Allgemeine Berichte | 15.12.2013

Der Andernacher Bürger wurde durch sein Wirken im kulturellen Bereich weithin bekannt

Im Gedenken an Norbert Jahn

Sein Aufsatz „Lehrer, die wir hatten“ erschien im Jahrbuch „Die Salentiner 2012/2013“

Norbert und (l.) sein ehemaliger Klassenkamerad Rolf Bersch beim Klassentreffen im Juni 2013. H. Schmitz

Andernach. Norbert Jahn aus Andernach ist im November im Alter von 79 Jahren verstorben. Er hat sich in seiner Heimatstadt im kulturellen und sportlichen Bereich in vielfacher Weise verdient gemacht und vieles für die Wahrung der Geschichte der Stadt getan.

Norbert Jahn gehörte zu dem Schülerjahrgang, der als letzter vor Kriegsende beim Gymnasium Andernach (man nannte die Schule Stiftische Oberschule für Jungen) eingeschult wurde und die Unterrichtsunterbrechungen durch Fliegeralarm und Flucht in den Luftschutzkeller erlebt hat. Nach dem Krieg war es die erste Klasse, bei der in der Untertertia Griechisch als dritte Fremdsprache neben Französisch und Latein für alle Pflichtfach wurde, damit die Schule dem Ruf eines humanistischen Gymnasiums gerecht würde. Nach dem Krieg nannte sich die Schule Stiftsgymnasium später Kurfürst-Salentin-Gymnasium, an dem Norbert vor 60 Jahren sein Abitur machte.

Aus diesem Anlass kamen im Sommer d.J. die Ehemaligen, auch die, die bereits nach dem Einjährigen die Schule verlassen hatten, zu einem Treffen zusammen. Trotz seiner schweren Erkrankung nahm Norbert Jahn an diesem außergewöhnlichen Treffen teil und unterstützte dessen organisatorische Planung. In dem kürzlich erschienenen Jahrbuch „Die Salentiner 2012/2013“ hat er seine Erinnerung an diese Schule in einem umfangreichen Aufsatz mit dem Titel „Lehrer, die wir hatten“ in humorvoller aber auch kritischer Art beschrieben. Sehr ausführlich setzte er sich dabei mit den Lehrmethoden und vielen heiteren Memotechnika des Studienrats Franz Scholz, sein Spitzname war „Scholze Fränzje“, auseinander. Auch die Eigenart des mehrjährigen Klassenlehrers Jakob Lauter, mit dem Spitznamen „Schnauz“ (dem Film „Die. Feuerzangenbowle“ entnommen) hat er treffend beschrieben. Ebenso zeigte er dem Religionslehrer Studienrat Peter Schmitt, sein Spitzname „Wupan“, sowie noch einigen anderen Lehrern die heiteren und auch ernsten Seiten auf.

Leider hat Norbert Jahn die Herausgabe des Buches, das zwei Tage nach seiner Beisetzung erschien, nicht mehr erlebt. Auch im Heimatjahrbuch 2014 des Kreises Mayen/Koblenz hat er über die aus Andernach stammende und nach Brasilien ausgewanderte Martha Bielecki, geb. Kassel (1923 - 2013), berichtet. Er schreibt darin, wie die bekannte, talentierte Zeichnerin und Malerin durch regelmäßige Deutschlandbesuche mit Andernach verbunden blieb.

Norbert Jahn und sein Engagement für seine Heimatstadt bleiben unvergessen.

Norbert und (l.) sein ehemaliger Klassenkamerad Rolf Bersch beim Klassentreffen im Juni 2013. Foto: H. Schmitz

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