Jahresfahrt des Rasselsteinchores in den Odenwald
Hinter den Kulissen einer Brauerei
Andernach. „Wo sind die Müllers?“ - mit dieser Frage startete die diesjährige Tagestour des Rasselsteinchors in den Odenwald. Die Reisegruppe traf sich morgens am Tor A der Firma Rasselstein in Andernach. Nach den obligatorischen zehn Minuten fehlten immer noch die Müllers und keiner wusste etwas von ihnen. Bei leichtem Regen fuhr der Bus durch das Mittelrheintal in Richtung Bacharach. Plötzlich erreichte den Vorsitzenden ein Anruf von den Müllers und man verabredete, sich in Ingelheim zu treffen und die Müllers in den Bus aufzunehmen. In Bacharach wurde die Frühstückspause mit Fleischwurst, Käse und Brötchen eingelegt, die Sangesbruder Horst Frunzke morgens am Bus angeliefert hatte.
Die Fahrt ging weiter über Ingelheim (Zusammenführung) nach Pfungstadt zur Privatbrauerei. Wir wurden schon von einer ehemaligen Mitarbeiterin und einem ehemaligen Mitarbeiter erwartet. Die Pfungstädter Privatbrauerei wurde 1831 von Justus Hildebrand gegründet, beschäftigt heute circa 130 Mitarbeiter, produziert gut 300.000 Hektoliter Bier und ist die größte hessische Privatbrauerei. Nach einem 15-minütigen Film über die Brauerei und das Bierbrauen ging es auf eine gut einstündige Besichtigungsrunde. Die Gruppe mit dem ehemaligen „Braumeister in Führungsposition“ bekam sehr viele theoretische Informationen und Zahlen über Abwasser, seine Reinigung und Beseitigung. Desgleichen über die Flaschenabfüllanlage. Nach so viel Wissensvermittlung war es endlich an der Zeit, das Bier zu verkosten. Es gab eine zünftige Vesper und reichlich Getränke. Die gemütliche Runde wurde mit einigen Trinkliedern aufgelockert. Gegen Mittag verließ die Gruppe die Brauerei, jeder mit einem Geschenkpaket, bestehend aus je einer Flasche Pils und Hefe-Weizen.
Weiter fuhren die Sänger nach Michelstadt. Um 14.30 Uhr begann die Führung durch das Mittelalter mit Yvonne Esterl. Sie duzte Alle, da „wir ja alle Cousins und Cousinen“ seien. Ihre, wie sie selbst sagte, schnoddrige Art hatte etwas. Sie inszenierte eine Führung, bei der einige mitspielen mussten. Der Jüngste in der Runde musste die Glocke im Rathaus läuten, der Landvogt musste über eine Frau Gericht halten und unter der Gerichtslinde wurde einer vom Scharfrichter (der mit der Schärfe des Schwertes Richtende) enthauptet. Auch die Synagoge wurde auf dem Rundweg besucht und die Sänger bekamen Informationen über Pita, Tora, Mesusa. Nach kurzem Zögern hat der Chor auch in der Synagoge gesungen. „Die Nacht“ (Wie schön bist Du) von Franz Schubert und das „Heilig, heilig, heilig“ aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert haben die Sänger einfühlsam zu Gehör gebracht. Das war ein schönes Erlebnis. Nach gut anderthalb Stunden war die Führung beendet. Nun hatte jeder die Zeit, das weltmeisterliche Eis oder leckeren Kaffee und Kuchen zu probieren. Während des Aufenthaltes in Michelstadt hatte es nicht geregnet, aber sonst hörte man zu dem Wetter Sprüche wie zum Beispiel: „Die Sonne scheint in Strömen“ oder „Die schönste Gegend – doch wenn nass – macht kein Spaß.“
Nach einem gemeinsamen Bild vor dem Rathaus in Michelstadt ging es um 17.30 Uhr in Richtung Heimat. Zum Abendessen stoppte der Chor in Ingelheim im Goldenen Engel. Nach Schnitzel, Salat oder Käsespätzle und einigen Kaltgetränken ging es um 21 Uhr nach Hause, nachdem den mitgereisten Frauen noch der „Abendfrieden“ zum Besten gegeben wurde. Fahrer Hans hatte die Gruppe mittlerweile verlassen und die Rückfahrt übernahm sein Kollege. Gegen 22.15 Uhr erreichten die Sänger wieder Tor A und der allgemeine Tenor war: „Es war ein toller Tag und hat viel Spaß gemacht.“
