es wäre nicht das erste Bürgerhaus, sagte sie, das nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben dürfe.

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