Allgemeine Berichte | 11.08.2013

Gartenbauverein Plaidt

In Richtung Nordseeküste zu üppigem Grün und unberührter Natur

Der Gartenbauverein Plaidt im „Blumenreich Ostfriesland“.Privat

Ostfriesland. Die Mehrtagesfahrt des Gartenbauvereins führte diesmal nach Ostfriesland. Im Norden des Landes lockten Gärten und Parks, die ihresgleichen suchen, zum Erkunden.

Mit dreiundfünfzig Mitreisenden startete der Bus am Sonntag, 28. Juli, pünktlich um 8 Uhr, und nachdem endlich alle Koffer an Bord waren, konnte Josef, der patente Busfahrer der Firma Welter aus Gering, die Gartenfreunde sicher Richtung Nordseeküste bringen.

Erstes Ziel war Bad Zwischenahn, nicht weit hinter Oldenburg gelegen, das für seinen „Park der Gärten“ bekannt ist. Die Plaidter waren überrascht von der Großzügigkeit der gesamten Anlage, die vor Jahren als Gartenschaugelände diente und seitdem jährlich bestens gepflegt wird. Dort ist eine Vielzahl von heimischen und exotischen Bäumen und Sträuchern zu bewundern; Kieswege strukturieren das Gelände und blühende Stauden und Blumenbänder begleiten die Besucher durch das üppige Grün des Rasens und der Wiesen mit den hohen Gräsern. Bad Zwischenahn ist eine Reise wert, und das nicht nur für Natur- und Gartenfreunde, denn auch Segler und Freunde des Wassersports finden dort auf dem Zwischenahner Meer, dem größten See vor der Nordseeküste, beste Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die Teilnehmer mussten weiter zum Hotel nach Sande, um für die kommenden Tage ihr Quartier zu beziehen.

Der zweite Tag der Fahrt führte nach Wiesmoor, der jungen Stadt im Torfland, die erst vor einhundert Jahren tatsächlich als Moorkolonie begonnen hatte. Dort war es das „Blumenreich“, das weit über die Grenzen Niedersachsen bekannt ist und beim Durchwandern Einblicke in die ursprüngliche Natur des Nordens gewährt. Sumpfige Plätze und dunkle Wasserstellen sind bewusst angelegt und lassen die Blicke der Besucher weit darüber hinaus ins Torfgebiet schweifen. Auf festen Plätzen am Ufer bieten Holzbänke gute Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen und die Natur zu genießen. Dazwischen sind immer wieder Pflanzbeete und Blumenrabatten zu bestaunen, die manche Gartenschau alt aussehen lassen.

Neu eingerichtet ist nebenan die Minigolfanlage, die als Deutschlands schönste gilt. Im Eingangsbereich der großen Blumenhalle konnte die entsprechende Ausrüstung ausgeliehen und darauf gewartet werden, dass es zum Spielen kommt, denn der Besucherandrang ist entsprechend groß. Die Gartenfreunde nutzten die Zeit, die Ausstellung der Blumengebinde zu bewundern und die angenehme Sonne zu genießen, bis es nach Mittag zur „Großen Moornixe“ ging. Der Gartenbauverein schipperte drei Stunden lang mit dem Ausflugsschiff durch den kleinen Fluss, der, als Kanal angelegt, immer noch die Oberfläche der Stadtanlage entwässern hilft und das Regenwasser in größere Kanäle leitet, die bis hin zur Küste führen. Dort konnten die Gartenfreunde aus Plaidt beweisen, dass sie gerne mitarbeiten und anpacken können, wenn es erforderlich wird: Die Schleusen mussten bedient werden, denn immerhin gibt es in dem Kanalsystem einige Höhenmeter zu überwinden und das Wasser auf dem richtigen Level zu halten. Ruck-Zuck waren drei, vier mit dem Bootsmann ans Ufer gesprungen und haben mit vereinten Kräften die Schleusentore bewegt, damit die „Moornixe“ die Fahrt fortsetzen konnte. Die Damen standen dabei den Männern in Nichts nach, schließlich lockte nach der Arbeit jeweils ein „Moorgeist“, dunkel gefärbtes einfaches Wasser. Nicht genug mit solchen Kraftakten, es kam erschwerend ein kräftiger Regenguss hinzu, der dann gleich für Abkühlung sorgte, die große Gaudi bei Akteuren und Zuschauern aber nicht bremsen konnte. Selbst Hagelkörner und Donnerschläge machten der guten Stimmung nichts aus. Ehe sie ausstiegen, erhielt jede der Damen ein „Moor-Diplom“ überreicht.

Dann zurück zum Bus und nach halbstündiger Fahrt, vorbei an der großen Brauerei in Jever, ging es bald darauf wieder ins Hotel und danach zum feinen Abendbuffet.

Am dritten Tag, Dienstag, 30. Juli, führte nach Wilhelmshaven. Mit dem Bus ging es durch die Stadt, die nach dem Willen des letzten deutschen Kaisers am geschützten Jade-Busen entstand. Kaiser Wilhelm II wollte einen weiteren Hafen an der Nordseeküste zur Verfügung haben, und dort wurde die Kriegsmarine ansiedelt. Entsprechend verheerend waren die Bombenangriffe, die im letzten Weltkrieg das alles wieder zerstörten, was nicht tief genug unter der Erde angelegt worden war. Ein ortskundiger Führer, der inzwischen zugestiegen war, ließ die Gartenfreunde wenig von der Stadt selbst sehen, sondern gleich durch das Sperrgebiet des Marinehafens fahren. Anschließend konnte er auf dem neuen Außendeich den groß angelegten Ölhafen zeigen. Auf strategisch wichtigem Höhenpunkt erklärte der Veteran die Befestigung der Küstenlinie und der Verteidigungsanlagen. Erst danach ging es per Bus durch den ebenfalls neu angelegten Jade-Weser-Port, einen Containerhafen, in dem die größten Containerschiffe rasch und fast ohne Personal ent- und beladen werden können.

Nach der Mittagspause war zwar der Besuch an der Küste eingeplant, doch das fiel leider ins Wasser: Zwar fuhr die Reisegruppe bis zu den Strandanlagen nach Hooksiel und schließlich nach Horumersiel, doch es nieselte ununterbrochen und den meisten Mitreisenden raubte das die Lust am Aussteigen. Einige Mutige versuchten trotzdem, zum Meer zu kommen, wurden aber nach zehn Minuten durch den nächsten Regenguss zurück in den Bus getrieben. Da blieb die Rückfahrt durch den strömenden Regen, vorbei an den vielen Milchkühen „in den preußischen Farben schwarz und weiß“ auf grünen Wiesen. Vor Jever hörte der Regen auf, deshalb konnten dort tatsächlich noch ein oder zwei gleichnamige Bierchen getrunken werden, bevor es dann weiter ging, bis hin nach Sande, ins Hotel „Auerhahn“, wo die Teilnehmer wiederum von freundlichem Personal und bestem Essen erwartet wurden.

Natürlich kam auch der Tag der Heimreise. Zuerst wurden die Koffer gezählt und diese dann in den Bus verstaut, danach erst ging es zum üppigen Frühstück. Nach herzlichem Abschied von dem liebenswerten Personal fuhren sie quer durchs flache ostfriesische Land bis nach Papenburg. Dort befindet sich die „Meyer-Werft“, ein privates Unternehmen, das Ozeanriesen herstellt, obwohl Stadt und Werft nicht am Meer liegen. Ohne selbst in Gefahr zu kommen, können interessierte Gäste in die riesige Fertigungshalle blicken. Auf der Besucherseite erklärte eine bestens informierte Mitarbeiterin die Fertigung der Schiffe bis zu den kleinsten Schritten, alle Fragen wusste sie genau zu beantworten. Wenn dann schließlich ein gewaltiges Schiff durch den Fluss, die Ems, ins Meer gezogen wird, geht es manchmal tatsächlich um wenige Zentimeter Spielraum, die verbleiben. Mitarbeiter und Besitzer der Werft sind mit diesem Standort eng verbunden und wollen nicht umsiedeln, obwohl heute an der Küste bessere Möglichkeiten für Schiffsbau zu finden sind.

Papenburg selbst lädt im kommenden Jahr zur Landesgartenschau Niedersachsens ein. Besucher können sich jetzt schon auf eine lebendige, abwechslungsreiche Stadt freuen, die mehr als nur die sehenswerte Werftanlage zu bieten hat. Nach ausgiebiger Stärkung ging es schließlich mit dem Bus nach Hause. Das grüne Ostfriesland hat viel zu bieten und kann allen, die Natur und Blumen lieben, als Reiseziel, bestens empfohlen, werden. Auf der Rückfahrt konnte Vorsitzender Erwin Unger über die nächsten Termine informieren: Am Sonntag, 29. September unterstützen die Gartenfreunde die Kindertagesstätte „Im Rang“ beim Apfelfest, das zum Erntedank gefeiert wird. Eine Woche später sind alle Gartenfreunde zum Weinfest in die Hummerich-Halle eingeladen, das dort vom Männerchor ausgerichtet wird und deren Unterstützung hat. Einen Tag später, am Sonntag, 6. Oktober, laden die Gartenfreunde in den Pfarrsaal, Mühlenstraße, schon vormittags zum Erntedankfest ein. Natürlich wird es wieder Döppekoche als Mittagsgericht geben.

Ein feines Abendbuffet erwartete die Reisenden.

Ein feines Abendbuffet erwartete die Reisenden.

Der Gartenbauverein schipperte drei Stunden lang mit dem Ausflugsschiff.

Der Gartenbauverein schipperte drei Stunden lang mit dem Ausflugsschiff.

Der Gartenbauverein Plaidt im „Blumenreich Ostfriesland“.Fotos: Privat

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